Siemens Millionen-Forderung gegen Schelsky

Teures Nachspiel: Siemens fordert von dem verurteilten Ex-AUB-Chef Schelsky nach SZ-Informationen mehr als drei Millionen Euro Schadenersatz.

Der Fall Siemens ist für den ehemaligen Chef der arbeitgeberfreundlichen Betriebsräteorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, auch nach seiner Verurteilung nicht ausgestanden. Denn der Münchner Konzern fordert nun von Schelsky Schadenersatz in Höhe von mehr als drei Millionen Euro. Dies bestätigte ein Siemens-Sprecher gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Demnach habe der Konzern Schadenersatzklage beim Landgericht Nürnberg-Fürth eingereicht.

Schelsky hat nach Erkenntnissen der Justiz und Siemens zwischen den Jahren 1990 und 2006 verdeckt mehr als 50 Millionen Euro für den Auf- und Ausbau der AUB bekommen. Damit sollte er die arbeitgebernahe AUB als Gegengewicht zur im Konzern stark verwurzelten Gewerkschaft IG Metall positionieren. Schelsky hat das Geld jedoch unter anderem auch für private Ausgaben - etwa die Renovierung seines Hauses oder die Unterstützung von Sportvereinen - verwendet.

Wenig zu holen

Ende November verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth Schelsky wegen Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Allerdings geht der Siemens-Konzern nach SZ-Informationen nicht davon aus, dass bei Schelsky viel Geld zu holen ist. Daher begnügt sich der Konzern vorerst mit der relativ niedrigen Forderung von mehr als drei Millionen Euro. Das Finanzamt will noch weitaus mehr Geld bei dem ehemaligen AUB-Chef holen. Pech für Siemens: Im Zweifelsfall werden jedoch die Forderungen des Fiskus zuvor bedient.