Seit Ende 2008 geht es bergab, zuletzt ist die griechische Wirtschaft um sieben Prozent geschrumpft. Die umfassenden Sparbemühungen würgen jedes Wachstum ab. Und noch immer weiß Athen nicht, wo weitere Einsparungen im Volumen von einigen hundert Millionen Euro vorgenommen werden sollen. Viele Griechen befürchten, unter der Last der Sparzwänge zusammenzubrechen.
Die griechische Wirtschaft ist 2011 erneut massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im vierten Quartal einer ersten Schätzung zufolge um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, wie die griechische Statistikbehörde mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war die Konjunktur gar um 8,6 Prozent eingebrochen.
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Damit schrumpft Griechenlands Wirtschaft nun fast durchgäng seit Ende 2008. Lediglich im ersten Quartal 2010 ging es einmal leicht bergauf. Ursache der rasanten Talfahrt ist nach übereinstimmender Einschätzung von Finanzexperten die Sparpolitik, die die griechische Wirtschaft abwürgt.
Die neuen Daten kommen nur wenige Tage, nachdem bekanntgeworden ist, dass die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen ist. Die Quote liegt mittlerweile bei 20,9 Prozent.
Geldgeber drängen auf konkrete Schritte
Allein in diesem Jahr muss Athen mehr als drei Milliarden Euro sparen. Und unter immensem Zeitdruck ringt Griechenland um weitere Zugeständnisse an die internationalen Geldgeber.
Aktuell geht es um ausstehende Sparschritte im Volumen von mehr als 300 Millionen Euro. Ein entsprechender Vorschlag dazu liege auf dem Tisch, sagte ein Regierungsvertreter, ohne Details zu nennen.
Dieser werde am Mittwoch wie verlangt den Finanzministern der Euro-Zone präsentiert. "Die Regierung wird noch vor dem Eurogruppen-Treffen eine Lösung gefunden haben", sagte ein weiterer Regierungsvertreter.
Das Land steht kurz vor der Pleite und braucht ein neues Hilfspaket von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über 130 Milliarden Euro.
Die beiden Geldgeber üben massiven Druck auf Athen aus, sich auf konkrete Einschnitte und Reformvorhaben zu verpflichten - ansonsten werde kein neues Geld fließen.
Die Koalitionsregierung hat nach zähen Verhandlungen und begleitet von gewaltsamen Protesten ein Sparpaket über 3,3 Milliarden Euro beschlossen. Doch die Geldgeber monieren, dass davon 325 Millionen Euro noch nicht durch konkrete Haushaltschritte untermauert seien.
Gesellschaft entzweit
Außerdem sollen die Parteispitzen der Regierungskoalition die Umsetzung des Gesamtpakets per Unterschrift garantieren. Damit wollen EU und IWF verhindern, dass die Vereinbarungen nach den für April anvisierten Wahlen aufgeweicht werden.
In den Meinungsumfragen führt Antonis Samaras, der Vorsitzende der konservativen Partei Nea Dimokratia. Samaras hatte zwar am Sonntag für das Programm gestimmt, allerdings früher signalisiert, dass er die Konditionen des Rettungspakets neu verhandeln will.
Die harten Sparauflagen entzweien die griechische Gesellschaft. Während Regierung und Parlament verhandelten, kam es in den Straßen der Hauptstadt zu den schlimmsten Ausschreitungen seit Jahren. Dutzende Gebäude standen in Flammen, wurden verwüstet und geplündert.
Viele Griechen befürchten, unter der Last der Sparzwänge zusammenzubrechen. Geplant sind Gehalts- und Rentenkürzungen sowie ein Stellenkahlschlag im öffentlichen Dienst.
Ein weiterer offener Punkt sind die Verhandlungen der Regierung mit den privaten Gläubigern, vor allem Banken und Versicherungen. Diese sollen Belastungen von 70 Prozent auf ihre griechischen Bonds verkraften. Die Konditionen dieses Forderungsverzichts sollen Regierungskreisen zufolge ebenfalls am Mittwoch bekanntgegeben werden.
