Softwareriese Microsoft hat eine Macht, wie sie nie zuvor ein Konzern besessen hat. Höchste Zeit, dass sich das ändert.
Man stelle sich vor, es gebe auf der Welt nur einen Autohersteller, der zugleich alle Tankstellen kontrolliert. Der den Motor zum Auto nur liefert, wenn der Kunde auch eine Garage mitbestellt, einen Wohnanhänger, Winterreifen und einen Dachgepäckträger, selbst wenn er solches Zubehör nicht braucht. Neue Modelle gäbe es nur unregelmäßig.
Anzeige
Die Käufer könnten aber nie sicher sein, ob die neue Autogeneration auch zuverlässig funktioniert, und alle paar Jahre wird die Qualität des Monopol-Treibstoffs so geändert, dass älterere Modelle auf den Schrott müssen. Eine absurde Welt, natürlich unrealistisch.
Aber es gibt einen Markt, auf dem es so ähnlich zugeht. Das ist der Weltmarkt der Software für Büro- oder Laptop-Computer, den der amerikanische Konzern Microsoft zu über 90 Prozent beherrscht.
Der hat mit seinem Basis-Betriebssystem "Windows'' eine solche Marktmacht, dass er Anwenderprogramme verkaufen kann, die Fachleute für mittelmäßig und viel zu teuer halten. Vor allem müssen seine Kunden auch Programme bezahlen, die sie gar nicht brauchen.
So wurde Unternehmensgründer Bill Gates zum reichsten Mann der Welt und Microsoft mit einem Börsenwert von etwa 200 Milliarden Euro zu einem der teuersten Unternehmen.
Europa kann stolz sein auf das Microsoft-Urteil
Endlich hat in dieser Woche der Europäische Gerichtshof dem Unternehmen nach fast zehnjährigem Rechtsstreit einen Dämpfer verpasst. Es habe seine Marktstellung missbraucht, urteilte der Gerichtshof. Das Unternehmen müsse seine Praxis ändern und eine Strafe von 500 Millionen Euro zahlen.
Europa kann stolz auf sich sein. Es ist einem Riesen entgegengetreten, der von den Kartellbehörden im eigenen Land bisher fast völlig verschont blieb. Bill Gates, der mit seinen 52 Jahren noch immer jungenhaft wirkt wie ein Student, gehört zu den meistbewunderten Persönlichkeiten der USA.
Doch man müsste ihm entgegenhalten, dass er seinen persönlichen Wohlstand und den Aufstieg von Microsoft dadurch erreichte, dass er die ganze Welt quasi als Geisel nahm. Die Kunden mussten mit dem zufrieden sein, was Microsoft ihnen gnädigerweise anbot.
Bill Gates und Microsoft haben eine globale Machtstellung erreicht, die zuvor kein Unternehmen hatte. Im Software-Sektor versagen sowohl die regulierenden Kräfte des Marktes wie die politischen und juristischen Kontrollen, die eine marktbeherrschende Stellung dieser Größenordnung verhindern müssten.
Selbst den Ölmagnaten David Rockefeller, dessen Standard Oil im Jahr 1911 von der amerikanischen Regierung in 34 Einzelfirmen zerschlagen wurde, stellt Bill Gates leicht in den Schatten.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Berliner Zeitung
Ich habe Ihren Beitrag erst jetzt gesehen. So einen hanebüchenden Unfug habe ich schon lange nicht mehr gelesen:
Z.B. "Einen IE für Linux" - ich schmeiß mich weg vor Lachen! Ja natürlich gibt es den, aber nur hinter Zaun und Maschendraht: In hoch gesicherten Forschungslabors in Redmond, da bin ich mir sehr sicher! Aber im realen Leben?
Ich will nun noch soweit auf OpenXML eingehen:
1.
Die OpenXML-Spezifikation umfasst auch alte Office-Formate - die von MS niemals offen gelegt wurden und die für Wettbewerber nicht verlässlich reproduzierbar sind.
das hat zwei Konsequenzen:
a.
Sollte OpenXML tatsächlich Standard werden und nennenswerte verbreitung finden, dann wird es eben dieses Feature sein, mit dem MS seine Wettbewerber vor sich hertreibt. Indem sie nach belieben diese nicht offen gelegten Features weiter verwenden werden OpenXML-Datein nur von MS einwandfrei verarbeitbar sein.
b.
