Schlechter PR-Gag oder schlechte Beratung: Der Solarworld-Plan zur Übernahme von Opel ist völlig unrealistisch.
Opel ist in Not, und jeden Tag steht etwas Neues über das Schicksal des Autoherstellers mit seinen 25.000 Beschäftigten in der Zeitung. Gibt es ein Rettungspaket? Geht die Muttergesellschaft General Motors (GM) pleite, schaffen die Rüsselsheimer das Überleben allein?
Solarwelt will Opel? Schade, dass das Angebot nicht ernst gemeint sein kann (© Foto: dpa)
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In diesem Umfeld findet die Nachricht, dass der Solarzellenhersteller Solarworld aus Bonn die vier Fabriken von Opel und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim übernehmen will, natürlich Beachtung.
Rechnung ohne GM
Schade, dass das Angebot nicht ernst gemeint sein kann. Was der Solarworld-Chef Franz Asbeck sich da ausgedacht hat, ist entweder ein schlechter PR-Gag, der seinem Unternehmen einen höheren Bekanntheitsgrad bringen soll, oder er ist schlecht beraten.
Solarworld und Opel passen nicht zusammen. Der Solarzellenhersteller hat 2500 Beschäftigte. Opel hat zehnmal so viele. Beide sind in völlig unterschiedlichen Bereichen zu Hause.
Dass es in ferner Zukunft Autos geben wird, die mit Solarstrom fahren werden, kann kein Grund sein, einen Autohersteller zu kaufen, der viel von Verbrennungsmotoren versteht. Zudem will Solarworld bei Opel auch noch für null Euro einsteigen.
Wer ein solches Angebot macht, wird nicht zum Zuge kommen. Er hat die Rechnung ohne die Opel-Mutter GM gemacht, die in der Klemme steckt und ihre europäische Tochter mit Sicherheit nicht verschenken wird. Deshalb blieb die Reaktion aus Amerika nicht lange aus.
Sie ist ein klares "No". Das hätten die Solarworld-Manager sich denken können. Immerhin konnte sich der für seine verrückten Ideen bekannte Asbeck einen Tag lang als möglicher Retter von Opel feiern lassen. Die Opel-Beschäftigten haben seriösere Angebote verdient.
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(SZ vom 20.11.2008/hgn)
Trotz Kälte genug Strom
Einen gewissen Sinn würde es machen, wenn ein Solarunternehmen Opel übernimmt. Da würde ein von Subventionen gehätscheltes Unternehmen ein anderes schlucken.
nochmals danke fuer die genaue ausfuehrung.
also 8,50 euro fuer 100 km, das scheint doch machbar! aus sonnenenergie, besser geht es doch nicht. mein wagen verbraucht 12 liter. gut, es gibt noch steuern, aber was fuer ein fortschritt waere das schonmal in jeder hinsicht!
also akku statt brennsctoffzelle. was kostet denn so eine zelle fuer einen pkw? es gibt doch schon versuchsmodelle.
und die akku-autos gibt es doch auch schon. der mini faehrt 160km/h. reicht doch.
also woran hapert´s?
Nein, eine Massenfertigung macht Brennstoffzellen NICHT wirklich billiger. Die PEM Brennstoffzelle (die meint man bei "Wasserstoff") hat zwei Probleme. Das erste sind die Kosten fürs Edelmetall, die sind vergleichsweise horrend. Das zweite ist die Frage "woher Wasserstoff?" Photovoltaisch kostet eine kWh Strom etwa 50 Cent. Bei 80% Wirkungsgrad der Elektrolyse (nur der Tod ist umsonst) und 75% der Brennstoffzelle hat man einen Gesamtwirkungsgrad von 60%. Dieselmotoren kommen auf 45% und kosten vergleichsweise nix. Bei 10 kWh Strom für Antrieb und 60% Gesamtwirkungsgrad sowie 50 Cent je kWh Primär wären wir bei etwa 8.33 alleine für den Strom, ohne jede Steuer.
