Von Caspar Dohmen

Durch Outsourcing verspricht sich die Post Einsparungen - und legt ihre Datenverarbeitung in amerikanische Hände.

Die Deutsche Post lässt künftig die Datenverarbeitung vom amerikanischen IT-Dienstleister Hewlett-Packard (HP) erledigen. Betroffen sind rund 2500 Mitarbeiter, die vor allem in den drei großen Rechenzentren der Post im tschechischen Prag, in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona und im malaysischen Cyberjaya arbeiten. Dort überwachen sie an Monitoren rund um die Uhr den weltweiten Post- und Frachtverkehr des Unternehmens. "Von der Auslagerung sind in Deutschland 200 Beschäftigte betroffen", sagte Post-Finanzvorstand John Allen der Süddeutschen Zeitung. Sie hätten aber Jobgarantien von mindestens zwölf Monaten.

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Die Datenverarbeitung der Post kommt nun in die Hände der amerikanischen Hewlett-Packard. (© Foto: DDP)

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HP habe das beste Angebot gemacht, sagte Allen und begründetet dies mit dem richtigen Mix aus Kosten sowie der Möglichkeit von HP, weltweit die IT-Dienstleistungen in hoher Qualität anzubieten. HP und die Deutsche Post arbeiten bereits seit 15 Jahren zusammen. Beide Unternehmen haben laut Konzernangaben eine Absichtserklärung unterzeichnet - bis zur Jahresmitte wollen sie sich vertraglich aneinander binden. Die Post will aber alle von DHL-Kunden genutzten Anwendungen weiter selbst entwickeln und steuern. Dies umfasse auch die Einrichtung und Überwachung der IT-Sicherheitsstandards, heißt es.

Aktie im Auf und Ab

Durch die Auslagerung will die Post ihre Kosten innerhalb von sieben Jahren um eine Milliarde Euro senken. Insgesamt verdient der gelbe Riese Milliarden, allerdings sind die Gewinne im vergangenen Jahr gesunken. So konnte die Post die Prognose für das Vorsteuerergebnis von 3,7 Milliarden Euro nur erreichen, weil sie Einmaleffekte aus dem US-Geschäft herausnahm. Denn im inneramerikanischen Expressgeschäft verliert die Deutsche Post schon seit Jahren Geld. 2006 gab es hier einen Verlust von 600 Millionen Euro, im vergangenen Jahr dürfte es etwas weniger gewesen sein.

Die Deutschen liefern sich einen heftigen Preiskampf mit den größeren US-Konkurrenten, vor allem UPS und Fedex. Außerdem leidet die Post unter der rückläufigen US-Konjunktur, wodurch die Nachfrage sinkt. Nun sieht sich die Post genötigt, rund 600 Millionen Euro auf das US-Geschäft abzuschreiben. Branchenexperten erwarten, dass sich die Post auf dem inneramerikanischen Markt nach einem Partner umschauen wird. Finanzvorstand Allen wollte sich nicht zu diesen Spekulationen äußern. Nur so viel verrät er: Der US-Markt als größte Volkswirtschaft sei ein strategisch wichtiger Bestandteil des weltweiten Netzwerkes von DHL. Allen zeigte sich zuversichtlich, der Vorstand arbeite an Optionen für das US-Geschäft, um die Verluste abzubauen - "aber es wird nicht einfach", räumte er ein. Im November war Postchef Klaus Zumwinkel von dem Ziel abgerückt, mit dem US-Express-Geschäft im Jahr 2009 Geld verdienen zu wollen. Trotz der Probleme versichert die Post, die Dividende um ein Fünftel auf 90 Cent je Aktie anzuheben.

Nach den schlechten Nachrichten von den Millionenabschreibungen auf das US-Geschäft verlor die Aktie der Post im vorbörslichen Handel am Donnerstag, dann profitierte sie von der allgemeinen Erholung an den Börsen - im Handelsverlauf lag sie zwischenzeitlich deutlich im Plus. Die Analysten von Sal. Oppenheim reagierten erleichtert, dass die Post ihre selbstgesteckten Ziele im abgelaufenen Jahr wohl erreicht habe. Positiv bewerten sie auch die Einsparungen durch die IT-Auslagerung. Dagegen empfehlen die Analysten der NordLB die Aktie nicht mehr zum Kauf und kritisieren, dass der Konzern zuletzt keine Angaben mehr zum chronisch defizitären Geschäft von Express Americas gemacht habe. Die Prognosen für diesen Unternehmensbereich seien in den vergangenen Jahren "stets" verfehlt worden.

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(SZ vom 25.01.2008/ang)