Der teure Euro wird die deutsche Wirtschaft schon bald belasten, sagen Wissenschaftler des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Die Wachstumsprognose für 2009 haben sie unter anderem deshalb drastisch gesenkt.

Die Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erwarten nur noch ein Plus von 1,2 Prozent statt der bisher vorausgesagten 1,6 Prozent.

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"Die Konjunktur in Deutschland wird sich vorübergehend abkühlen", teilte das Institut am Donnerstag mit. Zwar gäbe es Indikatoren, dass die Produktion mit viel Schwung in das Jahr 2008 gestartet sei, im weiteren Jahresverlauf dürfte die Dynamik jedoch rasch nachlassen.

Angesichts der Eintrübung der Weltkonjunktur und der Aufwertung des Euro werden laut IfW insbesondere von der Auslandsnachfrage kaum noch Impulse ausgehen.

Wettbewerbsfähigkeit kaum verbessert

Hinzu komme, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller angesichts steigender Arbeitskosten kaum verbessern werde. Die Binnennachfrage hingegen werde beschleunigt zunehmen, weil sich hier insbesondere die kräftig steigenden Einkommen infolge des Arbeitsplatzaufbaus auswirkten.

Für das laufende Jahr bestätigten die Experten ihre Prognose für einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukt um 1,9 Prozent.

Einem Konjunkturprogramm erteilte das IfW eine Absage. Es bestehe das Risiko, dass ein solches Programm nicht wie gewünscht werke, die Staatsverschuldung jedoch zunehme.

Wichtig wäre hingegen, das mittelfristige Wachstum zu fördern und die Anreize für mehr Beschäftigung zu erhöhen, empfehlen die Kieler Experten.

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(sueddeutsche.de/AP/pak/hgn)