Im Sinne einer Spezifikation, die das OpenXML-Format vollständig beschreibt, sind die 6.000 Seiten von MS unzureichend. Es ist also nicht so, dass das ODF-Format unzureichend sei, sondern vielmehr so, dass MS ganz bewusst Informationen zurück hält um später einen Vorteil daraus zu generieren.
2.
OpenXML beinhaltet unabsehbare Patent-Risiken.
Trotz der wachsweichen Aussage von MS, diese nicht als Waffe einsetzen zu wollen, handelt es sich nicht um eine rechtsverbindliche Aussage - und kann jederzeit geändert werden. Siehe dazu auch die Regelung von ISO-Standards und Patenten.
Zudem kann es sein, dass OpenXML gegen Patente Dritter verstößt (was sich gerade abzeichnet). Wenn nun MS diese Patente einlizensiert, OpenOffice & Co verfügen nicht über Geld für solche Eskapaden. Integriert man dort Konvertierungstools, dann sind diese illegal und sanktionsfähig. Wer sie verbreitet oder einsetzt macht sich formal strafbar und regresspflichtig.
Nein, OpenXML ist eindeutig der letzte Versuch Microsofts, Unternehmen zum Einsatz ihrer Bloatware zu zwingen.
F. Mayer
... ausser HTML wird dort genau genommen nur PDF angezeigt. Vielleicht kann IE genauer genommen der Dateimanager in Vista jetzt MS OfficeDokumente aber ansonsten ist da Fehlanzeige. Den IE kann man mittels WINE unter Linux zum laufen bringen aber eine native Linux ist das noch lange nicht.
Noch zu OpenDocument. Sie meinen genau genommen sicher dass es die Fehler von MS Office nicht abbilden kann. Aber keine Angst das soll ein Dokumentenformat auch gar nicht. 600 Seiten Dokumentation (ODF) sind vielleicht noch umsetzbar. 3600 Seiten sind ein Zeichen dafür das es genau so unmöglich ist das sauber umzusetzen wie die vorhanden Microsoft Formate auch die nicht einmal Microsoft selbst ganz im Griff hat. Im Übrigen würde mich interessieren wo ODF nicht dokumentiert sein soll. Das Dokumentenformat das proprietäre Dateninseln erlaubt heisst OpenXML.
zu 2) Beim Thema der Internet-Probleme wie Phishing, Würmer und Viren verwechseln Sie etwas. Würden Sie auch behaupten, der Hersteller von Hämmern wäre schuld, wenn damit jemandem der Kopf eingeschlagen wird? Eben. Nicht Microsoft begeht die Verbrechen, sondern Verbrecher.
Man kann aber durchaus Verbrechen bekämpfen indem man die Monokultur zersplittert. Es gibt ja auch nicht nur Apfelbäume. Kirschen schmecken auch und Pflaumen. Der Zustand im Moment ist ungefähr so wie wenn jeder den selben Hausschlüssel hat. Man braucht gar nicht gleich zuschließen.
Sie sollten im Übrigen Ihre Wortwahl überdenken. Um so zu schreiben haben Sie nicht genügend Wissen über das Thema. IE der unter Linux läuft *LOL*
Danke für Ihren Beitrag - er ist mal wieder, wie so viele zu dem Thema, grober Unfug.
zu 1) MS-Office-Dokumente wurden niemals nennenswert in Browsern angezeigt. Und den Internet Explorer gibts auch für Linux.
ODF ist ein unzureichender Standard, der die Funktionsvielfalt von MS Office nicht abbilden kann. OpenXML ist ein Versuch Microsofts, diesen Mangel zu beheben, ebenfalls quelloffen und im Gegensatz zu ODF sogar nahezu vollständig dokumentiert. Natürlich finden sich in 6000 Seiten Dokumentation auch Schwächen.
zu 2) Linux hat erwiesenermassen ähnliche Schwachstellen wie Windows (siehe die "One bug a day"-Aktion), die sich mangels Verbreitung aber nicht so stark auswirken.
Sie kritisieren, dass MS den Antivirus-Markt Drittherstellern überläßt und mit diesen kooperativ zusammenarbeitet. Würde MS selbst diesen Markt betreten, würden Sie das auch kritisieren. Was denn nun?!
Natürlich kosten Schulungen. Aber haben Sie mal die Preise von Schulungen von MS und von z.B. Borland vergleichen? Fällt Ihnen etwas auf?
