Die Börsenaufsicht ermittelt gegen Porsche wegen Marktmanipulation - und VW-Patriarch Piëch greift Widersacher Wiedeking an.
Die Auseinandersetzung zwischen Volkswagen und Porsche gewinnt an Härte. Nicht nur streiten der Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch um die Vormacht in dem künftigen Konzern.
Der Sportwagenhersteller mit seinem Chef Wiedeking verschleiert gegenüber VW seine wirtschaftliche Lage sagt VW-Chefaufseher Piëch. (© Foto: AP)
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Jetzt hat auch noch die Finanzaufsicht Bafin gegen Porsche eine förmliche Untersuchung wegen möglicher Marktmanipulation eingeleitet. Das sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag in Bonn.
Porsche war wegen der geplanten Übernahme von Volkswagen in Schwierigkeiten geraten. Inzwischen sind die Schulden des Sportwagenherstellers mit neun Milliarden Euro so drückend, dass er die Verbindlichkeiten nur noch mit Mühe bedienen kann.
"Auch ich bin an die Zahlen nicht herangekommen"
Porsche war auch in die Kritik geraten, weil es die Übernahme von VW mit speziellen Wertpapieren finanzierte, sich in der Finanzkrise nicht mehr funktionieren. Diese Papiere haben Porsche und andere Investoren in zum Teil große Schwierigkeiten gebracht. Porsche weist die Vorwürfe zurück.
Inzwischen erhebt Piëch, der Aufsichtsratschef von Volkswagen, schwere Vorwürfe gegen das Management der Porsche SE, deren Versuch, VW zu übernehmen gescheitert ist. Der Sportwagenhersteller verschleiere gegenüber VW seine wirtschaftliche Lage, klagt Piëch, der auch Mitgesellschafter von Porsche ist.
Auf einer Veranstaltung zur Vorstellung des neuen Kleinwagens Polo auf Sardinien erklärte der Piëch, Porsche habe mit dem Versuch, VW zu übernehmen so hohe finanzielle Risiken übernommen, dass der Ausweg aus der Krise noch unklar sei. Der 72-jährige hatte mit den anderen Porsche-Gesellschaftern vergangene Woche beschlossen, den Sportwagenbauer als zehnte Marke in den VW-Konzern einzubringen und Wiedekings Plan zu stoppen.
Wie die Zusammenführung der beiden Unternehmen genau ablaufen werde, sei noch nicht klar, sagte Piëch. Erst müssten die in der Bilanz der Porsche SE liegenden finanziellen Risiken völlig geklärt werden, forderte Piëch. Über deren wahres Ausmaß gäben Wiedeking und der Porsche-Finanzchef Holger Härter keine Auskunft, klagte Piëch.
"Auch ich bin an die Zahlen nicht herangekommen", so der Porsche-Gesellschafter, der auch Mitglied im Aufsichtsrat ist. Die Porsche SE, die Schulden von neun Milliarden Euro habe, müsse dieses Problem lösen, bevor es zu weiteren Schritten kommen könne.
"Schaden wird größer"
Damit erteilt Piëch dem Plan des Porsche-Managements eine Absage, sich möglicherweise vom Scheichtum Katar aus seiner finanziellen Misere heraushelfen zu lassen. Eine Entscheidung über den genauen Weg des Zusammenschluss sei dennoch in vier Wochen möglich, sagte Piëch. Die Abberufung von Wiedeking stehe "derzeit aber nicht an", sagte Piëch.
Piëch verteidigte, dass er mit seinem Einschreiten gegen Wiedeking den Übernahmeplan torpediert hat: "Der Schaden wird größer, wenn nicht gehandelt wird." In den vergangenen beiden Wochen hatten sich die Porsche-Gesellschafter, die Familien Porsche und Piëch, zweimal in Salzburg getroffen, um das weitere Vorgehen zu beraten.