Nach meinen Beobachtungen (ich hab mal auf dem Gebiet gearbeitet) wird ein Akku für ca 60 km Strecke noch bezahlbar sein. Um 60km entnehmen zu können (2 x 30 km deckt fast alle Pendler und Einkaufsfahrten ab) müssten etwa 100 km installiert sein. Akkus mögen weder richtig voll noch richtig leer gemacht werden.
Zu 10 kWh Verbrauch je 100km müsste die Batterie etwa 1000 kWh speichern können. Li-Ion hat etwa 200 Gramm Gewicht je kWh, also etwa 200 Kilo Akku. Dazu ein kleiner 30 kW Motor, der genug Energie liefert um einen Mittelklassewagen mit 120 km/h über die Autobahn gleiten zu lassen - das sind etwa 30kW. Ein 30kW Erdgasmotor (wegen langfristiger Verfügbarkeit und Abgasqualität) wird mit Tank und Generator nebst Wandler etwa 100 Kilo wiegen und als kleiner Turbo durchaus 40-45% Wirkungsgrad schaffen. Übrigens besser entstickt als jedes Kraftwerk. Gewichtsmässig kann man noch im Bereich von einer Tonne bleiben.
danke fuer die daten, ich bin nicht wirklich firm auf dem gebiet.
ich bezog mich aber auch nicht direkt auf den fiktiv guenstigen strompreis, oder die hohe mineraloelsteuer, als eher auf den zu wagenden schritt des abschieds vom verbrennungsmotor. die mineraloelsteuer wird ja wohl auch fuer den bau und erhalt von strassen erhoben, die muesste man dann wieder auf den autostrom-preis schlagen. nach einem korrekten besteuerungsmodell muesste ja auch noch der schaden fuer umwelt und menschen auf das mieraloel aufgeschlagen werden, was ja noch gar nicht passiert. dann wuerde sich ja alles auf einmal magischerweise wieder rechnen, oder? brennstoffzellen sind wohl teuer, aber in einer produktionsreihe von millionen von stueckzahlen waeren auch diese auf einmal wieder bezahlbar. und ist der staat nicht auch daran interessiert, die autoindustrie zu retten? also taeten subventionen das uebrige. meiner meinung nach haelt uns das viele gerechne nur auf und versperrt uns die sicht, wenn man will, findet man immer einen weg. denn unbezahlbar ist die neue neue technolgogie auch nicht.
ich ging eh mehr von der vision des herrn asbeck aus, strom rein aus erneuerbaren quellen zu schoepfen. das braucht noch zeit, aber wir koennten den weg ja schon mal einschlagen.
Strom ist nur deshalb so billig weil die Steuer darauf sehr gering ist.
Ein Auto braucht etwa 7 L Benzin auf 100 km bzw. 10 kWh Strom. 7l Benzin kosten ca 4.60 alleine Netto an Mineralölsteuer, während auf 10 kWh Strom etwa 20 Cent Stromsteuer (netto) drauf sind.
7l Benzin emittieren etwa 160g CO2 je km, während bei 10 kWh Strom auch Dank Atommix lediglich 5 Kilo je 100 km bzw. 50 Gramm je Kilometer freisetzen. Nähme man Kohle, so wären 100 g CO2 aus Strom fällig, die Steuer bleibt die Gleiche. Bei Strom wird nämlich die Nutzenergie einer Steuer unterzogen, während beim PKW die Primärenergie besteuert wird. Daher wird man beim Strom für ineffiziente Umwandlung nicht steuerlich bestraft, beim PKW schon.
Ansonsten rechnen Sie mal aus, was eine Brennstoffzelle kostet. Das wollen Sie nicht bezahlen. Die Spritpreise waren vor ein paar Monaten gerade eben so hoch, dass sich ein Prius gegenüber einem 1.4er Golf gerade so gerechnet hat.
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