Pierer hat sämtliche Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen, zuletzt vor einem Monat. Im Dezember hatte der frühere Vorstandschef erklärt, er sei den von Siemens erhobenen Vorwürfen, soweit sie ihm bekannt geworden seien, stets "ausführlich entgegengetreten". Er habe die Vorwürfe, sofern es überhaupt einen "konkreten, nachvollziehbaren Sachvortrag" durch Siemens gegeben habe, "mit Nachdruck zurückgewiesen". Auch Pierers Nachfolger Kleinfeld hat wiederholt erklärt, ihn treffe keine Schuld am Korruptionsskandal. Kleinfeld war nur zweieinhalb Jahre Vorstandschef und soll nach dem Willen von Siemens offenbar glimpflicher davonkommen als Pierer. Das meiste Geld verlangt Siemens von Pierer.

Dunkle Wolken: Der Korruptionsskandal hat Siemens massiv belastet. (© Foto: ddp)

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Der Aufsichtsrat hat bereits vor einem halben Jahr beschlossen, Schadenersatz von den elf Ex-Vorständen zu verlangen. Damals wurden aber noch keine Beträge festgelegt. In den vergangenen Wochen hat der Konzern dann erstmals die Forderungen konkret beziffert und den Ex-Vorständen mitgeteilt, wie viel sie zahlen sollen. Aus Unternehmenskreisen heißt es, man sei zuversichtlich, sich im Verlauf des Jahres mit der Mehrzahl der elf Ex-Vorstände einigen zu können. Siemens wolle Gerichtsverfahren vermeiden, da der Korruptionsskandal den Konzern sonst jahrelang weiter belasten würde.

"Alles hinter sich bringen"

Die neue Konzernspitze um Vorstandschef Peter Löscher und der Aufsichtsrat mit dem Stahlmanager Gerhard Cromme (Thyssen-Krupp) an der Spitze wollen das dunkelste Kapitel in der mehr als 160-jährigen Unternehmensgeschichte rasch abschließen und sich wieder auf das Geschäft konzentrieren. Aus Siemens-Kreisen ist weiter zu hören, es könnte auch im Interesse der elf Ex-Vorstände sein, dieses Kapitel ohne großes Aufsehen "hinter sich zu bringen".

Bislang hat offenbar keiner der elf früheren Vorstände gegenüber Siemens eingeräumt, seine Dienstpflichten vernachlässigt zu haben. Allerdings hat der ehemalige Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger schon vor zwei Jahren gegenüber der Staatsanwaltschaft zugegeben, Hinweisen auf Korruptionsdelikte in Nigeria nicht nachgegangen zu sein. Der ehemalige Zentralvorstand Thomas Ganswindt hat sogar eingestanden, allgemein von Schmiergeldzahlungen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Neubürger, Ganswindt und zwei weitere Exvorstände wegen Gesetzesverstößen. Gegen Pierer, Kleinfeld und andere Exvorstände laufen Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verletzung der Aufsichtspflichten im Unternehmen. Diese Verfahren können Geldbußen bis zu einer Million Euro nach sich ziehen.

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  1. Pierer soll sechs Millionen zahlen
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(SZ vom 17./18.01.2009/mel)