Bei den Treffen der Familien unterstützte dem Vernehmen nach der Mitgesellschafter und Piëch-Vetter Wolfgang Porsche den Übernahmeplan des Porsche-Managements. Wolfgang Porsche führt den Porsche-Aufsichtsrat. Nach dessen Konzept sollte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den gesamten Konzern führen. Ferdinand Piëch favorisiert dagegen die Eingliederung von Porsche in den VW-Konzern unter der Führung des heutigen Unternehmenschefs Martin Winterkorn.
Piëch, der von 1993 bis 2002 Vorstandschef von Volkswagen war, bestreitet, dass es in seiner Familie unterschiedliche Meinungen über das Vorgehen von Porsche bei Volkswagen gibt. "Wir sind in Grundsatzfragen nicht auseinander". Neben Piëch waren am Montagabend auch der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrates, Bernd Osterloh, sowie der Regierungssprecher von Niedersachsen, Olaf Gläseker, in Sardinien erschienen.
Offenbar sollte damit signalisiert werden, dass sich Belegschaft und das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der VW-Aktien hält, hinter Piëch und gegen Wiedeking stellen. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sagte, das Unternehmen begrüße die Entscheidung der Porsche-Eigentümerfamilien, einen integrierten Automobilkonzern mit zehn Marken zu bilden.
Die kommenden Wochen würden zeigen, wie der neue Konzern genau aussehen sollte. "Wir werden dabei eng mit dem Betriebsrat und dem Land Niedersachsen zusammenarbeiten".
- Piëch gegen Wiedeking Von Herzen halbherzig 12.05.2009
- Öffentlicher Rüffel für Wiedeking Die Methode Piëch 12.05.2009
- Fall MAN Alter Traum, neues Problem 11.05.2009
(SZ vom 13.05.2009/hgn)
Drogeriekette wird abgewickelt
... "Qualifizierte zunehmend auf der Straße sitzen werden" , zusätzlich zu denen , die dort bereits untergekommen sind (;-))) ) !
Hallo Peter27,
nehmen wir an, Sie können 100000 Stück jährlich (sic!) von dem Chassis aus Pflanzenfasern mit der angekündigten "doppelten Steifigkeit vom Stahl" herstellen, nochmal - im Jahr.
Abgesehen davon, dass doppelt so steif nicht unbedingt autom. besser sein muss, im crash sowieso nicht...
1)
Einsitzer/Zweisitzer/... ?
2)
Viell. können Sie auch erklären, wie Sie für eine solche Stückzahl die erw. Pflanzenfaser der Simulation und dem Test folgend optimal verlegen wollen, zumal das in Monocoque-Bauweise mit Gitterrohrrahmen passieren soll?
Hierzu ein Gedankenexperiment:
vergessen wir beispielhaft die Pflanzenbasis und wenden uns dem Thema CFK, sind ja schl. ebenso in einer Materix eingebetteten Faser. Fertigungstechnisch steht man demnach vor dem gleichen oben angesprochenen Problem mit der gezielten Ausrichtung in 3D.
Kennen Sie eine Firma auf dieser Welt, die das komplette Chassis in der Bauweise selbst bei einem Zehntel der Stückzahl fertigen KANN? Dabei habe ich das Thema WIE (in Handarbeit oder maschinell noch gar nicht erwähnt)
Eine Alternative ist freilich der Verzicht auf die gezielte Nützung der materiellen Anisotropie durch möglichst gleichmäßige Verteilung der Faser in allen Richtungen, wobei diese dann auch kurz sein müssen. Sonst:
eine 3D-Webtechnologie für einfache, rotationssymmetrische Bauteile wurde m.W. bei
einigen Reifenherstellern erarbeitet, aber Ihr "Gitterrohrrahmen" ist was ganz anderes...
3)
Und nun wären wir bei der innovativen Batterie.
Wissen Sie was ein Li-Io Batteriepaket für die Hälfte der erw. Leistung kostet?
Und Ihre Batterie sollte "nur ein Viertel davon kosten".
