Deutschland ist immer noch einer der attraktivsten Standorte weltweit. Allerdings haben Länder wie Russland und Polen mächtig aufgeholt. Und: Die Googles der Zukunft werden nicht aus Deutschland kommen.
Der Standort Deutschland hat laut einer Umfrage bei ausländischen Managern an Attraktivität verloren. Zwar bleibt Deutschland in Westeuropa der führende Standort für Investoren, aber weltweit rutschte Deutschland vom vierten auf den sechsten Platz.
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Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Ganz vorne landeten die Schwellenländer: Auf Platz eins kam erstmals China, gefolgt von Indien und Russland.
"Diese Länder bieten das, was Investoren suchen: Große unerschlossene Märkte und damit erhebliche Wachstumspotenziale", sagte Studienleiter Peter Englisch von Ernst & Young.
Besser als Großbritannien und Frankreich
Da könnten die etablierten großen Industrienationen wie die USA und Deutschland nicht mithalten. Nur noch zehn Prozent der 834 befragten internationalen Unternehmen bezeichneten Deutschland als einen der drei Top-Standorte weltweit im Vorjahr lag der Anteil noch bei 18 Prozent. Als Kriterien wurden Infrastruktur, Steuern, Arbeitskosten und Qualifikation der Arbeitnehmer sowie Faktoren wie Wachstumspotenzial, Unternehmerkultur und soziales Klima bewertet.
Dennoch gehört Deutschland laut der Umfrage als einziges westeuropäisches Land weiter zur Gruppe der zehn attraktivsten Standorte der Welt. Großbritannien und Frankreich fanden sich nicht mehr in dieser Liste wieder. Als Stärke Deutschlands gelten die ausgebauten Verkehrswege und die gut ausgebildeten Beschäftigten. Als Schwäche nannten die Befragten die hohen Arbeitskosten und mangelnde Flexibilität des Arbeitsrechts.
Deutschland spiele weltweit in der ersten Liga mit. Bei den Innovationen gelte Deutschland in Europa als der mit Abstand innovativste Standort, weltweit landet Deutschland auf Platz drei - hinter den USA und China, aber vor Japan und Indien.
Trotz der guten Platzierung trauten die Befragten laut Studie dem Standort Deutschland allerdings nicht zu, Heimat für die "Googles" und "Microsofts" der Zukunft zu sein - also für Unternehmen, die es schafften, sich innerhalb kürzester Zeit als Weltmarktführer im Software- und Hochtechnologie-Bereich zu etablieren. "Man traut den Deutschen den nötigen Unternehmergeist nicht zu", sagte Englisch.
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- Medizintechnik Standort mit Aussicht 17.04.2008
(sueddeutsche.de/dpa/hgn/mel)
@ WillmaHorst: Ich möchte Ihnen ausdrücklich recht geben, wenn auch mit der Einschränkung, dass es durchaus Unternehmen gibt, in denen die Chefs nun wirklich hervorragende Arbeit leisten. Für verschiedene DAX - Unternehmen jedoch trifft Ihre Einschätzung sehr genau zu. Wie Herr Leyendecker bei Meybrith Illner schon sagte: "Paranoia. Diese Figuren generieren sich zwar als Unternehmer, sind jedoch keine. Sie sind nur Angestellte in diesen Unternehmen.
haben es mutmasslich noch freundlich formuliert.
Der Generationenwechsel an den Unternehmensspitzen weg von den jeweiligen Fachleuten hin zu den Betriebswirtschaftlern hat den Schwerpunkt der Arbeit von der Entwicklung und der Produktion auf die Vermarktung und ganz besonders auf die Administration gelegt. Man betrachte nur einmal die Präsentationen dieser Leute über den 'eigenen' Betrieb! Da verwundert es kaum, dass Controlling und Statistik ausufert. Und wenn die eigenen Leute nicht die gewünschten Parameter liefern, wird eben ein 'Externer' für viel Geld engagiert, der dann zusätzliches Geld durch Ablenkung der Mitarbeiter kostet, denn der 'Externe' muss sich ja auch erst einmal durchfragen bzw. fortbilden. Tragfähige Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen, würde tieferen Einblick in die betriebliche Wirklichkeit voraussetzen. Aber ein Betrieb ist nun mal mehr als eine Sammlung von Powerpoint-Präsentationen.
Wenn man sich die Anzahl der " befragten" ansieht, kann man sich schon einen Reim darauf machen. Und da sind noch die unverschämten Mitarbeiter, die auch noch Geld für ihre Arbeit haben wollen. Anderswo bekommt man sie ja fast umsonst.
Diese Studie scheint mir wieder einmal Interessen geleitet zu sein. Wenn in der Standort-Frage die Unerschlossenheit der Märkte und die Arbeitskosten überproportional in die " Analyse" eingehen, ist die Objektivität mehr als in Frage gestellt. Somit hat diese Studie nichts mit Wissenschaft zu tun. Sie dient aber gleichwohl Interessenverbänden dazu, mit manipulierten Daten ihre Ansprüche zu artikulieren. Nun ist es völlig unbestritten, dass es in Deutschland exzellente Entwicklungen gibt, sonst wären wir wohl kaum Export - Weltmeister. Leider gibt es auch Unternehmen, in denen die Anwendung von Schlüsseltechnologien sträflich vernachlässigt wurden. Ich schreibe bewusst Anwendung, denn entwickelt wurden sie auch in Deutschland. Leider hat man durch Schlafmützigkeit ausländischen Unternehmen den Vortritt gelassen. Leider ist auch zu beobachten, dass in manchen Firmen ausschließlich auf Zahlen und auf Lohnkosten und nicht auf Innovation geblickt wird. Dadurch sind Zehntausende von Arbeitsplätzen verloren gegangen oder gar nicht erst entstanden. Diese Sachverhalte findet man selbstredent in diesen " Studien" nicht. Viel lieber schwadroniert man darüber, dass die Lohnkosten höher sind als in China oder Polen oder, oder. Es findet sich wohl immer irgendwer, der es billiger kann?
Paging