Die Schwellenländer befinden sich mitten im Strudel der Finanzkrise - Währungen und Aktien stürzen in die Tiefe, der Staatsbankrott droht. Da flüchten selbst die optimistischten Anleger aus Rubel und Real.
So ist die Börse: Die Kurse fallen meist schneller, als sie gestiegen sind. Das gilt für Aktien und Anleihen, aber auch für Währungen. Plötzlich gibt es einen Ruck - und es geht drunter und drüber. Von Osteuropa über Russland bis Asien, von Südafrika bis Lateinamerika ist das Vertrauen in die Wirtschaft erschüttert, Währungen und Aktien stürzen in die Tiefe. Erste Länder stehen vor dem Staatsbankrott.
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Verzweiflung an der süd- koreanischen Börse in Seoul - die Aktienkurse sinken und sinken. (© Foto: dpa)
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Die Finanzkrise hat die Schwellenländer erreicht. Die aufstrebenden Volkswirtschaften drohen zum "zweiten Epizentrum der globalen Finanzkrise" zu werden, warnt Stephen Jen, Chef-Währungsstratege der Investmentbank Morgan Stanley. Das Beben erschüttert nicht nur einzelne Länder, es bringt die Hoffnung, dass sich die Emerging Markets gegen eine globale Rezession stemmen könnten, zum Einsturz.
Auslöser für den starken Umschwung war eine ganze Serie von Negativmeldungen. Argentiniens Regierung erschreckte das Publikum mit ihrem Plan, Pensionsguthaben der Bevölkerung im Wert von 29 Milliarden Dollar zu verstaatlichen, um Schulden zurückzuzahlen. Dies verstärkte die Befürchtungen, dass das Land kurz vor der zweiten Pleite innerhalb eines Jahrzehnts stehen könnte.
Probleme in Osteuropa
Einer der größten Krisenherde liegt allerdings gleich nebenan, in Osteuropa. Seit Ungarn, die Ukraine und Weißrussland aus Angst vor einem Staatsbankrott den Internationalen Währungsfonds (IWF) um milliardenschwere Kredite gebeten haben, kehren Anleger den bis vor kurzem noch so gelobten Wachstumsmärkten im Osten den Rücken.
Lettland, Estland, Serbien, Bulgarien und Rumänien gelten als die nächsten Kandidaten für IWF-Hilfen. Sie leiden unter hohen Leistungsbilanzdefiziten und haben sich kurzfristig in fremden Währungen verschuldet. Ihre Währungen sind deshalb enorm unter Druck geraten und haben gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn bis zu 52 Prozent an Wert verloren.
Die Krise der Schwellenländer zeigt sich auch an den Börsen. Die Anleihenkurse knickten ein, weil die Anleger höhere Renditen fordern. Der Renditeanstieg von Zinspapieren aus den Schwellenländern hat Daten von Merrill Lynch zufolge seit Anfang Oktober zu einem Wertverfall von mehr als 20 Prozent geführt. Wer Anleihen gegen einen Ausfall des Schuldners versichern will, zahlt inzwischen gewaltige Prämien.
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