Siemens sucht einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Heißer Kandidat für den bald vakanten Job ist laut einem Magazinbericht der Vattenfall-Chef Lars Josefsson. Oder doch Reitzle?
Bei der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld werden immer neue Namen ins Spiel gebracht. Als neuer Kandidat sei der Chef des Energiekonzerns Vattenfall, Lars Josefsson, im Gespräch, hieß es am Samstag in Medienberichten. Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle bleibe Lieblingskandidat des Siemens-Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme. Angeblich will Reitzle aber nur zu Siemens wechseln, wenn Cromme geht. Dieser arbeite zudem an einem Konzernumbau, hieß es.
Bild vergrößern
Vattenfall-Chef Lars Josefsson: Potentieller Kleinfeld-Nachfolger? (© Foto: dpa)
Anzeige
Wie die Düsseldorfer Wirtschaftswoche berichtet, hält Cromme nach möglichen Kleinfeld-Nachfolgern Ausschau. Dazu gehöre auch der perfekt deutsch sprechende Schwede Josefsson. Der frühere Chef des Telekom-Ausrüsters Ericsson und jetzige Vattenfall-Chef ist Klimaschutz-Beauftragter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Dagegen berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, Top-Favorit bei Cromme sei nach wie vor Reitzle. Der hatte eine erste Anfrage vor zwei Wochen zwar abgelehnt, jedoch war damals noch Kleinfeld im Amt. Zudem müssten die Großaktionäre von Linde zuerst einen Nachfolger für Reitzle finden, bevor er zu Siemens wechseln könnte. Im Gespräch für den Siemens-Job sollen außerdem ABB-Chef Fred Kindle und Bosch-Chef Franz Fehrenbach sein.
Wie das Magazin weiter berichtet, will Cromme in wenigen Wochen dem Aufsichtsrat eine Liste mit mindestens drei Kandidaten präsentieren. Neben zwei externen Top-Leuten soll möglichst auch ein Siemens-Manager in die engere Auswahl gelangen. In Frage komme eine im Ausland tätige Führungskraft, die in die aktuelle Bestechungs- und Schmiergeldaffäre nicht verstrickt ist. Mit dem aufwendigen Auswahlverfahren wolle sich Cromme auch gegen mögliche Vorwürfe wappnen, der Aufsichtsrat habe bei der Besetzung des Postens nicht alle Möglichkeiten ausgelotet.
Laut Focus hat sich Reitzle intern zwar bereiterklärt, den Vorsitz des Siemens-Vorstandes zu übernehmen. Er stelle jedoch zur Bedingung, den Posten nicht unter Cromme anzutreten. Stattdessen wolle Reitzle den Linde-Aufsichtsratschef Manfred Schneider mit an die Spitze des Siemens-Kontrollgremiums bringen. Wie die Wirtschaftswoche weiter berichtet, haben Berater für Cromme Entwürfe für die Verschlankung des Unternehmens ausgearbeitet.
Danach soll der zehnköpfige Vorstand abgeschafft und ein Holding-Vorstand mit wahrscheinlich drei Mitgliedern eingerichtet werden. Die bisher zwölf Geschäftsbereiche - jeder wird von einem Bereichsvorstand geführt - sollen aufgelöst und durch drei Sparten ersetzt werden: Infrastructure, Industry und Healthcare.
In dieser Konzernstruktur sollen die bisherigen Teilkonzerne wie Power Generation oder Industrial Solutions in Einzelteile zerlegt und neu zugeordnet werden. Mit dieser neuen Struktur wolle Cromme auch den Ermittlungsbehörden in den USA, die den Korruptionsfällen nachgehen, signalisieren: Bei dem Konzern wird aufgeräumt - "personell und strukturell", wie es intern heiße.
Die Wirtschaftswoche berichtet zudem, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann plane seinen Rückzug aus dem Siemens-Aufsichtsrat. Es passe nicht zu Ackermann, dem Aufsichtsrat eines Unternehmens anzugehören, dessen Ansehen wegen Korruptionsaffären Schaden nehme, hieß es.
Wie viel ist uns die Umwelt wirklich wert? Eine Suche nach dem Preis der Natur. Jetzt lesen ...
(ddp)
So kommen wir weiter, da kennt offenbar jemand Siemens so gut, dass er alleine weiß wie es weitergehen kann. Stammtischgeschwätz....
...holt nur nicht den Reitzle von Linde. Ich hatte mal einen Kühlschrank von denen, da fiel nach einem halben Jahr die Tür ab und eine Woche später musste ich eine Kerze reinstellen, weil das Licht kaputt war. Der Josefsson iss auch nix, weil ein paar seiner Untergebenen beim letzten Berliner Vattenfall-Marathon mitmachten und drei Stunden hinter dem letzten Rollstuhlfahrer ins Ziel krochen. Am besten holt ihr den Hartz, weil der momentan eh nix zu tun hat und jeden Tag stundenlang die Buchhandlkungen abtelefoniert, ob diesen Monat wieder ein Exemplar von seinem Schmöker, den er geschrieben hat, über die Theke ging. Hartz weiß, wo der Bartel den Most holt und unterschreibt euren Leuten vom Puff-Event bis zum Schwarzgeldkonto alles, was ihr ihm unter die Nase haltet. Oder auch nicht, jedenfalls kann ich mir`s lebhaft vorstellen. Also los und macht schnell, bevor ihn euch die Telekom wegschnappt...
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann plant seinen Rückzug aus dem Siemens-Aufsichtsrat. Es passe nicht zu ihm, dem Aufsichtsrat eines Unternehmens anzugehören, dessen Ansehen wegen Korruptionsaffären Schaden nehme.
Aha, welcher Aufsichtsrat passt denn zu Herrn Ackermann. Meines Wissens ist z.B. die Mafia keine Aktiengesellschaft und unterhält keinen Aufsichtsrat.
Vielleicht ist es im Augenblick geboten, der SEC einen Showeffekt zu bringen, aber deswegen die Kunden-orientierte Organisation von Siemens umbauen? Wie will Cromme den Vertrieb ordnen, wie die Fertigung auf den Vertrieb ausrichten?
Hat Herr Cromme schon einmal einen Kunden gefragt? Sicher, da gibt es noch Kunden von Siemens! Und der Wettbewerb freut sich über neue Kunden von Siemens. Wer sind diese Berater? Kennen die Siemens?
Die letzte Umorganisation von 1969 - noch unter der ägide von Ernst von Siemens - wurde von Siemens-Fachleuten gemacht. Es dauerte zwei Jahre bis alles neu geordnet war. Aber das neue Chaos zu ordnen, das geht gar nicht.
Gustav Adolf Pourroy, München