Start-up Kevin Spacey steigt bei Bits & Pretzels ein

  • Seit Bits & Pretzels im September 2014 startete, ist die Messe ständig gewachsen.
  • Die Erfinder des Festivals setzen auf Exklusivität, sie wollen die Grenze von 5000 Tickets nicht überschreiten.
Von Katharina Kutsche

Die Spannungskurve der letzten Tage war sehr steil. Zunächst kündigten die Gastgeber der Münchner Start-up-Konferenz Bits & Pretzels an, dass der Eröffnungssprecher vom vergangenen Jahr, Hollywood-Star Kevin Spacey, auch in diesem Jahr wieder zur Messe komme - als Gast.

Dann hieß es, Spacey werde sich auch im Programm nützlich machen und zwei Gründer interviewen. Am Sonntagabend, kurz vor Ende des ersten Konferenztages, ließen die Gründerväter von Bits & Pretzels auf der Bühne dann die Bombe platzen: Kevin Spacey wird neuer Partner der Start-up-Messe.

Für den Gründerstandort München ist das ein Riesenerfolg. Seit Bits & Pretzels im September 2014, damals noch als Gründer-Weißwurstfrühstück mit weniger als 100 Besuchern, startete, ist die Messe ständig gewachsen, zuletzt besuchten stets etwa 5000 Start-up-Unternehmer und Investoren die dreitägige Veranstaltung.

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Die Erfinder des Festivals, Bernd Storm und Andreas Bruckschlögl, seit 2015 verstärkt durch Felix Haas, setzen auf Exklusivität, sie wollen die Grenze von 5000 Tickets nicht überschreiten. Und sie nutzen ein Münchner Alleinstellungsmerkmal: das Oktoberfest. Während die Besucher an den ersten beiden Messetagen Kunden und Investoren suchen, ihre Ideen vorstellen oder sich von anderen Unternehmern inspirieren lassen, treffen sie sich am dritten Tag im Schottenhamel-Zelt auf der Wiesn zum weiteren Netzwerken. Dieses Konzept hat Bits & Pretzels zur bekanntesten Start-up-Veranstaltung Deutschlands gemacht.

Der Schauspieler wirkte etwas angeschlagen

Dabei investierten die Gastgeber auch in besondere Redner. Kevin Spacey, mit zwei Oscars dekorierter US-Schauspieler, derzeit am bekanntesten für die Rolle des US-Präsidenten Francis J. Underwood in der Netflix-Serie "House of Cards", war bereits 2016 ein Highlight. Der Darsteller ist auch hinter den Kulissen Hollywoods aktiv, produziert Serien und Filme und unterstützt junge Talente auf ihrem Weg in die Showbranche. "Sending the elevator down again" - den Fahrstuhl wieder nach unten schicken, wenn man selbst es geschafft hat - ist ein viel zitiertes Mottos Spaceys, das er von seinem Mentor, der Schauspiellegende Jack Lemmon übernommen hat.

Nun hat Spacey, 58, offenbar sein Herz an die bayerische Landeshauptstadt verloren. Details der Zusammenarbeit gaben Bruckschlögl, Haas und Storm am Sonntag auf der Messe nicht mehr bekannt. Doch der Name Spacey wird neue Türen öffnen. Der Schauspieler interessiert sich sehr für Start-ups und hat bereits in mehrere investiert, etwa in das schweizerische Unternehmen Wisekey, das im Bereich der Internetsicherheit aktiv ist. Warum er das mache, hatte ihn wenige Minuten, bevor Haas die neue Partnerschaft verkündete, Lukasz Gadoswki gefragt. Spaceys Antwort: "Ich mag gute Ideen."

Gadowski, Mitgründer von Erfolgsfirmen wie Spreadshirt, StudiVZ und Delivery Hero, und Rolf Schrömgens, Mitgründer der Hotel-Vergleichsplattform Trivago, hatten sich zuvor den Fragen von Spacey gestellt. Er wollte wissen, wie beide auf die Ideen für ihre Unternehmen gekommen seien, welche Erfahrungen, auch schlechte, sie gemacht hätten, welche Ratschläge sie jungen Gründern geben könnten. Dabei wirkte der Schauspieler etwas angeschlagen, schließlich hatte er am Abend zuvor mit seinen nun neuen Partnern im Käfer-Zelt auf der Wiesn gefeiert und war anschließend mit seiner Entourage in einen Club weitergezogen. Gegen vier Uhr zogen sich die drei Gründerväter zurück, Spacey zog weiter und musste sich später auf der Bühne mit Energiedrinks wachhalten.

Wie Bits-&-Pretzels-Veranstalter Felix Haas sagte, teile das Team mit Spacey aber nicht nur die Leidenschaft für Pre-Opening-Partys, sondern auch für die Unterstützung von jungen Unternehmern. Der Hollywood-Star ergänzte, er sei "unglaublich stolz" und freue sich auf die nächsten Jahre.

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