Konzernchef Norbert Reithofer verordnet BMW eine neue Strategie. Und damit nicht nur etliche neue Modelle, sondern auch radikale Rendite-Vorgaben.

Sparprogramme liegen bei den deutschen Autobauern derzeit voll im Trend. Bei VW hieß es "ForMotion", bei Daimler "Core". Nun also BMW.

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Mit der Senkung der Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Verwaltungskosten und höheren Umsatz- und Ergebnisbeiträgen je Fahrzeug will BMW bis 2012 rund sechs Milliarden Euro einsparen. Bis dahin werde auch die Investitionsquote abgesenkt, teilte der Konzern am Donnerstag mit. "Wir richten die BMW Group konsequent auf Profitabilität und langfristige Wertsteigerung aus", sagte Vorstandschef Reithofer.

Im Zuge der neuen Gangart krempelt der BMW-Lenker den Konzernvorstand um. Finanzchef Stefan Krause tauscht seinen Posten mit dem bisherigen Vertriebsvorstand Michael Ganal. Zudem werden zwei zusätzliche Ressorts für Konzern- und Markenentwicklung und für Einkauf und Lieferanten-Netzwerk eingerichtet.

Um sich besser gegen Währungsrisiken abzusichern, will BMW das sogenannte Natural Hedging sowie den Einkauf im US-Dollarraum ausbauen. 2006 hatten die Auswirkungen des starken Euro mit 666 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Dividende wird erhöht

Von der neuen Strategie sollen auch die Aktionäre profitieren: Der Konzern will die Anteilseigner stärker am Unternehmenserfolg beteiligen. Für 2007 wurde eine höhere Dividende in Aussicht gestellt, nachdem im vergangenen Jahr 70 Cent je Aktie ausgeschüttet wurden. Außerdem hält sich der Konzern eine Option für einen Aktienrückkauf offen.

Zur neuen Strategie gehört auch die massive Steigerung der Rendite. Die Kapitalrendite (ROCE) in der Automobilsparte solle ab 2012 auf 26 steigen, hieß es. Zuletzt lag die Renditequote bei 21,7 Prozent. Für die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) ergebe sich damit eine Bandbreite von acht bis zehn Prozent.

Reithofer, seit 13 Monaten im Amt, definiert auch die Absatzziele neu: Die Zahl der verkauften Fahrzeuge soll mit Hilfe neuer Modelle bis 2012 auf mehr als 1,8 Millionen steigen. Bis 2020 sollen jährlich mehr als zwei Millionen Autos verkauft werden.

Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 1,37 Millionen Autos um. Gerüchten, dass neben den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce eine neue Marke entstehen könnte, erteilte Reithofer eine Absage.

Den Motorradabsatz will BMW bis 2012 um 50 Prozent auf 150.000 Stück steigern. Das Wachstum soll ohne zusätzliches Personal erreicht werden, wie Reithofer sagte. Pro Jahr soll die Produktivität weiter um mindestens fünf Prozent zulegen.

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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa-AFX)