Quälendes Warten: Das Überleben von Quelle hängt von einem Staatskredit ab. Ob es den geben wird, entscheidet sich am Montagabend.
Im Kampf um die Rettung von Quelle entscheidet sich voraussichtlich an diesem Montag, ob der insolvente Versandhändler noch eine Chance hat.
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Quelle muss seit knapp drei Wochen ohne eigene finanzielle Mittel auskommen. (© Foto: AP)
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Mit der Grundsatzentscheidung aus Berlin über den sogenannten Massekredit für die Arcandor-Tochter mit rund 8000 Mitarbeitern wird nach einer Sitzung am Montagabend gerechnet.
CSU-Chef Horst Seehofer hatte die Bundesregierung eindringlich aufgefordert, sich an dem zum Überleben notwendigen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro zu beteiligen.
Strenge Vorgaben der EU
"Man muss sich die Frage stellen: Wie sehr gefährdet die Politik durch ihr Verhalten Arbeitsplätze?", sagte der bayerische Ministerpräsident in Berlin mit Blick auf die zögerliche Haltung des Bundes. Seehofer forderte ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Merkel begründete die tagelange Prüfung eines Kredits für Quelle mit den strengen Vorgaben der Europäischen Union für staatliche Hilfen. "Wir müssen mit dem ganzen Vorgang zur EU", sagte sie am Sonntagabend in Berlin nach der Tagung der Unionsspitzen über das gemeinsame Wahlprogramm.
Es wäre Quelle nicht geholfen, wenn das Wirtschafts- und das Finanzministerium am Donnerstag oder Freitag vorschnell dem Massekredit über 50 Millionen Euro zugestimmt hätten und dann am Montag die EU-Kommission in Brüssel das Vorhaben abgelehnt hätte, sagte Merkel.
Sie betonte, es liefen intensive Prüfungen, der Antrag müsse aber mit der notwendigen Sorgfalt behandelt werden.
"Das ist für uns überhaupt nicht hilfreich"
Quelle-Chef Konrad Hilbers warnte derweil vor Spekulationen über eine drohende Abwicklung des Unternehmens. "Dafür gibt es keinen Anlass", sagte Hilbers. Durch derartige Aussagen spitze sich die Lage nur noch weiter zu. "Das ist für uns überhaupt nicht hilfreich." Für Unruhe hatten zuvor Informationen der Süddeutschen Zeitung gesorgt, wonach Quelle in der Bundesregierung als nicht überlebensfähig angesehen werde.
Seehofer bezeichnete den Bericht am Rande einer Parteiveranstaltung als "unverantwortlich." Quelle habe eine Chance verdient und werde sie auch nutzen, wenn der Bund handele.
An dem Kredit für den Konzern mit Sitz in Fürth bei Nürnberg soll der Bund mit 25 Millionen Euro die Hälfte übernehmen. Bayern will 21 Millionen Euro beisteuern, das Land Sachsen, das ebenfalls um Quelle- Arbeitsplätze in seiner Region bangt, will 4 Millionen Euro geben.
Lage schlimmer als befürchtet
Ein Massekredit ist eine Nothilfe, mit der insolvente Unternehmen ihren Betrieb aufrechterhalten können.
Wie am Wochenende bekanntwurde, ist die Notlage des Konzerns noch schlimmer als befürchtet. Seit fast drei Wochen muss das Unternehmen ohne eigene finanzielle Mittel auskommen, weil es sein letztes Geld Stunden vor dem Insolvenzantrag Anfang Juni an den Mutterkonzern Arcandor überwiesen hatte.
Dies habe mit der Krise nichts zu tun gehabt, sondern sei ein übliches Verfahren, sagte ein Arcandor- Sprecher und bestätigte damit einen Bericht der Süddeutschen Zeitung.
Quelle ist seitdem auf die Großzügigkeit der Lieferanten angewiesen, die mit ihren Waren und Dienstleistungen in Vorleistung gingen. "Aber irgendwann ist die Geduld zu Ende", sagte Hilbers. Auch die Druckerei des Quelle-Katalogs hatte sich am Freitagabend trotz der Risiken entschlossen, vorläufig mit der Auslieferung des neuen Katalogs zu beginnen.
Betriebsrat kündigt Prüfung an
Die Insolvenz des Versandhauses Quelle wäre nach Angaben des Mutterkonzerns Arcandor durch einen Verzicht auf die umstrittenen Geldüberweisungen nicht zu verhindern gewesen.
Arcandor-Finanzvorstand Rüdiger Günther erklärte, das "Cash Pooling", bei dem Tochterfirmen flüssige Mittel an die Mutter überführen, sei ein "vollkommen übliches Instrument des Finanzmanagements in Konzernen".
Die Tochterfirmen würden bei Kontounterdeckungen aus diesem Pool wiederum mit Geld versorgt. Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel kündigte an, die Überweisung von Quelle an Arcandor prüfen zu lassen: "Wir wollen auf Cent und Euro wissen, wie diese letzten Tage verlaufen sind", sagte Sindel.
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(sueddeutsche.de/dpa/pak/hgn)
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Nicht nur Grete, sondern auch Gustav rotieren wahrscheinlich im Grab. Wenn Frau Madeleine Schickedanz wirklich noch über das genannte Vermögen verfügt und wenn man dann noch bedenkt, auf welch zweifelhafte Weise sie dieses in den letzten Jahren zu vermehren versucht hat oder wirklich vermehrt hat, sollte sie eigentlich ihrer Quelle die 50 Mios schenken, die für eine geordnete Abwicklung oder Fortführung mit Sanierung notwendig sind. Hier sollte sie sich engagieren, damit ihre Vorfahren wieder zur Ruhe kommen und vielleicht den Menschen samt Familien eine Perspektive geben, die ihr den Reichtum überhaupt erst ermöglicht haben.
Seit fast drei Wochen muss das Unternehmen ohne eigene finanzielle Mittel auskommen, weil es sein letztes Geld Stunden vor dem Insolvenzantrag Anfang Juni an den Mutterkonzern Arcandor überwiesen hatte.Dies habe mit der Krise nichts zu tun gehabt, sondern sei ein übliches Verfahren
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Ganz bestimmt. Seit Wochen kein Geld zu haben ist völlig normal und ein Grund, der Firma einen nicht gesicherten Kredit zu schenken.
für den Beitragszahler den die Insolvenz verschlingt, darf der Steuerzahler jetzt nicht so geizig sein und nur 10% der Summe locker machen. Meine Güte, sogar Guttenbildchen drängt auf schnelle Genehmigung...
Mööööp, geordnete Insolvenz (was auch immer das sein soll) kommt uns alle billiger. Eine Lachplatte allererster Güte.
... nicht nach Grundgesetz Artikel 14 Schluß und enteignet die 3,8 Milliarden EUR schwere Madeleine Schickedanz? Das sollte doch für einen geordneten Übergang zu einer zukunftsfähigen Quelle reichen. oder?
Wenn das die Grete wüßte ...
Aber der arme Mann soll doch eigentlich schon die Strafe bezahlen, die Bruessel uns fuer die Nicht-Veroeffentlichung der Subventionsempfaenger aufbrummt !
btw : gibt es einen Grund, CDU oder FDP zu waehlen?
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