Jetzt würde er seine Strategie ändern. Die operative Führung des Postgeschäftes würde nämlich künftig bei TNT liegen und Springer zum Juniorpartner im Postgeschäft mutieren.

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Als Strategiewechsel oder gar Notbremse bei Pin will Döpfner das offenbar nicht interpretiert wissen. "Das ist doch ein strategisch cleverer Schachzug. TNT ist ein logischer Käufer für Pin", meinen mit der Sache vertraute Personen.

Andere Probleme warten schon

Besser ein starker Partner aus der Branche als ein Untergang auf Raten, soll das wohl heißen - ein gesichtswahrender Abgang. Zurückgewiesen werden alle Gerüchte, der Strategieschwenk komme auf Druck des Aufsichtsrats zustande.

Döpfner persönlich steuere vielmehr gegen, heißt es. Für Pin zuständig ist im Springer-Vorstand Rudolf Knepper, der den Ausbau des Postgeschäftes stark vorantrieb.

Dieser Kurs ist Döpfner offenbar zu riskant geworden. Ob aus dem Zusammengehen von Pin und TNT etwas wird, ist aber noch nicht ausgemacht. Springer will nur abschließen, wenn es sich lohnt.

Sollte der Verkauf gelingen, könnte sich Döpfner wieder anderen Problemen bei Springer zuwenden: Die Auflagen der großen Gewinnbringer Bild und Bild am Sonntag sinken dramatisch, die teuren Internetzukäufe müssen integriert werden.

Die Expansion ins Ausland kommt nur stockend voran, gerade erst wurde das Projekt einer Boulevardzeitung für Frankreich wieder abgeblasen. Dazu kommt: Noch profitiert die Medienbranche nicht wie erhofft stark vom Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Es gibt also viel zu tun für Döpfner.

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(SZ vom 6.11.2007/bpr/mah)