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(Südddeutsche.de/dapd/hgn/rus)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
@Onkel_Fester
Das ewige Rumstochern ohne eine Katharsis in Form eines Endes mit Schrecken, daß die Griechen das Sparen einstellen und die EU die Hilfe, das ist exakt das Prinzip der griechischen Tragödie. Es gibt keinen Weg nicht schuldig zu werden, ohne seine Werte aufzugeben.
Daß sich in den Drohgebärden und Horrorszenarien aber schon wieder Kalkül verbirgt, das macht aus der Tragödie schon sowas wie eine Groteske der Infamie...
"..Das ist ein groteskes Theater mit der Zug einer Tragödie, in der Hauptrolle Kräfte, die aus dem schönen Prinzip der Solidarität am liebsten eine Solidaritätserpressung machten wollen. Als Erpressungsgemeinschaft war die EU aber eigentlich mal weniger gedacht...."
...aber mit der dilettantischen Konstruktion des Euro aus politischem Willen wurde sie dazu. Die Reaktion des EUROpa ist derzeit rein panikgesteuert - je weiter das griechische Problem in die Kernzone metastasiert, um so mehr Geld wird ausgegeben, um sich ein paar Wochen Aufschub des Unaussprechlichen zu erkaufen. Und was ist leichter, als den Panikgeplagten in seiner ärgsten Befürchtung dazu zu treiben, alles zu tun, um dem Befürchteten auszuweichen? Wäre ich Psychiater, müsste ich EUROpa alle Symptome einer klassischen Angststörung bescheinigen...
Das ist keine unerwartete Neuigkeit. Dies ist die logische Folge aus der verfehlten Politik Merkels und Schäubles.
Die Sparmaßnahmen treffen das Land hart. Sie sind aber nicht Folge eines EU_Mißmanagemnts, der pööösen Exportpolitik Deutschlands oder eines abstrakten 'Spardiktats, sondern der jahrelangen Mißwirtschaft der griechischen politischen Klasse. Das Land zu ruinieren, das hat die 'Elite' in Athen schon selbst besorgt, für das der Euro ein Danaergeschenk war.
Böse Propaganda der aggressivsten Kräfte des Finanzkapitals? Nein die Lagebeurteilung des griechischen Wirtschaftsminsters Michalis Chrysochoidis:
'Über zwei Jahrzehnte hinweg haben wir unsere Produktionsbasis, unsere Industrie und damit unsere Exportmöglichkeiten zerstört. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, nach dem Beitritt zur Eurozone, kam hinzu, dass wir uns zu geringen Zinsen Geld leihen konnten und das auch im Übermaß getan haben. So wurden wir ein Land des Imports. Die Grundrichtung war falsch, weil die politische Führung des Landes nicht verstand, wohin sie führen muss.(...)
Während wir mit der einen Hand das Geld der EU nahmen, haben wir es nicht mit der anderen Hand in neue und wettbewerbsfähige Technologien investiert. Alles ging in den Konsum. Das Ergebnis war, dass jene, die etwas produzierten, ihre Betriebe schlossen und Importfirmen gründeten, weil sich damit mehr verdienen ließ. Das ist das eigentliche Desaster dieses Landes.' Interview in der FAZ vom 8.02.
Deutschland unterstützt Athen- und wird fleißig dämonisiert, ausgerechnet von Leuten, die sich den Weg in die Währungsunion erschwindelt und sie nun immer näher an den Rand des Abgrunds gefahren haben. Das ist ein groteskes Theater mit der Zug einer Tragödie, in der Hauptrolle Kräfte, die aus dem schönen Prinzip der Solidarität am liebsten eine Solidaritätserpressung machten wollen. Als Erpressungsgemeinschaft war die EU aber eigentlich mal weniger gedacht.
Vor vier Jahren gab es hier in Frankreich eine Diskussion um das Verbot von Rohmilch-Käse.
Eine in der Normandie ansässiger Grossproduzent von Käse hatte von der Declaration mit dem Hinweis auf gesundheitliche Gefahren Abstand genommen.
Wie sich nach Recherchen herausstellte, war der Grund dafür, dass dieser Grossproduzent für seinen Käse Milchpulver aus der Volksrepublik China importiert.
Gelesen in dem Magazin Marianne. "Die Lügen um Rohmilch-Käse!"
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