Interview: Caspar Dohmen

Nokia geht, Qiagen bleibt. Aber warum? Ein Gespräch mit dem Finanzchef des in Nordrhein-Westfalen ansässigen Unternehmens über den Standort NRW, den Weltmarkt und Nokia.

Angesichts der Schließung des Bochumer Nokia-Werkes gibt es eine Debatte um den Standort Nordrhein-Westfalen. Roland Sackers, Finanzvorstand bei Qiagen, einem ansässigen Unternehmen für die Herstellung molekularer Diagnostikverfahren, spricht vom erfolgreichen Strukturwandel und wirbt um Ingenieure.

Bild vergrößern

(© Foto: ddp)

Anzeige

Süddeutsche Zeitung: Herr Sackers, der Handyhersteller Nokia verabschiedet sich gerade aus Kostengründen aus Nordrhein-Westfalen. Sie halten den Standort NRW dagegen für stark. Warum?

Roland Sackers: Für uns ist der Standort hervorragend, hier finden wir wegen der dichten Universitätslandschaft hoch qualifizierte Mitarbeiter. Hinzu kommt die Förderung der Biotechnologie durch die Landesregierung. Das Schöne ist, mit jedem technologiegetriebenen Arbeitsplatz entstehen auch Jobs in der Produktion. Insgesamt beschäftigen wir an unserem Hauptsitz über 800 Mitarbeiter, 270 in der Forschung und 240 in der Produktion.

SZ: Nokia verlagert die Produktion von Deutschland nach Rumänien. Schließen Sie eine solche Verlagerung Ihrer Fabrik in ein Niedriglohnland aus?

Sackers: Wir bauen gerade unsere Aktivitäten in Hilden aus. In den vergangenen Jahren haben wir hier in Deutschland weit über 150 Millionen Euro investiert. Und es gibt weitere Ausbaupläne. Hilden bleibt der Kernstandort.

SZ: Können Sie Mitarbeiter von Nokia gebrauchen?

Sackers: Durchaus. Ingenieure könnten zum Beispiel für die Entwicklung unserer Automationsplattformen sehr interessant sein.

SZ: Sie beteuern Ihre Standorttreue. Andererseits haben Sie die Holding von Qiagen einst in den Niederlanden angesiedelt.

Sackers: Dies haben wir alleine wegen unseres Börsengangs in den USA gemacht, dort war die niederländische Aktiengesellschaftsform bekannter als die deutsche. In der Holding arbeiten nur wenige Mitarbeiter. Unsere operative Zentrale sitzt in Hilden mit der Qiagen GmbH.

Im nächsten Abschnitt: Warum Roland Sackers Subventionen für richtig hält und was die Amerikaner über NRW denken.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt "Subventionen sind sinnvoll"
  2. "Subventionen sind sinnvoll"
  3. "Subventionen sind sinnvoll"
Leser empfehlen