Siemens Streit zwischen Siemens und Ex-Tochter Osram eskaliert

Der Osram-Vorstandsvorsitzende Olaf Berlien (links) mit seinem Finanzvorstand Klaus Patzak

(Foto: dpa)
  • Ein Siemens-Vertreter hat auf der Hauptversammlung der Ex-Tochter Osram angekündigt, das Unternehmen wolle deren Chef nicht entlasten.
  • Das Verhältnis zwischen Siemens und Osram gilt seit längerem als angespannt, die jetzige Konfrontation ist ein offener Bruch von Seiten des ehemaligen Mutterkonzerns.
Von Christoph Giesen

Siemens sucht die offene Konfrontation mit dem Chef der ehemaligen Lichttochter Osram. Auf der Hauptversammlung in München beantragte ein Siemens-Vertreter am Dienstag eine Einzelabstimmung zur Entlastung des Vorstandes. "Wir werden gegen die Entlastung von Herrn Dr. Berlien stimmen", kündigte der Vertreter an. Finanzvorstand Klaus Patzak, der als enger Vertrauter von Siemens-Chef Joe Kaeser gilt, soll hingegen entlastet werden.

Siemens hält derzeit noch knapp 18 Prozent an dem Leuchtmittelhersteller, die Mehrheit hatte der Konzern 2013 an die eigenen Aktionäre verteilt. Osram-Aufsichtsratschef Peter Bauer kündigte an, dem Siemens-Antrag auf Einzelabstimmung zu folgen. Das Ergebnis wird vermutlich im Laufe des Nachmittags feststehen. Der Siemens-Vertreter kritisierte vor allem die schlechte Kapitalmarktkommunikation von Osram. Bemerkenswert daran ist jedoch, dass für just dieses Dossier im Osram-Vorstand Klaus Patzak und eben nicht Olaf Berlien verantwortlich ist, den Siemens nun nicht entlasten möchte.

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Das Siemens-Osram-Verhältnis ist seit längerem angespannt

Das Verhältnis zwischen Siemens und der ehemaligen Tochterfirma Osram ist seit längerem angespannt. Gleich viermal hatte Siemens-Chef Kaeser die Performance der Osram-Aktie gerügt, nachdem der Leuchten-Spezialist Mitte November eine neue Ausrichtung bekanntgegeben hatte. "Ich war natürlich nicht glücklich darüber, dass der Osram-Kurs um fast 30 Prozent abgestürzt ist", gab Kaeser zum Beispiel in einem Interview mit dem Manager Magazin zu Protokoll. Und fügte hinzu: "Wir müssen uns erst einmal darüber klar werden, welche Intention Osram verfolgt."

Kritik an Osram ließ der Siemens-Chef auch kurz vor Weihnachten als Pressemitteilung verschicken: "Siemens war und ist als Anteilseigner mit der jüngsten Aktienkursentwicklung von Osram nicht zufrieden", hieß es in der Meldung. "Der Siemens-Vorstand war im Vorfeld der Osram Ad-hoc Kommunikation vom 10. November 2015 nicht über deren Inhalte oder Zeitpunkt informiert. Der Strategieschwenk von Osram hat Siemens und den Markt unvermittelt getroffen."

Fakt ist allerdings auch, dass der Osram-Aufsichtsrat im November den Strategieschwenk einstimmig beschlossen hatte, auch der Siemens-Vertreter im Osram-Aufsichtsrat, Roland Busch, hatte zugestimmt. Nun kommt es also zum offen Bruch zwischen Siemens und Osram.

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