Von Tobias Dorfer

Tausende Kinder sind begeistert von Mr. Squiggles - doch US-Verbraucherschützer wollen in dem Plüsch-Hamster nun giftige Stoffe nachgewiesen haben. Auch in Deutschland ist das Tier erhältlich.

Er rast durch das Zimmer, fast wie ein echter Hamster. Der Produktkatalog preist das Plüschtier Mr. Squiggles als kleinen Wirbelwind an, der Tricks macht und mit seinem Ball spielt.

Mr. Squiggles, Foto: AP

In Nase und Fell des Plüsch-Hamsters Mr. Squiggles sollen hohe Dosen von Antimon enthalten sein. (© Foto: AP)

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Mr. Squiggles und seine drei Brüder, die Go-Go-Hamster Chunk, Num Nums und Pipsqueak, sind in den USA und Großbritannien derzeit der letzte Schrei. Bereits ab zehn Pfund (elf Euro) sind die Hamster-Roboter in britischen Shops zu haben. Für Kinder ab drei Jahren, so preist der Internethändler Amazon die plüschigen Tierchen an, sei das Spielzeug geeignet.

In Deutschland erhältlich

Jetzt, kurz vor Weihnachten, legt sich jedoch ein Schatten über die quietschbunte Hamsterwelt - zumindest über den Wirbelwind Mr. Squiggles. Am Samstag veröffentlichte Good Guide, eine US-Verbraucherschutz-Vereinigung, eine Pressemeldung, wonach Fell und Nase von Mr. Squiggles erhöhte Dosen von Antimon aufweisen. Good Guide ruderte später zwar zurück - die Prüfer hätten andere Testmethoden als die staatlichen Einrichtungen angewandt.

Der Schatten über Mr. Squiggles jedoch bleibt. Denn schließlich geht es um eine chemische Substanz, die reizend ist und die - so schreibt es der britische Guardian - mit Krebs sowie Herz- und Lungenproblemen in Verbindung gebracht wird.

Auch in Deutschland sind die Go-Go-Hamster erhältlich. Der Internethändler Amazon vertreibt zumindest Mr. Squiggles Bruder Chunk, über das Online-Auktionshaus Ebay ist der umstrittene Hamster ebenfalls zu haben. Hingegen haben die Spielwaren-Verbundgruppen Vedes und Idee+Spiel, unter deren Dächer jeweils etwa 1000 Spielwarenhändler in Europa zusammengeschlossen sind, das Plüsch-Tier nicht in ihrem Sortiment. Auch die Supermarktkette Real und die Cash-und-Carry-Märkte von Metro sind komplett Go-Go-Hamster-freie Zone - ebenso wie die deutschen, schweizerischen und österreichischen Filialen der Spielwarenkette Toys'R'Us.

Wütende Vertriebsfirma

Gift im Kinderzimmer - diese Gefahr hat bereits zu Beginn der Woche das Bundesinstitut für Risikobewertung thematisiert. "Es besteht dringender Handlungsbedarf", zitierten die Zeitungen der WAZ-Gruppe aus einem Bericht der Experten an die Bundesregierung. Demnach überstiegen die in vielen Spielzeugen gemessenen gefährlichen Substanzen den Grenzwert teilweise um das Hundertfache.

Im Fall der Go-Go-Hamster bleiben die betroffenen Händler jedoch gelassen. "Uns sind derzeit keine Handelsbeschränkungen bekannt", sagte eine Ebay-Sprecherin zu sueddeutsche.de. Man verfolge jedoch die Diskussion. Eine Sprecherin von Amazon sagte, das Unternehmen werde "umgehend agieren, sollten wir Informationen über einen Rückruf des Produktes" erhalten. Schließlich seien die Lieferanten und Drittanbieter von Amazon "verpflichtet, nur solche Produkte anzubieten, die den geltenden gesetzlichen Vorgaben entsprechen".

Genau darauf pocht die britische Character Group, die in Großbritannien die Plüsch-Hamster vertreibt. Die Go-Go-Hamster würden vollständig den Sicherheits- und Qualitätsstandards der europäischen Behörden entsprechen, schreibt das Unternehmen - und geißelt die Testmethoden der US-Verbraucherschützer von Good Guide. Sie seien "fehlerhaft" und ihre Ergebnisse damit "bedeutungslos". Mr. Squiggles sei "absolut sicher" und habe die strengen Testverfahren bestanden.

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(sueddeutsche.de/hgn)