Top-Renditen mit Sonnenstrom? Das war einmal. Die Regierung kürzt die Solar-Förderung um 16 Prozent - Handwerker und Bauern befürchten massive Einbußen.
Noch haben Wolfgang Dollingers Monteure mehr als genug zu tun: Selbst an Samstagen müssen die Mitarbeiter des Betriebs in Oberbayern auf die Dächer ihrer Kunden steigen. Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen ist im Moment so groß, dass selbst die Lieferanten kaum mehr nachkommen. "Der ganze Markt spielt verrückt", sagt Dollinger.
Noch ist die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen sehr groß - doch das wird sich bald ändern, denn die Regierung wird die Solar-Förderung kürzen. (© Foto: ddp)
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Bis Ende Juni wollen möglichst viele Hausbesitzer noch schnell ihr Kraftwerk auf dem Dach installieren, denn zum 1. Juli sinkt die Vergütung für den eingespeisten Strom um 16 Prozent. Einer entsprechenden Kürzung hat am Mittwoch der Umweltausschuss des Bundestags zugestimmt, gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linksfraktion.
Der Betreiber einer neuen Photovoltaikanlage erhält dann nur noch 33 Cent je einspeister Kilowattstunde. Solarparks auf Äckern werden überhaupt nicht mehr gefördert. Handwerk und Solarindustrie fürchten nun um Tausende Arbeitsplätze. Denn mit der neuerlichen Kürzung der Einspeisevergütung sinken auch die Gewinne der Betreiber. In Gegenden mit hoher Sonneneinstrahlung, wie beispielsweise in Südbayern, konnten mit Photovoltaikanlagen bisher Rendite auf das eingesetzte Kapital von sechs Prozent und mehr erzielt werden. Entsprechend stark wuchs in den vergangenen Jahren die Zahl der Module auf Dächern und Äckern. Vor allem Landwirte entdeckten in der Stromerzeugung ein ebenso willkommenes wie risikoloses Zusatzeinkommen.
"Industriepolitisch verantwortungslos"
Die Rechnung dafür bezahlen allerdings die Stromkunden: Obwohl in Deutschland kaum mehr als ein Prozent des Stroms mit Solaranlagen erzeugt wird, erhielten deren Betreiber allein 2008 rund zwei Milliarden Euro an Einspeisevergütungen - 400 Millionen mehr als die Erzeuger von Windkraft kassierten. Das ist auch der Grund dafür, warum die Bundesregierung die Förderung nun drastisch zusammenstreicht.
Bei den Nutznießern ist die Empörung nun groß: "Kürzungen in dieser Größenordnung sind industriepolitisch verantwortungslos", sagt Günther Cramer, Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft. Kritik kommt aber auch aus den Landwirtschaftsministerien und vom Bauernverband: Für die krisengeschüttelten Bauern falle nun eine weitere Einkommensquelle aus. Die Erzeugung von Solarstrom, befürchten sie, werde sich erst dann wieder lohnen, wenn die Hersteller die Preise für ihre Module senken.
Darauf hofft auch das Handwerk, das in den vergangenen Jahren am Photovoltaik-Boom gut verdiente. Gerade Heizungsbauer trifft es nun womöglich gleich doppelt: Denn außer bei der Vergütung für Solarstrom will die Bundesregierung auch noch beim Marktanreizprogramm streichen, mit dem bisher Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung, Bioheizungen oder Wärmepumpen gefördert wurden.
Ab Juli sieht es düster aus
Wegen der desolaten Haushaltslage hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Programm für mehr Öko-Energien beim Heizen gestoppt. Damit können vorerst keine Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft mehr vergeben werden. Die Haushaltssperre umfasst 115 Millionen Euro.
Gegen die Entscheidung regt sich in der Unionsfraktion allerdings Widerstand. Vor allem Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte für die Freigabe der Mittel für das Klimaschutz- und Beschäftigungsprogramm gekämpft. Die Grünen im Bundestag warfen der Regierung am Donnerstag vor, sie wolle den Klimaschutz nun endgültig abwracken: Denn jeder eingesetzte Euro zur Förderung habe sieben Euro private Investitionen nach sich gezogen.