Es gibt keine Mehrkosten für Endkunden. Die Preise für Windows sind seit den nicht-Monopolzeiten stetig gefallen.
Beim Thema der Internet-Probleme wie Phishing, Würmer und Viren verwechseln Sie etwas. Würden Sie auch behaupten, der Hersteller von Hämmern wäre schuld, wenn damit jemandem der Kopf eingeschlagen wird? Eben. Nicht Microsoft begeht die Verbrechen, sondern Verbrecher. Mit Vista hat MS übrigens den Sicherheitsstandard auf den Stand der Zeit gehoben. Die Konsequenz? Die Kunden rufen nach XP, weil Sicherheit und Komfort nicht immer zusammenpassen. Daran, dass das so ist, ist aber nicht MS schuld (deren Programme laufen auch mit "normalen" Rechten), sondern die Dritthersteller, die oftmals Administratorrechte erfordern.
Der Volkswirtschaftliche Schaden wäre im übrigen noch um ein Vielfaches höher, wenn jeder Softwarehersteller für drei oder vier Systeme entwickeln müsste, um den selben Kundenkreis zu bedienen - Software würden dann um den Faktor 2-3 mehr kosten.
blich leistungsfaehige und preiswerte Rechner. Die rasante technologische Entwicklung
ist geradezu maerchenhaft.
PCs und Software sind komplexe Produkte. Weshalb der marktwirtschaftliche
Wettbewerb nur dann gut funktioniert haette ueber all die Zeit, wenn die Kaeufer
den noetigen Durchblick haetten, zu beurteilen, was sie da kaufen.
Mit der Ausweitung der Stueckzahlen, als die PCs anfingen, die
Bueroschreibmaschinen aller Sekretaerinnen zu verdraengen, konnte dies
nicht mehr der Fall sein. Immer mehr Kunden waren eher hilflose als durchblickende
Computernutzer und Software-Kaeufer.
Warum Microsoft dabei schliesslich zum Quasi-Monopolisten wurde, ist nicht einfach
genau zu begruenden.
Tatsache ist, dass Rechner und Software von Apple, Atari, Commodore lange
technologisch viel moderner waren.
Aber ein paar Gruende lassen sich finden.
Zu Anfang war IBM die renommierteste Firma der Branche. Immerhin war auch
gegen Big Blue in den 70ern ein Anti-Trust-Verfahren anhaengig, das von der
Reagan-Administration wieder fallengelassen wurde.
Der "IBM-PC" war, als der Computer anfing, den Laien-Markt zu erobern,
sowas wie ein Markenartikel, dem Laien (kleine Selbstaendige usw.) eher vertrauten
als der bunten Welt der schwer einzuschaetzenden vielen neuen Firmen. Studenten
waren eher bereit, 1985ff. auf Atari&Co zu setzen...
So wurde es auf laengere Sicht ein dickes Plus fuer Microsoft, sein Betriebssystem
an die IBM-PCs und "Kompatible" gebunden zu haben.
Zweiter Punkt fuer Microsoft: sich sehr stark auf die Massenapplikation fuer alle, den
Schreibmaschinenersatz, zu konzentrieren und dabei auch konsequent an den
dummen Laien als Anwender zu denken, der sich nicht viele kryptische Kuerzel
merken kann. Und auch sonst begriffsstutzig ist...
Dritter Punkt: Der Name "Windows" war ein PR-Volltreffer (vergleichbar solchen
Gluecksgriffen wie UHU oder Maggi).
Viertens: Die Idee, den Web-Browser auch als Datei-Manager zu nutzen, war wirklich
eine sehr gute. Auch wenn sie wohl geboren wurde bei der Suche nach einem Weg,
Netscape auszuhebeln.
Auf der anderen Seite hat Microsoft oft Entwicklungen nicht vorhergesehen, ist erst
im letzten Moment auf den Zug gesprungen - siehe WebBrowsing - , hat Innovationen
abgekupfert.
Schuld am Monopol gebe ich aber gar nicht den Kunden, nur zum Teil Microsoft und
vor allem der verschnarchten Politik, die die wirtschaftliche Bedeutung dieses
Sektors zu lange unterschaetzte.
Trost auch fuer Power User und Freaks: Ohne den Massenmarkt haetten wir heute
alle nicht so unglau
Paging