Schweizer Banken Drastische Mittel der Banken

Die Credit Suisse und andere eidgenössische Institute meinen das, was sie schreiben, ganz ernst. "Wer nicht auf die Briefe reagiert, bei dem haken die Banken intensiv nach", sagt Franz Bielefeld aus der Kanzlei Baker Tilly Roelfs. "Einige Banken greifen zu drastischen Mitteln", teilweise würden die gesetzten Fristen sogar verkürzt, beobachtet Patrizia Nusko von der Steuerberatungsgesellschaft Ecovis.

Fachanwälte befürchten mittlerweile, dass ihren Mandanten nicht mehr genügend Zeit für die Selbstanzeige bleibt. Die Steuerjuristen empfehlen deshalb, erst dann die Zustimmung zur Weitergabe der Daten im Rahmen des Zinsbesteuerungs-Abkommens zu erteilen, wenn die Selbstanzeige fertig und beim Fiskus eingegangen sei.

Doch das kann dauern. Banken wie die Credit Suisse wollen aber offenbar nicht länger warten. Der Verwaltungsrats-Präsident der Credit Suisse, Urs Rohner, hat schon vor einem Jahr Konsequenzen angekündigt. Kapitalanleger, die das nicht ernst genommen haben, werden bald hinausgeworfen. Von Kunden, die ihre Steuersituation nicht bereinigten, "werden wir uns trennen müssen", bekräftigte die Credit Suisse am Montag auf Anfrage.

Alles läuft auf Selbstanzeigen zu

Für die betreffenden Klienten bedeutet das, sie bekommen alsbald ihr Vermögen zurück. In Form eines Schecks, den sie aber bei anderen Banken gar nicht einlösen können, "ohne mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wegen Geldwäsche angezeigt zu werden", sagt Steueranwalt Bielefeld. Manche Anleger versuchten nun, ihr Geld in bar abzuheben. "Doch die meisten Banken zahlen gar nichts mehr aus oder höchstens 50 Prozent des Guthabens."

Wer immer noch glaubt, den Fiskus hintergehen zu können, der sitzt so gut wie in der Falle. Österreichische Banken würden ja vielleicht noch Schecks annehmen, ohne Anzeige zu erstatten. Aber ein Austausch von Kontodaten zwischen der Alpenrepublik und anderen EU-Staaten ist absehbar. Blieben vielleicht noch Staaten wie Panama oder Singapur oder einige Inseln in der Karibik. Doch auch dort wird es immer mühsamer, Geld zu verstecken. Also läuft alles auf Selbstanzeigen zu, die schon das ganze Jahr über massenhaft bei den Finanzämtern eingehen. Für den deutschen Fiskus gehe es insgesamt um mehrere zehn Milliarden Euro, glauben Experten.

Die Schweizer Banken bieten auch jetzt, unter geänderten Umständen, einen perfekten Service. Kunden, die der Weitergabe ihrer Daten an den Fiskus zustimmen sollen, bekommen mit den entsprechenden Formularen auch gleich den Umschlag für das Antwortschreiben an die Bank. Die Institute sagen vorab "vielen Dank".