Gut, nehmen wir ein Viertel davon und das kostete m.W. bereits mehr als Ihr ganzes Auto...
von der Herstellung solcher Stückzahlen ganz abgesehen, dafür gilt das gleich wie oben für´s Chassis.
Und da sind wir gar nicht bei der Frage gewesen, ob sich ein Kunde auf der Autobahn hinter einem aufgespannten Tuch WOHL und SICHER FÜHLEN KANN. Genau das war bereits mehrmals DIE Schallmauer für einige Konzepte.
Tja. Wie gesagt bei DEN Stückzahlen und DEM Preis...
Grüsse
zack34
ps.
Wir können wetten auf eine Flasche von einem guten Barollo.
Sagen wir mal so: wenn das, und zwar nicht bis 2010, sondern bis 2012 annähernd SO (sic!) in Serie geht, dann bekommen Sie den Wein von mir direkt nachhause geliefert. Sonst gönne ich Ihnen die kleine PR-Aktion bei der SZ gerne.
"Sehe keinen , der einen Ausweg aus der Systemfalle beschreiben kann ..."
Herr Sarrazin zeigt einen (:-).
Recht hat er insoweit, daß Unqualifizierte zunehmend auf der Straße sitzen werden, da wie Sie ganz richtig schreiben der Technologiefortschritt die körperliche, menschliche Arbeitskraft zunehmend überflüssig machen wird.
Der Preis erklärt sich sehr einfach: Kein Formenbau für Karosserieteile, damit Kostenersparnis, bei einer 100´000 Auflage pro Jahr, rund 300-500 Mio. .
Wir können durch unsere Multiplattform jedes nur erdenkliche Segment bedienen, vom Coupé bis zum Van. Der Elektromotor kann multifunktionell positioniert werden, je nach Modell (Vorderachse, Hinterachse, Unterflur vorne und/oder hinten. Auch die Innenausstattung kann von spartanisch bis luxuriös, ganz nach Kundenwunsch, gewählt werden.
Der Megabrüller wird jedoch das Pflanzenchassis, welches einfach kompostiert werden kann.
Hier noch ein Preisbeispiel für den Endkunden. Falls im die Farbe des Stoffes nicht mehr zusagt, kann er für 480.-- einen Stoff mit Blümchenmuster aufspannen lassen oder was immer er will.
Wir sind gerade mit div. Lohnherstellern in Verhandlung. Das kommt gut, die Branche liegt am Boden und Innovationen sind seit 30 Jahren auf die lange Bank geschoben worden.
Alle Hersteller setzen im Moment auf Li-Ionen-Batterien. Seit Einführung dieses Batterietyps gab es weltweit mehr als 10 Mio. Rückrufe wegen thermischen Probleme. Erst kürzlich wurde dabei ein Tesla-Roadster abgefackelt. Mutige Hersteller.
Unsere Batterie hat keine Wärmeentwicklung...
700km Reichweite erreichen wir, unter anderem, durch den Einbau der Batterien in das Chassis.
Leider gibt es noch keinen Link, da ich etwas aus dem Nähkästchen geplaudert habe...!
Eine eindrucksvolles Exposé, beeindrückende Zahlen, ...
Aber wissen Sie wieviele (weniger revolutionäre aber ebenso großangekündigte) innovative Projekte bereits an der brutalen Realität und den Erwartungen der Kunden gescheitert sind?
Stoffüberzug, bzw.-aussenhaut? Und schussfest sollte sie auch noch sein? Faszinierend, vor allem bei dem Preis...
Da ich diesbezüglich auch nicht gänzlich unerfahren bin, nähme ich Ihnen alles... bis auf die Stückzahlen ("der Startauflage") und den zugehörigen Preis ab. Sorry.
Grüße
zack34
ps.
Ein Link wäre hilfreich gewesen.
pps.
Herr Piech ist bestimmt vor Neid erblasst.
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