Siemens leidet unter der NSN-Sanierung - im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der Konzern dennoch einen Milliardengewinn. Doch die Zukunft sieht weniger rosig aus.
Siemens macht sich auf ein schwieriges Jahr 2010 gefasst. Im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres fuhr der Elektrokonzern einen Milliardenverlust ein - und erwartet weitere Einbußen durch die Wirtschaftskrise.
Der Elektrokonzern Siemens stellt sich auf weitere Belastungen ein. Stellenabbau soll es trotzdem nicht geben. (© Foto: dpa)
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"Insgesamt bleibt das Marktumfeld 2010 herausfordernd", wurde Siemens-Chef Peter Löscher in einer Pressemitteilung des Konzerns zitiert. Das Ergebnis der drei Kernsektoren Industrie, Energie und Gesundheit werde im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 von auf sechs bis 6,5 Milliarden Euro zurückgehen. Im vergangenen Jahr hatte Siemens hier noch 7,5 Milliarden Euro verdient und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.
Auch der Jahresumsatz von zuletzt 76,7 Milliarden Euro werde leicht zurückgehen, kündigte das Unternehmen an. Die anstehende Gewinnausschüttung für Aktionäre solle bei 1,60 Euro je Aktie bleiben.
"Um die Geschäfte nachhaltig zu sichern, die von der Krise besonders betroffen sind, führen wir notwendige Maßnahmen konsequent fort", erklärte Löscher. Stellenabbau gehört offenbar nicht dazu. Die Sorgen der Beschäftigten vor weiteren Einschnitten war zuletzt gewachsen. Siemens hatte aber erklärt, dass kein konzernweiter Stellenabbau geplant sei.
Belastungen durch Joint Venture
Im vierten Quartal fuhr das Unternehmen wegen der Belastungen durch das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) einen Nettoverlust von einer Milliarde Euro ein. Siemens kündigte an, die Sanierung des Netzwerkherstellers, ein Joint Venture mit dem finnischen Mobilfunkkonzern Nokia, werde auch das kommende Geschäftsjahr belasten.
Operativ schlug sich Siemens im vierten Quartal besser als erwartet. Das Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit kletterte im Schlussquartal auch dank Einsparungen im Jahresvergleich um 25 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Auftragseingang gab dagegen um 16 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro nach, und der Umsatz um neun Prozent auf 19,7 Milliarden Euro.
Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust von mehr als einer Milliarde Euro. Im Vorjahresquartal hatte Siemens wegen Milliardenbelastungen aus dem Konzernumbau und aus dem Korruptionsskandal aber noch ein höheres Minus von 2,4 Milliarden Euro verbucht.
Im Geschäftsjahr 2008/09, das am 30. September endete, bliebe Siemens unter dem Strich ein Gewinn von 2,5 Milliarden Euro - und damit weniger als die Hälfte des Vorjahres. Damals hatte der Konzern allerdings einen milliardenschweren Sondererlös aus dem Verkauf der Autozulieferersparte VDO eingefahren.
Die schwierige Lage des Konzerns schlägt sich auch in der Zahl der Beschäftigten nieder. Innerhalb eines Jahres hat Siemens 23.000 Arbeitsplätze abgebaut - vor allem im Ausland. In Deutschland sank der Personalbestand lediglich um 5000 Mitarbeiter.
Und auch Konzernchef Peter Löscher spürt die Flaute. Seine Vergütung sank im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 7,1 Millionen Euro - ein Jahr zuvor waren es noch fast zehn Millionen Euro.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/mikö/tob)
....da hat aber Siemens selbst schuld. Denn der Vorstand Volker Jung hat diese Altlast gelegt. Und Malterer hat durch ein desolates unfähiges Kostencontrolling und Verschleierung dafür gesorgt, dass alles vertuscht wurde.
Kritiker wurden rausgeekelt.
Volker Jung hat die Entwicklung innovativer Produkte verhindert. Ausbaden muß es die Belegschaft. Die kann sich schon einmal auf die Schließung (Insolvenzanmeldung) nach Auslaufen der Verträge von NSN und Siemens einstellen.
Das hat Joe Käser bei seinem Interview unverblümt gesagt:
http://derstandard.at/1259281147943/Siemens-nach-Milliardenverlust-mit-truebem-Ausblick
Da Siemens kein zweites BenQ wollte, wurde dieses Joint-Venture mit Nokia abgeschlossen. Siemens wird auch das überstehen und das unfähige Management von ehemals Siemens Com wird in diesem Sumpf weiterhin mit lukrativen Pöstchen versehen werden. Unglaublich!
Die Süddeutsche möge mir verzeihen, wenn ich hier einen Link zur Konkurrenz poste. Die Financial Times Deutschland hat zur Bilanzpressekonferenz von Siemens einen absolut vernichtenden Kommentar, der sehr lesenswert ist:
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:bilanz-pressekonferenz-siemens-macht-die-schotten-dicht/50045815.html
Besonders pikant: Der Jahresgeschäftsbericht lag nicht zu Beginn der Pressekonferenz vor, sondern wurde nur zeitgleich mit Beginn ins Internet gestellt. Die ganze Pressekonferenz war wohl vom Ablauf darauf ausgelegt, daß möglichst keine unangenehmen Fragen gestellt werden können, wie z.B. (Zitat aus dem Kommentar der FTD):
"warum Löscher mitten in der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten immer noch 7,1 Mio. Euro Gehalt bezog, während die weltweite Siemens-Belegschaft 2008/09 um 23.000 Mitarbeiter reduziert wurde"
Wie lange will sich Siemens noch die Stümpereien des Nokia-Managements* beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks anschauen.
(*Alle Siemens-TOP-Manager wurden mittlerweile aus der obersten Führung entfernt).
Nokia Siemens Networks liegt mittlerweile weit hinter Ericsson und Huawai auf dem dritten Platz in der Telekomausrüster-Branche. Ein weiterer Chinese (ZTE) setzt gerade zum Überholen an. So fing es mit den ,eigentlich garnicht so schlechten, Siemens-Handies auch an.
Siemens wird in kürze die hier verschwendeten Milliarden selbst benötigen.
Investitionsgüter bzw. solche Projekte (Kraftwerke, Fabriken und deren Automatisierung) werden langfristig geplant und durchgezogen. Vorlaufzeit locker ein Jahr und mehr. Wenn nun wegen "Krise" Neubauten ausbleiben, dann wirkt sich das erst richtig aus wenn der Puffer in den Auftragsbüchern weg ist. Selbst wenn morgen wieder eitel Sonnenschein herrschen würde, bis Neuanlagen seitens des Betreibers durchdacht und finanziert sind, damit ausgeschrieben werden ... das dauert auch locker 6-12 Monate.