Strategiewechsel bei Springer: Das operative Geschäft beim Postdienstleister Pin Group soll dem niederländischen TNT-Konzern überlassen werden. Welche Rolle spielt der Ärger mit der Deutschen Post?
So hatte sich Mathias Döpfner das bestimmt nicht vorgestellt. Ende Juni gab er überraschend bekannt, dass die Axel Springer AG die Mehrheit am Postdienstleister Pin Group übernimmt. Mehr als eine halbe Milliarde Euro ließ sich der Verlagskonzern dies kosten - eine Menge Geld, für das es bisher deutlich mehr Ärger als Freude gab.
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Die Deutsche Post lässt seitdem keine Gelegenheit aus, gegen Springer Stimmung zu machen. Gerade erst warf Post-Chef Klaus Zumwinkel Springer "Kampagnenjournalismus" vor.
Vor kurzem gab es eine Anzeigenkampagne gegen den Konkurrenten, die auch in Springer-Blättern erschien. Zudem droht die Post immer lauter mit dem Start einer Gratiszeitung. "Wenn sich Gratiszeitungen für uns rechnen, werden wir das machen", so Zumwinkel.
Ein solches Blatt würde vor allem Springers Bild-Zeitung treffen. Aber auch die anderen Verlage bringen sich bereits in Stellung. Die Stimmung wird immer nervöser. WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach schimpfte bereits auf den "King Kong Deutsche Post".
Dazu kommt der öffentliche Kampf um den Mindestlohn. Die Post hat Stundenlöhne von acht bis 9,80 Euro ausgehandelt, die privaten Postzusteller wollen deutlich darunter bleiben. Der Durchschnittslohn bei Pin liegt bei 8,26 Euro. Klar ist, dass zu hohe Löhne das Pin-Geschäftsmodell in Schwierigkeiten brächten.
Details zur Strategie
Viel Ärger also für Döpfner. An diesem Mittwoch will der Springer-Chef die Quartalszahlen für Springer präsentieren - und wird sich dabei auch zur weiteren Strategie bei Pin äußern müssen. Springer verhandelt Branchenkreisen zufolge schon mit dem niederländischen TNT-Konzern.
Das Deutschlandgeschäft von TNT und die Pin Group könnten fusionieren und so ein starker Gegner für die Post werden, wenn von 2008 an der deutsche Briefmarkt vollständig liberalisiert ist. Der Plan sieht offenbar vor, dass Springer Pin in ein gemeinsames Unternehmen einbringt und dann an der neuen TNT-Pin mit etwa 25 Prozent beteiligt sein wird.
1,5 Milliarden Euro investiert Springer in diesem Jahr, ein gutes Drittel davon ging in die Übernahme von Pin. 2007 soll der Postdienstleister 350 Millionen Euro umsetzen, in drei Jahren sollen es bereits eine Milliarde Euro sein. "Wir wollen Pin zu einer starken Säule des Konzerns entwickeln", so Döpfner noch im August.
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Das Arbeitnehmerentsendegesetz wurde geschaffen, um inländische Anbieter vor ausländischen Wettbewerbern mit Dumpinglöhnen zu schützen. Hier soll nun der Noch-Monopolist Deutsche Post AG vor den in den letzten 9 Jahren entstandenen inländischen Wettbewerb geschützt werden, obwohl nachweislich die Löhne des überwiegenden Teils der alternativen Anbieter den vom DGB geforderten Mindestlohn von EUR/Stunde 7,50 erfüllen (siehe Erhebung der Bundesnetzagentur für Telekommunikation und Post, Bonn). Was soll das? Die Deutsche Post lebt seit 1998 mit der Konkurrenz auf dem inländischen Markt und hat im Jahr 2006 immer noch einen stattlichen Marktanteil von knapp 91 %, trotz der Lohndifferenzen! Was gibt es da eigentlich zu schützen???
Was sich momentan die alternativen Postdienstleister erlauben, kann in einem demokratischen Rechtsstaat und einer sozialen Marktwirtschaft überhaupt nicht angehen. ....
Doch, kann! Wenn Friede Springer die Busenfreundin der Bundesmerkel ist, dann ist die Bundesmerkel gegen Mindestlohn.
Bezeichnend war ja auch, dass die allerwenigsten der von Reportern befragten sogenannten "Demonstranten" seinerzeit bei dieser (von den Arbeitgebern bezahlten Scheindemonstration) Auskunft über ihren aktuellen Stundenlohn geben wollten. Maulkorb & pure Angst, das kam glasklar sogar über den Bildschirm rüber.
Und Gerster ist auch immer noch (!!!) SPD- Mitglied
Der Durchschnittslohn bei der PIN liegt nicht bei 8,26, sondern deutlich darunter. Das ist sogar nur das höchste der Gefühle, die 8,26, nachdem der PIN viel Behördenpost fast entzogen worden war, weil genau diese gleichzeitig bemerkten, dass sie die PIN mittels Hartz4 subventionierten. So gibt es nun da aufgestockte Stundenlöhne, wo dies für die PIN nötig wurde. Die restlichen Bereiche der PIN werden weiterhin von Dumpinglöhnen regiert.
Von mir aus kann die PIN mit TNT fusionieren. So entsteht nicht nur ein Briefdienstleister, sondern auch ein Packetdienstleister, alles dann in einem. Vielleicht schaffen sie es ja dann endlich mal marktwirtschaftlich zu existieren und nicht aufgrund von staatlichen Subventionen mittels Hartz4 und Dumpinglöhnen.
Was sich momentan die alternativen Postdienstleister erlauben, kann in einem demokratischen Rechtsstaat und einer sozialen Marktwirtschaft überhaupt nicht angehen. Und solange sie weiter ihre arrogante Kampagne fortsetzen, werde ich auch weiterhin sämtliche Post über die DPAG abwickeln. Ganz egal, ob ich dort mehr bezahle.