Protektionismus à la Sarkozy: Frankreichs Regierung stützt Renault und PSA mit sechs Milliarden Euro - und erntet wütende Kommentare aus Brüssel.
Frankreich will trotz einiger Einwände aus der EU seine Autoindustrie mit zusätzlich sechs Milliarden Euro vor der Absatzkrise schützen. Staatspräsident Nicolas Sarkozy forderte im Gegenzug von den Herstellern, keine Arbeitsplätze in Frankreich abzubauen und bei französischen Zulieferern einzukaufen.
Fahrzeuge von Peugeot bei einem Händler in Großbritannien: Die französischen Autohersteller werden von der Regierung gestützt. (© Foto: AFP)
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EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes warnte Frankreich vor unfairen Eingriffen in den Wettbewerb. Eine Verpflichtung der Autohersteller, Teile nur noch von französischen Zulieferern abzunehmen oder nur noch im eigenen Land zu investieren, verstoße gegen EU-Recht.
Auch der tschechische Regierungschef Mirek Topolanek kritisierte Sarkozy: "Als EU-Ratspräsident habe ich ernsthafte Bedenken, was die politische Einmischung in das Management von Wirtschaftsunternehmen und Verstöße gegen den freien Wettbewerb betrifft", sagte er. Sarkozy war bereits am vergangenen Donnerstag mit einem auf diversen französischen Kanälen ausgestrahlten Interview in Tschechien angeeckt, als er die französischen Hersteller Renault und Peugeot Citroën indirekt dazu aufforderte, ihre Produktion von dort nach Frankreich zurückzuholen.
Bei der geplanten Hilfe handelt es sich um Kredite von jeweils drei Milliarden Euro für jeden der beiden französischen Hersteller gestreckt über die kommenden fünf Jahre. Den Betrag hatte Premierminister Francois Fillon bereits im vergangenen Monat auf einem Autogipfel in Paris in Aussicht gestellt. Die Kredite sollen zu günstigen Zinsen gewährt werden, sechs bis sieben Prozent anstelle der marktüblichen elf bis zwölf Prozent, um die Zahlungsunfähigkeit der Konzerne abzuwenden.
Abwrackprämie in Frankreich
Damit entspricht Sarkozy den Forderungen von Renault. PSA Peugeot Citroën hatte sich anfangs gegen Eingriffe in das Management gewehrt, war dann aber eingeknickt. Zu den Gegenleistungen gehört auch, dass die Manager auf ihre Boni verzichten müssen.
Die sechs Milliarden Euro kommen zu einem ersten Hilfspaket in Höhe von 1,3 Milliarden Euro hinzu. Paris hilft darüber hinaus auch den Zulieferern. Neben den bereits bewilligten 300 Millionen Euro sollen Renault und Peugeot Citroën jeweils weitere 100 Millionen Euro in den Aufbau größerer Zuliefererunternehmen nach deutschem Vorbild stecken.
Zur Stützung der Autobranche führte Frankreich bereits im Dezember 2008 eine Abwrackprämie von 1000 Euro sowie im Januar 2008 eine Bonus-Malus-Regelung ein, die zum Kauf umweltfreundlicher Kleinwagen reizen soll. Beides konnte die Absatzkrise der heimischen Fahrzeugindustrie nicht verhindern.
Neutraler Wettbewerb gefordert
Die staatlichen Hilfsaktionen für die Autoindustrie hatten in den USA begonnen mit Notkrediten für General Motors und Chrysler. Beide erhielten Zusagen über vorerst umgerechnet 13,5 Milliarden Euro. Sie müssen bis 17. Februar einen Plan für ihre Überlebensfähigkeit vorlegen und diese dann bis Ende März beweisen. Beide Konzerne planen die Schließung weiterer Werke, spekulieren amerikanische Medien. GM betreibt noch 22 Fabriken, Chrysler zwölf.
Zuletzt hatte Italien am Freitag ein Hilfspaket für die Autoindustrie des Landes beschlossen, das unter anderem eine Abwrackprämie von 1500 Euro enthält. Daneben will die Regierung auch die Anschaffung von neuen Möbeln und Hausgeräten fördern. Spanien begegnet dem Absatzrückgang bei großen Personenautos und Minivans von 83 Prozent im Dezember mit einem Konjunkturpaket. Die Steuer bei der Anmeldung neuer Autos wird gestrichen, die Kreditkonditionen für Händler sollen verbessert werden.
Die deutsche Autoindustrie hat sich bisher stets gegen direkte Subventionen ausgesprochen. Man brauche einen neutralen Wettbewerb und wolle keinen Subventionswettlauf der Staaten. Der Branchenverband VDA will die französischen Maßnahmen eingehend prüfen, sagte ein Sprecher am Montag. Manager deutscher Autokonzerne fordern vor allem mehr staatliche Unterstützung bei Forschung und Entwicklung. Die Abwrackprämie von 2500 Euro für die Verschrottung eines mehr als neun Jahre alten Autos und den Kauf eines Neuwagens hat einen Ansturm auf die Autohäuser ausgelöst. Hersteller und Händler haben mit Sonderangeboten nicht nur für Kleinwagen reagiert.
