Metropole mit Zukunft: Einer Studie zufolge verfügt Frankfurt am Main über das größte Wachstumspotenzial in Deutschland. Es folgen München und Stuttgart - düster sind die Aussichten im Ruhrgebiet.

Frankfurt am Main ist die deutsche Stadt mit den besten wirtschaftlichen Entwicklungschancen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen München und Stuttgart. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), bei der 30 deutsche Großstädte auf ihre Zukunftstauglichkeit untersucht wurden.

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Wachsende Metropole: Keine andere deutsche Stadt bietet so viel wirtschaftliches Potenzial wie Frankfurt am Main. (© Foto: ddp)

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Auf den letzten Plätzen der Rangliste liegen Chemnitz sowie Gelsenkirchen und Wuppertal. "Diese Städte haben den Strukturwandel noch nicht vollzogen", sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar. Gut platzierte Orte zeichneten sich durch attraktive Standortbedingungen für innovative Wirtschaftszweige und Dienstleistungsunternehmen aus.

Berlin nur auf Platz 24

Frankfurts ökonomisches Potenzial beruhe vor allem auf seiner Bedeutung als "zentraler Bankenplatz Kontinentaleuropas", sagte Straubhaar. Wegen der damit verbundenen Internationalität und seiner guten Verkehrsanbindungen werde die Stadt auch künftig Unternehmen und hochqualifizierte Arbeitskräfte anziehen. München und Stuttgart profitierten der Studie zufolge von den guten Standortbedingungen, die sie für wissens- und forschungsintensive Industrien geschaffen hätten. Auf den Plätzen vier und fünf im Ranking folgen Wiesbaden und Dresden.

Ebenfalls in der Spitzengruppe der 30 untersuchten Großstädte liegen Hamburg und Köln, die sich hinter dem Sechstplatzierten Karlsruhe den siebten Platz teilen. Berlin kommt als Hauptstadt lediglich auf den 24. Platz. "Berlin hat sich nicht zur Boomtown entwickelt", sagte die Autorin der Studie, Sylvia Stiller. Zwar sei die Stadt für Intellektuelle und jungen Menschen interessant, dies führe bislang aber nicht zu wirtschaftlicher Produktivität oder einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen.

Keine Patentrezepte

Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Chancen von Städten künftig außer von ihrer Bedeutung als Wirtschaftszentren vor allem von ihrem internationalen Ruf, von der Verkehrsanbindung sowie ihrer Attraktivität für Arbeitskräfte und Unternehmen abhängen. Wie ein Vergleich der führenden Städte der Studie zeige, gebe es dabei keine Patentrezepte, sagte Straubhaar. Klar erkennbar sei nur, dass die Städte schlecht abschnitten, die den Strukturwandel hin zu einer wissensbasierten Volkswirtschaft noch nicht begonnen hätten. "Zum Erfolg gibt es viele Wege, zum Misserfolg eigentlich nur einen", sagte er. Beispiele für derartige Versäumnisse seien vor allem alte Industriestandorte im Ruhrgebiet wie Wuppertal, Gelsenkirchen und Bochum.

Für die Städterangliste haben Wissenschaftler des HWWI Daten von 30 deutschen Großstädten mit einer Einwohnerzahl von mehr als 250.000 Einwohner verglichen. Erfasst wurden dabei zum einen aktuelle Trends bei Wirtschaftsleistung, Arbeitslosenquote und Bevölkerungszahl. Zum anderen untersuchten die Experten Faktoren wie die Qualität von Bildungs- und Forschungsangeboten, die Verkehrsverbindung zu anderen Metropolen, die Anziehungskraft von Städten für ausländische Studenten und Besucher sowie andere Standortfaktoren für innovative Wirtschaftszweige.

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(sueddeutsche.de/dpa/jkf/jkr)