Für Geschäftsführer Dollinger und seine gut hundert Mitarbeiter werden die Entscheidungen der Regierung gravierende Folgen haben: Für die Zeit nach dem 1. Juli fehlen ihm die Aufträge. "Das wird auf jeden Fall Arbeitsplätze kosten", sagt er. Der Absatz von Pelletanlagen ist bereits seit Jahresanfang eingebrochen, Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung verkauft er nur noch vereinzelt. Dafür boomt das Geschäft mit Anlagen, die aus Gründen des Kimaschutzes aus dem Verkehr gezogen werden sollten: Koventionelle Ölheizungen, sagt Dollinger, seien bei den Kunden jetzt wieder gefragt.
(SZ vom 07.05.2010/tob)
Berliner Zeitung
Das resultiert daraus wenn man die Solarförderung(die auch nur zeitlich begrenzt installiert wurde,denn so war sie von Anfang an angelegt und nicht wie von den Förderern der Atom Lobby behauptet als dauer Subvention) durch das EEG weiter kürtzt.
So sollen die Staatlichen Subventionen für die Atomindustrie gesichert werden.Forschungsgelder lassen sich nur einmal aus den Etat Frau Schavan`s ausgeben!Wer kürtzt fördert die Atomverstromer Lobby!
09.05.2010 Quelle Telepolis
USA: Grundwasser radioaktiv verseucht
US-amerikanischer Uralt-Meiler hatte verseuchtes Wasser verloren
Im US-Bundesstaat New Jersey hat radioaktiv kontaminiertes Wasser, das aus einem dortigen Atomkraftwerk ausgetreten ist, das Grundwasser erreicht. Der betroffene Grundwasserleiter, von Geowissenschaftlern Aquifer gewöhnlich genannt, versorgt den größten Teil des südlichen New Jersey mit Trinkwasser. Behördenvertreter befürchten, dass die Verseuchung die Brunnen erreichen könnte.
Das Wasser ist bereits am 9. April 2009 aus unterirdischen Rohren des AKW Oyster Creek ausgetreten, dem ältesten Atomkraftwerk der USA, etwa 120 Kilometer südlich von New York City gelegen. Die Umweltbehörden haben die Betreiber angewiesen, dafür zu sorgen, dass die radioaktiven Verunreinigungen nicht die Trinkwasserbrunnen erreichen. Das könne zum Beispiel durch Abpumpen des Grundwassers in der Nähe des AKWs oder dadurch erreicht werden, dass sauberes Wasser in den Untergrund gepresst wird, um so die Verschmutzung von den Brunnen wegzudrücken.
Bei der Verunreinigung soll es sich vor allem um Tritium handeln, das ein radioaktives Isotop des Wasserstoffs ist und eine Halbwertzeit von 12,32 Jahren hat. Oyster-Creek-Betreiber Exelon hat mit dem Kraftwerk und zahlreichen anderen Beteiligungen und Aktivitäten 2009 einen Gewinn von knapp 750 Millionen US-Dollar gemacht.
Der Austritt des radioaktiven Wassers aus offensichtlich überalterten Rohren ereignete sich seinerzeit nur einen Tag, nach dem die Lizenz des Meilers um 20 Jahre verlängert worden war. Ursprünglich war die Betriebserlaubnis auf 40 Jahre beschränkt gewesen.
09.05.2010 Quelle Telepolis
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Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, geht es irgendwo um Kritik an der Solarstromförderung oder um sonst ein Energiethema, dann braucht es nicht lange und der Strom aus Kernenergie, die Endlagerfrage, das Abschalten stehen als diverse Gegenrechnungen auf der Tagesordnung und die Emotionen sind am Kochen.
Wenn da Fehler vorliegen, so rechtfertigen diese noch lange nicht weitere Fehler oder diese überzogene preistreibende Förderung zu Lasten der Verbraucher.
Subventionen sind nur im Ausnahmefall und nur für kurze Zeit zu rechtfertigen. Dauersubventionen sind und waren schon immer schädlich. Die deutsche Solarbranche ist ein passendes Negativbeispiel. Sie hat sich zu einem großen Teil auf den überhöhten Subventionen ausgeruht und ist jetzt nicht mehr konkurrenzfähig. Mit noch mehr Subventionen ändert sich an der Konkurrenzsituation überhaupt nichts. Wie das Ergebnis zeigt, schadet die Subvention der Allgemeinheit.
