Die Neu-Koalitionäre Union und FDP wollen offenbar den Schutz für Arbeitnehmer beschneiden. Zeitverträge sollen nun zwei Mal vereinbart werden können.
Die schwarz-gelbe Koalition bereitet offenbar Korrekturen bei Erbschaft- und Unternehmensteuern sowie Änderungen im Arbeitsrecht vor. Außerdem sind steuerliche Vergünstigungen für Privathaushalte als Arbeitgeber geplant, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.
Die neue schwarz-gelbe Regierung will unter anderem Korrekturen bei der Erbschaftsteuer vornehmen. (© Foto: dpa)
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Das Blatt beruft sich auf den ihr vorliegenden Entwurf für eine Koalitionsvereinbarung, den die Koalitionsarbeitsgruppe "Wirtschaft, Energie, Aufbau Ost, Bürokratieabbau" vereinbart habe. Weitgehend einig ist sich die Arbeitsgruppe demnach über Änderungen beim Arbeitsrecht: Unternehmen sollen mehr Flexibilität bei der Befristung von Arbeitsverträgen erhalten.
Damit könnten in der Krise neue Jobs geschaffen werden, heißt es in dem Entwurf. Die erneute befristete Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber sollte nach neun Monaten zulässig sein. Bisher darf ein Unternehmen einen Mitarbeiter ohne sachlichen Grund nur einmal befristet für maximal zwei Jahre anstellen. Ist der Zeitvertrag für einen kürzeren Zeitraum als zwei Jahre vereinbart, darf er bis zu drei Mal zu einer maximalen Gesamtdauer von zwei Jahren verlängert werden. Endet das Arbeitsverhältnis danach, darf der Arbeitnehmer nicht erneut befristet angestellt werden.
Zinsschranke soll abgeschafft werden
Einig sind sich Union und FDP in der Arbeitsgruppe laut dem Bericht, dass die krisenverschärfenden Elemente der Unternehmensteuerreform 2008 beseitigt werden. Dazu zählen die Koalitionäre die Zinsschranke. Außerdem sollen Einschränkungen bei der Verlustübernahme und die Hinzurechnung von Zinsen, Mieten und Pachten bei der Gewerbesteuer gemildert werden.
Vorgesehen seien außerdem Korrekturen bei der Erbschaftsteuer. Die Union will die sogenannte Lohnsummenregelung überprüfen. Nach der Gesetzeslage kann Firmenerben ein Großteil der Erbschaftsteuer erlassen werden, wenn sie über sieben Jahre hinweg die Zahl der Arbeitsplätze in etwa stabil halten. Wegen der Krise soll diese Regel abgeschwächt werden. CDU/CSU wollen außerdem Betriebsübergaben zwischen Geschwistern steuerlich erleichtern. Die FDP steht auf dem Standpunkt, dass die Länder selbst entscheiden sollen, ob und in welcher Höhe sie Erbschaftsteuern erheben.
Die Arbeitsgruppe habe sich im Grundsatz darauf verständigt, dass es steuerliche Anreize für Investitionen geben soll. Die sogenannte Sofortabschreibung für geringfügige Wirtschaftsgüter soll von gegenwärtig 150 Euro auf 1000 Euro angehoben werden.
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(sueddeutsche.de/ap/gits/pak)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Sie schreiben:"
Derzeit haben wir doch das Problem, dass Mittelständler in einem unsicheren Marktumfeld keine Neuanstellungen wagen." Sie wissen hoffentlich, dass dieses Argument durch ständiges Wiederholen auch nicht wahrer wird. Bisher gab und gibt es Zeitverträge die in, nachgewiesener Weise, ausufernder Weise abgeschlossen werde. Ansonsten bedienen sie sich der Ideologie eines Prof. Sinn. In der Praxis bedeutet dies, dass in Berufsgruppen, in denen zur Zeit ein Überabgebot besteht, die Löhne gesenkt werden. Im Zweifelsfall ins uferlose. Den Rest soll wohl die Aufstockung nach Hartz 4 leisten oder wie? Im Klartext, wir subventionieren die Gewinnspannen jener kreativer Unternehmen, in klug genug sind, das auszunutzen! Hinzu kommt was wohl niemand bedenkt: Das Lohniveau in der ganten EU käme in Rutschen ( was es ja bereits tut) mit verheerenden Folgen. Einfach mal zu ende denken!
Wenn die geänderte Regelung von Zeitverträgen eingeführt wird, hat man einigen besonders progressiven Unternehmen ein weiteres Mittel der Lohnkürzung an die Hand gegeben. Mich ärgert, dass es an der Gewerkschafts und Oppositionsfront so ruhig bleibt.
Habe zwar nicht gemeckert. Lässt man jedoch die Löhne in eine Abwertsspirale gleiten, dann wirkt dies wie eine starke Deflation, mit allen negativen Folgen. Wenn auch weniger gravierend, verunsichern aber auch befristete Arbeitsverträge potentielle Kosumenten. Und gerade allgemeiner Wohlstand kann den Kapitalismus rechtfertigen - zumal er eben auch auf Massenkonsum beruht. Können Mangels guter Löhne Produkte und Dienstleistungen nicht mehr nachgefragt werden, trifft es den Mittelstand als erstes und damit das Fundament der deutschen Wirtschaft. Vielleicht sehe ich es falsch, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es für das Land gut ist, wenn immer mehr Menschen in Leiharbeit oder andere prekäre Arbeitsverhältnisse abrutschen bzw. vielen der Jüngeren von Anfang an keine andere Perspektive bleibt. Dann sind auch Renten und die Gesundheitsversorgung nicht mehr sicher.
Kann mal einer oder besser einige von denen die nur zu Meckern haben hier mal einen kreativen und besseren Vorschlag machen wie man die Balance zwischen Arbeitnehmersicherheit und unternehmerischen Risiko findet?
Derzeit haben wir doch das Problem, dass Mittelständler in einem unsicheren Marktumfeld keine Neuanstellungen wagen weil sie durch einen in einer absoluten Wohlstandsphase aufgesetzten Kündigungsschutz nich flexibel sondern nur starr auf einen dynamischen Markt reagieren können. Ausserdem sollte man immer bemerken, dass der Arbeitsmarkt auch ein Markt ist auf dem Marktgesetze gelten, derzeit haben wir einen Wahnsinnigen Überhang an un- oder wenig qualifizierten Arbeitnehmern - also ist der Preis für diese Menschen (sorry ich kanns net besser ausdrücken) derzeit niedrig. Diktiert man den Preis (bsp. auch über Lohnnebenkosten oder hohe Bindungskosten/-fristen) künstlich nach oben wird eine entsprechende Nachfrage ausbleiben.
habe diese Parteien daher preemptiv nicht gewählt.
Paging