Start-up Nebia Für diese Dusche machen sich die Promis nackig

Duschen im Wassernebel: Ein Duschkopf der Marke Nebia

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  • Viele Silicon-Valley-Promis investieren in den Entwickler eines neuartigen Duschkopfes.
  • Die Spezialduschen erzeugen einen Wassernebel, Duschen soll so wesentlich wassersparender sein.
Von Kathrin Werner, New York

Carlos Gomez Andonaegui hat schon mehr als 500 Menschen nackt gekriegt. Einer dieser Menschen ist Tim Cook, der Chef von Apple. Cook kam zum Duschen vorbei, war zufrieden mit der Erfahrung und investierte privat Geld in Nebia, Gomez Andonaeguis neue Firma. Nebia leitet sich ab von dem italienischen Wort nebbia, Nebel.

Unter den Spezialduschen des Unternehmens steigt man nicht unter einen Duschstrahl, sondern wird von einer Art Wasserwolke umhüllt. Fünf Jahre lang haben Gomez Andonaegui, sein Vater und seine zwei Mitgründer an dem neuartigen Duschkopf getüftelt. Jetzt sind sie zufrieden - und die Investoren auch. Neben Cook haben unter anderem die Familienstiftung des Alphabet- und Google-Chairmans Eric Schmidt und die Start-up-Schmiede Y-Combinator Wagniskapital gegeben.

Die Kalifornier sind besonders leicht für die Idee zu gewinnen, denn Nebias Duschköpfe sparen Wasser. Das ist wichtig in dem dürre-geplagten Staat, schließlich hat der Gouverneur alle Einwohner aufgefordert, so viel Wasser zu sparen wie möglich. Nebia soll mit einer Zerstäubungstechnik den Verbrauch um 70 Prozent reduzieren. Statt 75 Litern in acht Minuten brauche eine durchschnittliche Dusche nur noch knapp 23 Liter.

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Gomez Andonaegui kam 2010 auf die Idee, das Duschen zu revolutionieren. Damals war er Chef einer Fitnessstudiokette in Mexiko. Der Wasserverbrauch war seine ständige Sorge, Wasser war knapp und teuer. Aber auf dem Duschkopfmarkt gab es nichts, was ihm gefiel. Also begann er, selbst an einer besseren Duschen zu arbeiten, gemeinsam mit seinem Vater, der einst Länderchef des IT-Konzerns IBM in Mexiko war. In Mexiko-Stadt trafen sie kurz darauf auf Philip Winter, der einst mit dem Start-up Toilets for People wasserfreie Toiletten für die Dritte Welt produziert hat. Er wurde zum Mittüftler und Mitgründer, heute ist er Chef des Start-ups mit sechs Mitarbeitern. Inzwischen ist noch ein dritter Mitgründer an Bord, Gabriel Parisi-Amon, der vorher bei Apple für die Lieferkette des iPhones zuständig war.

Nach Tausenden Tests und Testduschen mit Dutzenden Prototypen sind die drei Gründer fertig mit ihrem Duschkopf. Die kreuzförmigen und die kleinen ringförmigen Modelle haben sie verworfen, jetzt sieht Nebia aus wie eine tellergroße, runde Straßenlampe aus mattem Alu. Sechs Zerstäuber "atomisieren" das Wasser in Millionen winzige Tröpfchen. So erhöht sich die Fläche, auf der sich das Wasser verteilt, um das Zehnfache - man ist also schneller nass.

Angeblich verwendet das Start-up Düsentechnik, die bislang nur bei Raketenantrieben und in der Medizintechnik zum Einsatz kamen. "Duschen sind einer der größten Wasserverschwender", sagt Co-Gründer Winter. "Und seit mehr als einem Jahrhundert gab es keine ernsthaften Innovationen." Apple, Google und die Stanford University haben ihre Gebäude mit ein paar Nebia-Duschen ausgestattet, auch bei der Nobel-Fitnesskette Equinox kann man sie schon testen. Auf den Markt kommen sollen die Lieblingsdusche des Silicon Valleys im Mai 2016, für 399 Dollar pro Stück. Die Kosten hat man wegen der Wasserersparnis nach gut zwei Jahren wieder hereingeduscht, versprechen sie.

Seit es die prominenten Investoren gewonnen hat, kann sich das kleine Unternehmen vor Anfragen nicht mehr retten. Wie viel die Geldgeber investiert haben, ist nicht bekannt, es dürfte sich aber um eine mittlere sechsstellige Summe handeln. Gomez Andonaegui hat außerdem eine Kampagne bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gestartet, um 100 000 Dollar einzusammeln. Das Ziel hat er in gut acht Stunden erreicht, eingeplant war ein Monat. Mehr als 2700 Menschen haben schon fast eine Million Dollar gegeben und so ihre Nebias vorbestellt.

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