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(SZ vom 10.02.2009/tob)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Ok, dann werden wir die selben Kriterien anheben, mal sehen " survival for the fittest" wer am längsten im Markt beliebt in Europa!
Audi, Mercedes, VW, Skoda deutsche Autoblok, oder PSA?
"Paris hilft darüber hinaus auch den Zulieferern. Neben den bereits bewilligten 300 Millionen Euro sollen Renault und Peugeot Citroën jeweils weitere 100 Millionen Euro in den Aufbau größerer Zuliefererunternehmen nach deutschem Vorbild stecken."
Fragen Sie bei Frau Schaeffler nach, die hätte vollständige Unternehmen mit etablierter Produktpalette im Sonderangebot. Davon ab frage ich mich ernsthaft was die Nummer soll. Solidarisches Zusammenleben in Europa heisst nicht, dass sich jeder mehr aus dem Topf nehmen darf als er zu geben bereit ist.
Aber wie war das noch in Deutschland in den vergangenen 2 Monaten?
Haben da nicht schon im Dezember die Volkswagen Financial Services (VWFS) und die VW Bank bei der Bundesregierung Hilfen beantragt?
Ist nicht auch BMW seit Mitte Januar dabei, für seine "Finanzsparte" - die BMW Bank - die entsprechenden Unterlagen zur erfolgreichen Beantragung von Staatsstütze zusammenzustellen?
Und wie war das mit Daimler? Daimler ließ noch am 8./9. Dezember 2008 verbreiten, keine Staatshilfe in Anspruch nehmen zu wollen. 5 Wochen später - am 12. Januar - sah die Staatshilfenwelt auch bei Daimler irgendwie anders aus. Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche sagte in Detroit, wenn andere Autobanken von der Bundesregierung gestützt würden, dann müsse auch Daimler Hilfe in Anspruch nehmen, um keinen Wettbewerbsnachteil zu haben.
O-Ton Zetsche: "Ich würde deshalb gar nicht von Staatshilfe sprechen wollen. Es geht nur um das Sicherstellen von funktionierenden Märkten."
Klar doch. Es handelt sich bei oben genannten Staatsstützeersuchenden um Banken und die haben doch aber auch gar nix mit unseren Top-Autobauern zu tun - die haben nix davon - das hat aber auch sowas von überhaupt gar nix mit staatlichen Subventionen für unsere tollen automobilen Produzenten gemein - "Es geht nur um das Sicherstellen von funktionierenden Märkten.", wie Herr Zetsche in Detroit klar gestellt hatte.
Und wer wird schon Märkten das Funktionieren verweigern und die Verantwortung für die resultierenden Folgen übernehmen wollen.
Außerdem: Bei Banken, da kann doch heutzutage schon lange und in Deutschland erst recht niemand mehr "NEIN" sagen.
Oder?
Mich wundert nur, das die gesamte ausländische Automobilwirtschaft schon von den Nationalstaaten gestützt werden muss. Dabei haben doch gerade die Franzosen all die schönen, umweltfreundlichen Kleinwagen im Programm. Toyota, das Hybridgewissen, stürzt direkt in einen riesigen Milliardenverlust. Hat man sich außerhalb der Marketingabteilung wohl doch zuviel mit riesigen Pickups beschäftigt.
Und die deutschen Dinosaurier? Warum kommen die denn trotz ebenso massiver Absatzeinbrüche bisher recht gut durch?
Oder kommt da das dicke Ende auch noch?
Nur mal so ein Gedanke...
Recht haben Sie die Franzosen, denn denen ist das Hemd näher, als der Rock, sie behalten Ihre Kohle im Land. Was soll das mit dem Solidaritätsgefasel, denn halb Europa
wartet daruaf, dass die doofen Deutschen das Bezahlen übernehmen.
Doch unsere Regierung sollte hier vorsichtig sein, der Wähler ist nicht doof, denn falls
er bemerkt, dass er hinters Licht geführt wird, könnte er sein Wahlverhalten verändern
das wäre nicht unbedingt zum Vorteil der derzeit Regierenden. Es ist an der Zeit das
man hierzulande an die Lösung der eigenen Probleme geht und das mit Hochdruck, dringend erforderlich wäre das man gegen die Bankster gesetzlich vorgeht, denn es kann nicht sein dass ein Mensch, der aus Not 3x schwarzfährt mit Bus oder Bahnen mit Gefängniss bestraft wird und diese Kerle die einen Saupergau auslösten frei herumlaufen und weder arbeits noch strafrechtliche Konzequenzen zu befürchten haben.
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