Sinkender Absatz Deutsche trinken weniger Bier

Die deutschen Brauereien leiden unter dem sinkenden Bierdurst der Menschen.

Immer mehr ältere Menschen trinken immer weniger Bier. Die deutschen Brauereien kämpfen mit stetig schrumpfendem Absatz - inzwischen ist er so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Und der fehlende Bierdurst ist nicht das einzige Problem der Konzerne.

Der Bierdurst der Deutschen lässt weiter nach. Im vergangenen Jahr ist der Absatz der Brauereien zum siebten Mal in Folge gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die verkaufte Menge lag nur noch bei 94,6 Millionen Hektolitern, ein Minus von zwei Prozent und der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung.

Als Grund führen die Brauereien das gemischte Wetter im vergangenen Jahr an. Das alleine kann den Langzeittrend aber nicht erklären, 2001 lag der Absatz noch bei fast 108 Millionen Hektolitern. Aus Sicht der Branche spielt auch die fortschreitende Alterung der Gesellschaft eine Rolle. Mit anderen Worten: Rentner trinken weniger Bier.

Im Inland wurden den neuen Zahlen zufolge nur noch 79,7 Millionen Hektoliter getrunken und damit 1,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Aber auch der Export war insgesamt rückläufig, nur die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU legten zu. Biermischungen, etwa mit Limonade, Cola oder Fruchtsäften, machten mit 4,2 Millionen Hektolitern 4,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus. Auch hier ging der Absatz im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Millionenstrafe wegen Preisabsprachen

Den größten Anteil am Absatz hatten die nordrhein-westfälischen Brauereien mit 25,0 Prozent und Hersteller aus Bayern mit 23,6 Prozent. Beim Export lagen die bayerischen Brauereien vorne. Zu den einzelnen Brauereien macht das Statistische Bundesamt keine Angaben. Das Branchenmagazin Inside schlüsselt den Absatz aber detaillierter auf.

Demnach verzeichnete Marktführer Oettinger mit 5,78 Millionen verkauften Hektolitern einen Rückgang von 1,9 Prozent. Dahinter folgen die Privatbiere Krombacher (plus 1,6 Prozent), Bitburger (minus 0,8), Warsteiner (plus 1,2) und Veltins (minus 3,1). Großer Verlierer war die internationale Braugruppe AB Inbev, die mit Marken wie Beck's und Hasseröder insgesamt sieben Prozent verlor.

Die miesen Zahlen sind nicht die einzige schlechte Nachricht für die Brauereien in den vergangenen Wochen. Das Bundeskartellamt hat einigen Unternehmen eine Strafe wegen illegaler Preisabsprachen aufgebrummt - darunter Bitburger, Krombacher, Veltins und Warsteiner. Insgesamt müssen die Brauereien mehr als 100 Millionen Euro zahlen.