Die Solar-Profiteure kaufen aufgrund der von den Verbrauchern zwangsweise zu finanzierenden Subvention den Markt leer und treiben die Modulpreise weltweit künstlich in die Höhe. Dort wo PV wirklich sinnvoll wäre, kann man sich die hohen Preise nicht leisten. Mit dem globalen Klima oder der Umwelt hat diese Politik wenig zu tun. Es geht um den Profit für die Mitglieder der Solargemeinde. Chinesische Module hat man Tonnenweise zum Jahresende mit Jumbos einfliegen lassen um sich den höchstmöglichen Profit zu sichern. Was für ein Widersinn zu den formulierten Umwelt- und Klima-Zielen.
Hohe Energiepreise sind ein Wettbewerbsnachteil, sie vernichten Kaufkraft und kosten Arbeitsplätze. Das EEG war zu keinem Zeitpunkt als Dauerbranchenförderung, als Zusatzsoli oder als Beschäftigungsförderung gedacht. Warum sollten dafür alleine die Stromverbraucher und für das nebenbei bisschen unsicheren Strom aufkommen? Es geht beim EEG ausschließlich um die erneuerbare Energien. Das Gesetz hat nicht den Zweck der Profitsicherung für Reiche und nicht der Geldumverteilung von Stromverbrauchern zu Solarinvestoren.
Auch für den Atomstrom wird vom Verbraucher Subventionen bezahlt oder wurde bezahlt. In Zukunft wird er Verbraucher auch nochmal zur Kasse gebeten, wenn es um die sichere Lagerung des Atommülls geht. Oder schlimmer, wenn es um die Beseitigung der Schäden geht, die dadurch entstehen, weil, nicht sicher genug gelagert wurde.
Das Solarzeitalter wurde eingeläutet. Damit Deutschland seine Pionierleistung nicht vollkommen auf's Spiel setzen will, muss weiterhin subventioniert werden, um die technische Entwicklung weiter nach vorne zu bringen. Oder wir überlassen auch das den Chinesen.
Wenn man die Solarförderung einschränkt muss man auch damit rechnen das von den 188000 neu geschaffenen Arbeitsplätze in diesem Bereich viele verloren gehen werden weil die Auftragslage einknickt!
Das ist in dieser Zeit unverantwortlich.
Fortschritt und saubere Stromerzeugung wird der zu teuren und schmutzigen Atomverstromung geopfert.
Der im Moment im Golf von Mexiko gigantische Öl Blow Out wird Peanuts sein im Vergleich mit einem Gau eines AKW´s innerhalb der EU oder innerhalb der deutschen Grenzen.Ohne den menschlichen Schicksalen und der Entsorgung der Nuklearen Abfälle noch dazu zu berechnen!
Kein Anleger mit Verstand investiert in eine Technologie wie die Atomverstromung bei der ein Totalverlust und noch Regress Ansprüche winken.Wer diese Technologie als Brückentechnologie bezeichnet hat keine vernünftigen Argumente im Hinblick der Versorgung mit dem Rohstoff Uran deren Vorräte für noch Maximal 15 Jahre reichen werden(und nur mit erhöhten Förderkosten!).
Deutschland soll dann mit Ländern wie die USA oder die ehemaligen Gus Staaten um eine schwindenden Rohstoff und der damit verbundenen Kostensteigerungen konkurrieren?
Diesen Verrückten kurzsichtigen Bestrebungen einiger Lobbyisten im Bundestag soll eine Chance zur Weltweiten Marktführerschaft in der Photovoltaik und der damit verbundenen Hosse geopfert werden.Es sollen den Anlegern der Stromkonzerne wohl Geschenke ähnlich der Mövenpick Connection gemacht werden.
Wer so eine Regierung die so etwas fördert unterstützt vergeht sich an der Zukunft der BRD und am Wirtschaftsstandort Deutschland.
Günstige und zukunftssichere saubere Stromversorgung für Unternehmen und Mittelstand werden kurzsichtigen Gewinnstreben einiger Großkonzerne geopfert!
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