Ein Hinweis darauf können Preisangaben wie "effektiver Jahreszins ab 5,5 Prozent" sein. Und bei großen Kreditsummen, wie in der Baufinanzierung, können schon geringe Zinsaufschläge aufgrund eines ungünstigen Scores zu Mehrkosten von einigen tausend Euro führen.
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Die Score-Auskunft der Schufa Holding. Der Konsument erfährt die branchenspezifischen Scores, die Unternehmen indes nur den für sie zutreffenden Wert. (© )
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Unternehmen könnten der Kritik an den Scoring-Systemen begegnen, indem sie gerade in schwierigen Fällen die Gründe für eine Entscheidung offen legen. Doch ausgerechnet die Firmen, die den gläsernen Kunden haben wollen, verschließen sich häufig den Forderungen nach Transparenz.
In Ansätzen zeichnet sich aber schon ein Umdenken ab -- etwa bei der Schufa Holding. Diese Organisation erstellt nicht nur die etwa von Banken bei der Kreditvergabe eingeholte Schufa-Auskunft, sondern auch fertige Score-Werte über die bei ihr gespeicherten Personen.
Zumindest die dafür verwendeten Daten werden mittlerweile auf Anfrage an die jeweilige Person herausgegeben. Doch die wichtigste Information -- warum ein Score gut oder schlecht ausfällt -- bleibt weiter verborgen.
Immerhin werde aber eine solche Selbstauskunft nicht mehr bestraft, versichert ein Schufa-Sprecher. Vor wenigen Jahren war das noch anders: Wer wissen wollte, was die Schufa über ihn weiß, machte sich verdächtig und wurde herabgestuft.
In den kommenden Jahren wird der Einsatz von Scoring-Verfahren rasant zunehmen. Gerade im Bankenbereich, denn im Jahr 2007 werden die neuen Basel-II-Eigenkapitalrichtlinien eingeführt. Spätestens dann werden die meisten Banken ihre Kreditzinsen "risikoabhängig", also in Anlehnung an den Score gestalten. Und spätestens dann werden Fragen in den Vordergrund rücken, die bislang kaum behandelt werden.
Was ist mit Datenfehlern in den Score-Modellen der Unternehmen? Auf welche Weise können sich Verbraucher informieren, wie sie eingeschätzt werden? Wie lassen sich die Konditionen trotz individualisierter Preise und Zinsen schnell vergleichen? Alles wichtige Fragen, denn es geht um mehr als nur um die Einsortierung in eine Call-Center-Warteschlange.
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(SZ vom 15.07.2005)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Das Instritut für Grundlagen und Programmforschung hat eine Studie über Scoring Verfahren erstellt, die da lautet "Verantwortungsvolle Kreditvergabe" Autor: Dr. Dieter Korczak (wen's interessiert, einfach nach Autor und Titel googlen).
Das Resümee sei hier zitiert (Abs. 6.14):
"Arbeitslosigkeit, Trennung/Scheidung, Niedrigeinkommen und schlechte Haushaltsführungskenntnisse/finanzielle Allgemeinbildung sind nach den Auswertungen der Klientendaten von Schuldnerberatungsstellen die Hauptursachen der Überschuldung.
Diese werden -mit Ausnahme des Niedrigeinkommens- durch die Scoringverfahren nicht erfasst."
Un sogar das Niedrigeinkommen ist meines Wissens nach selten verfügbar - die Info über das Einkommen muss man der Schufa schon nachtragen, damit sie es berücksichtigt.
Wenn das stimmt, haben die Scoringunternehmen mit dem Urteil meiner Ansicht nach die Grenze zur üblen Nachrede deutlich überschritten.
Wenn jedenfalls ich laut Kaffeesud jemandem öffentlich Kreditunwürdigkeit nachsage, müsste ich juristische Komplikationen zumindest befürchten.
Es wird ganz richtig, aber nicht deutlich genug erwähnt das ein erheblicher bis überwiegender Teil des Scores nicht in der Person des Einzelnen liegt.
"Geo-Daten" sagt schon viel aus. Die Kreditwürdigkeit(Bonität) hängt auch von der Bonität der in der Umgebung wohnenden Bürger ab. Im Detail kann es passieren das ein exzellent verdienender Mensch durch die schlechte Bonität seiner Umgebung einen schlechten Score bekommt! Und er kann nichts dagegen machen, ausser umzuziehen!
Das wird die Entmischung von Wohngebieten fördern(Ghettobildung). Was aber jedoch aus stadtplanerischer Sicht nicht gewünscht ist. Es z. B. für den guten Score in München nicht hilfreich in bestimmten Bezirken zu wohnen.
Andersherum, so lange die Auskunfteien es ablehnen die exakten Scoreing-Konditionen offenzulegen ist es jedermann möglich gerichtlich die Herausgabe von Scorewerten zu unterbinden. Was auch schon geschehen ist und weiter geschehen wird.
Ferner verlangt Basel II die individuelle Bonitätsbeurteilung des einzelnen Kreditwerbers. Ob dieser Vorschrift mit einem automatisiertem Verfahren, das noch dazu Faktoren hat die der Kreditwerber nicht beeinflussen kann, Folge geleistet werden kann bleibt abzuwarten!