Die Funktionen von Mobiltelefonen werden immer vielfältiger. Darum sehen etliche Experten in ihnen schon die Computer-Nachfolger.
Vor nur 15 Jahren hat das Handyzeitalter begonnen. Damals ging die erste Übertragung durch das GSM-Netz der Post. Die Geräte waren groß, klobig, schwer. Und mehr, als mit ihnen zu telefonieren, war kaum möglich. Heute sind Handys kleiner, eleganter, leichter. Und doch steckt in vielen ein fast vollständiger PC.
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Sogenannte Smartphones bringen die Leistungen eines Handys und die eines Personal Digital Assistant (PDA) in einem Gerät zusammen. Immer mehr Nutzer schwören auf diese All-in-one-Kommunikationsmaschinen. So stieg der Absatz von Smartphones 2006 im vierten Quartal um 30 Prozent, ermittelten die Marktforscher von IDC. Im gleichen Zeitraum wurden dagegen 36 Prozent weniger PDAs verkauft.
Gewichtiger Vorteil eines Smartphones im Vergleich zu herkömmlichen Mobiltelefonen ist, dass Sie nicht darauf angewiesen sind, welche Programme ihr Anbieter für ein bestimmtes Gerät bereits vorinstalliert hat.
Denn Sie können ihr Smartphone auch nachträglich mit den verschiedensten Funktionen ausstatten. Aber Vorsicht: Nicht jedes Programm funktioniert auf jedem Betriebssystem. Und was ein Gerät empfängt, muss ein anderes noch lange nicht weiterverarbeiten können. Es existiert inzwischen ein Wust verschiedenster Standards. Das kann zu Verwirrung und Fehlkäufen führen.
Auch deshalb hat Google gerade angekündigt, ein neues Handy-Betriebssystem auf den Markt zu bringen. "Android", so heißt es, ist im Gegensatz zu den Systemen von zum Beispiel Nokia oder Microsoft eine kostenlose, offene Plattform.
Das Smartphone ist universell programmierbar
Diese kann weltweit jeder Software-Programmierer weiterentwickeln. Auch die Entwicklung kostenloser zusätzlicher Programme wird, das zeigt das Beispiel des freien Computer-Betriebssystem Linux, nicht lange auf sich warten lassen.
Mit der neuen Software soll es deshalb in Zukunft noch einfacher möglich sein, all das auf dem Handy zu machen, wofür bislang ein PC nötig war. Die ersten Telefone mit der Technik sollen in der zweiten Jahreshälfte 2008 auf den Markt kommen. Das Smartphone wird so universell programmierbar und einsetzbar. Die Nutzer haben die Möglichkeit, ihr Handy völlig frei und entsprechend ihrer speziellen Bedürfnisse aufzurüsten.
Doch auch schon jetzt können sie mit einem Smartphone Termine planen, umfangreiche Adressbücher verwalten oder E-Mails senden und empfangen. Der Zugang zum Internet ist schnell und einfach möglich und mittlerweile auch nicht mehr übermäßig teuer.
Wer will, kann sich von den hochtechnisierten Geräten das Wetter vorhersagen oder den richtigen Weg zeigen lassen. Zwischendurch ein Handyspiel ausprobieren, Musik hören, Fotos und Filme anschauen? Kein Problem für den mobilen Multimedia-Computer mit Antenne, mit dem noch der entfernteste Ort zum Büro wird.
(sueddeutsche.de/bpr/mah)