Der Korruptionsskandal ist noch lange nicht ausgestanden - und nun brechen auch noch die Gewinne ein. Siemens-Chef Löscher verordnet dem Konzern ein rigides Sparprogramm - das auch Entlassungen beinhaltet.
Der Vortrag der amerikanischen Kanzlei Debevoise hatte lange gedauert und er war brisant. Am Dienstag hatten die Ermittler Managern und dem Aufsichtsrat auf einer stundenlangen Sitzung in München berichtet, wie tief sich der Korruptionsskandal inzwischen quar durch den Konzern gefressen hat.
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Kritischer Blick auf die Vorgänge bei Siemens: Vorstandschef Löscher will sparen. (© Foto: ddp)
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Selbst die Konzernführung war schockiert: "Ganz klar hatte ich dieses Ausmaß und die Breite nicht vor Augen, als ich meine Verantwortung übernommen habe", sagte Siemens-Chef Peter Löscher am Mittwoch bei Vorlage der Halbjahreszahlen des Technologiekonzerns in München.
Doch die Korruptionsaffäre ist für das 160 Jahre alte Traditionsunternehmen längst nicht mehr das einzige Problem. Neben dem Schmiergeldskandal macht dem Konzern auch das operative Geschäft gravierende Schwierigkeiten.
Stagnierende Gewinne
Missratene Projekte beim Bau von Kraftwerken und Zügen sowie die Kosten für den Umbau der angeschlagenen Telefonanlagensparte SEN ließen den Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 um zwei Drittel auf 412 Millionen Euro einbrechen. Zwar stieg der Umsatz zur gleichen Zeit um zwei Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Ein Ende der Probleme ist allerdings nicht in Sicht.
Denn die Siemens-Spitze warnte am Mittwoch erstmals davor, dass die weltweite Finanzkrise auch abseits des Bankensektors Folgen für Konzerne in Deutschland haben könnte. Trotz prall gefüllter Auftragsbücher rechnet Vorstandschef Löscher im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr mit stagnierenden Gewinnen im operativen Geschäft.
An den Renditezielen für 2010 hielt er fest. Siemens spüre die ersten Auswirkungen der Finanzkrise auf sein Massengeschäft in Deutschland und den USA, sagte Löscher. Im kommenden Geschäftsjahr würden die Folgen für die Realwirtschaft noch deutlicher zu Tage treten. Zudem verschärfe sich der internationale Konkurrenzkampf.
Einsparung von 1,2 Milliarden Euro
Einige Siemens-Mitarbeiter dürften das in den kommenden Monaten zu spüren bekommen. Denn mit einem massiven Sparprogramm in zentralen Bereichen will Siemens die Schwächephase bekämpfen. Bis 2010 plant der Konzern hohe Einsparungen von etwa 1,2 Milliarden Euro im Vertrieb und in der Verwaltung.
Konzernchef Löscher schwört die Belegschaft schon mal auf harte Einschnitte ein: "Dort wird es ganz klar auch zu Personalabbau kommen", kündigte Löscher am Mittwoch an. Für genaue Zahlen sei es allerdings noch zu früh, so der Konzern.
Eine Siemens-Umfrage zum Hören finden Sie hier.
- Bericht der US-Anwälte Ermittler rügen massive Korruption bei Siemens 29.04.2008
- "M" und der Siemens-Skandal Hinweise auf gezielte Vertuschung 29.04.2008
- Ex-Siemens-Chef von Pierer Das Leben nach der Macht 28.04.2008
- Siemens Analysten prophezeien Gewinneinbruch 25.04.2008
- Siemens-Schmiergeldskandal Ex-Finanzvorstand Neubürger in Bedrängnis 24.04.2008
(sueddeutsche.de/jkr/tob)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Bei einem kurzen Besuch bei XING habe ich festgestellt, dass ein großer Teil der unfähigen Kaufmannschaft noch immer in festem Sattel bei Siemens sitzt. Ein Teil bei SEN, Nokia Siemens Networks usw.
Nur wenige, die zu den im Artikel "Prozess der Selbstreinigung" von "Zeit online" 62 % stehen, haben die Firma verlassen.
http://www.zeit.de/2008/12/Selbstreinigung-Siemens
Auszug aus dem Artikel:
"In 470 Fällen habe es »angemessene Disziplinarmaßnahmen« gegeben, und: »Einhundertunddreißig Mitarbeiter mussten das Unternehmen verlassen.«
Nur in 30 Prozent der Fälle kam es zur Trennung oder Suspendierung.
Und von allen Compliance-Verstößen hatten 24 Prozent mit Betrug im weiteren Sinne zu tun und nur 14 Prozent mit Korruption oder Kartellrechtsverstößen. Unter dem Rest von 62 Prozent fanden sich, so ein Unternehmenssprecher, auch andere Delikte wie etwa sexuelle Belästigung."
Es scheinen die zuletzt aufgeführten "sauberen" FK's des Managments sitzen tatsächlich wieder bei kleinen, neu gegründeten Firmen in der St. Martin Straße in München. Diese Clique scheint sich immer wieder gegenseitig zu versorgen. Ist ja klar, daheim darf es niemand erfahren.
Unglaublich, was sich manche Leute herausnehmen.
"...ein rigides Sparprogramm - das auch Entlassungen beinhaltet."
Ich hoffe doch: bei den Managern?
Lustige Manager"elite", erst korrupt sein und sich selbst in die Tache wirtschaften und dann darfs wieder der einfache Angestellte ausbaden ... Wobei ? Gibts die bei Siemens überhaupt noch ? Da wird doch eh alles "outgesourced" und verkauft, was nciht niet- und nagelfest ist.
Schön Herr Löscher ! Weiter so ! Immer mehr den ehemals großen Konzern kaputtmachen !
Siemens war mal ein ordentlicher Name, als es noch unter der Permisse geleitet wurde, zu entwickeln und die Technik zu beherrschen. Aber nun gehts ja nur noch um Gewinn-Effizienz-Maximierung-Bal-Blubb. Oh, und wenn nix mehr zu holen ist (trotz Schmiere, die zahlen ja nicht die Verantwortlichen sondern der Gesamtkonzern), dann JUCHU, ne Abfindung (sihe Pierer + Frau) damit man die Typen loswird...
so bin ich um den Schlaf gebracht. ... und das ist noch vorsichtig ausgedrückt.
Aber ein kleiner Lichtschein am Horizont. Die Superkorruptionsaufklärer stellen jetzt die arbeitslosen Figuren ein und sorgen dafür, daß die Aufträge nicht an der Deutschen Arbeiterelite vorbeigehen.
Die Amis hören auf zu lachen und die Chinesen halten sich zurück, da keiner mehr auf der Welt Bestechungsgeld annehmen will.
Somit ist die Welt wieder in Ordnung, Herr Leyenspieler.
Au fein, wird das schön.
Sie reagieren mit einer Vielfalt von Maßnahmen auf Probleme in ihren Firmen: Die einen setzten Mitarbeiter frei, die anderen bereinigen das Personaltableau. Der dritte entläßt einen Teil der Leute und der vierte gibt den Mitarbeitern die Chance, sich auf dem Arbeitsmarkt neuen Herausforderungen zu stellen.
Die Gehälter unserer Mangaer sind also voll gerechtfertigt.
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