Seximus Google-Entwickler klagt gegen Kündigung wegen Sexismus

James Damore (rechts, neben seiner Anwältin Harmeet Dhillon) war 2017 von Google entlassen worden - wegen Diskriminierung von Frauen. Nun fühlt er sich als Mann und Konservativer diskriminiert.

(Foto: AP)

In einem internen Brief behauptete James Damore, dass Frauen und Führungspositionen in der IT-Branche nicht zusammenpassen - und wurde gefeuert. Deshalb fühlt er sich selbst diskriminiert.

Im Sommer fiel der Google-Entwickler James Damore mit diskriminierenden Aussagen auf - jetzt fühlt er sich selbst diskriminiert. Weil der Konzern ihm gekündigt hat, zieht er nun vor Gericht.

Es war ein sexistisches Schreiben, das Damore im August bekannt machte. In einem internen Papier erklärte er: "Die Verteilung von Vorlieben und Fähigkeiten zwischen Männern und Frauen unterscheidet sich auch aus biologischen Gründen, und diese Unterschiede könnten erklären, warum wir keine gleiche Vertretung von Frauen in Tech-Führungsrollen haben." In dem Brief behauptete er zudem, die Dominanz progressiver Ideologie bei Google verhindere eine offene Diskussion über solche Themen.

Der Konzern entließ ihn deshalb. Google begründete die Kündigung damit, dass Damore gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und Stereotypen weiterverbreitet habe. Damores Anwälte reichten am Montag Klage gegen die Entscheidung ein. "Google wendet illegale Einstellungsquoten an, um den erwünschten Prozentsatz von Frauen und bevorzugten Minderheiten zu erfüllen", heißt es. Mit der Kündigung habe das Unternehmen Damore als Konservativen, Weißen und Mann diskriminiert.

Der Branche fehlen Frauen

Der Fall zeigt ein grundsätzliches Problem der IT-Branche: Es fehlen Frauen in den Unternehmen. Sie werden im Silicon Valley oft Opfer von Sexismus und Belästigung. Beobachter sind besorgt, dass Damores Denkweise innerhalb der Tech-Szene tatsächlich nicht selten sei und auch viele Vorgesetzte und Wagniskapitalgeber glauben, dass Frauen für Technik- und Führungsjobs nicht so gut geeignet sind wie Männer.

Zugleich behaupten vor allem konservative Männer, dass ihre Meinung von der "Political-Correctness-Bewegung" und den "Mainstream-Medien" unterdrückt würde.

Der Kulturkampf reicht über das Silicon Valley hinaus

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, Damore habe den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit angeblichen biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt. Diese falsche Übersetzung haben wir korrigiert.