Europa rettet und rettet und rettet, doch die Wahrheit ist: Die bislang beschlossenen Schritte reichen nicht mehr aus. Die Krise hat den Kern Europas erreicht, selbst deutsche Anleihen sind nur mäßig gefragt. Nun gibt es drei Möglichkeiten, die Währung zu retten. Die Vor- und Nachteile der Ansätze im Überblick.
Europa rettet und rettet und rettet, doch die Wahrheit ist: Die bislang beschlossenen Schritte reichen nicht mehr aus. Die Krise hat den Kern Europas erreicht, Frankreich fürchtet eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit, selbst deutsche Anleihen sind nur mäßig gefragt. Nun gibt es drei Möglichkeiten, die Währung zu retten. Die Vor- und Nachteile der Modelle.
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Angela Merkel hat ihren eigenen Ansatz, um die Schuldenkrise zu bekämpfen. (© dpa)
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Die Methode Merkel: Erst sparen, dann retten
Angela Merkel gehört nicht zu derjenigen Sorte Mensch, die das Verwenden von Kraftausdrücken als ein sinnvolles Mittel der Politik erachtet. Umso mehr darf sich der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso geohrfeigt fühlen, wenn die Kanzlerin öffentlich erklärt, sie empfinde die Ideen des Brüsseler Behördenchefs zur Lösung der europäischen Schuldenkrise als "außerordentlich bekümmerlich". Denn übersetzt man "außerordentlich bekümmerlich" beispielsweise ins Dobrindt'sche, erhält man so unschöne Begriffe wie "wahn-", "schwach-" oder "irrsinnig".
Das eigentlich Irrsinnige an dem Konflikt ist dabei, dass Merkel Barrosos Idee, wonach die Euro-Staaten ihr Geld auf den Kapitalmärkten künftig gemeinsam leihen, gar nicht für alle Zeiten ablehnt. Das Timing des Präsidenten aber könnte aus Sicht der Kanzlerin schlechter nicht sein: Gemeinschaftsanleihen sind demnach allenfalls am Ende des europäischen Einigungsprozesses denkbar - dann nämlich, wenn die Verträge so verschärft worden sind, dass jeder Schuldensünder automatisch mit Sanktionen belegt wird. Barroso hingegen wolle die sogenannten Euro-Bonds am Anfang, in der durchaus irrsinnigen Annahme, das Spargelübde der Euro-Länder lasse sich auch nachträglich noch einfordern.
Für Merkel ist genau das die Krux: Da die Finanzmärkte - und sie selbst auch - vielen Regierungen die Reformversprechungen schlicht nicht mehr abnehmen, will sie zum einen Vertrauen durch Kontrolle ersetzen und zum zweiten die Währungs- durch eine Fiskalunion ergänzen. Konkret bedeutet das verbindliche Haushaltspläne der Mitgliedsstaaten, scharfe Aufsicht und automatische Strafen. Verstößt ein Land gegen die strengen Regeln, könnte die EU beispielsweise Geld aus ihren vielen Töpfen zurückhalten. Zudem wird die Schaffung eines "Stabilitätskommissars" diskutiert, der bei Fehlverhalten in die nationale Budgethoheit eingreift. Wer dann immer noch nicht mitzieht, soll sich vor dem Europäischen Gerichtshof verantworten müssen. Hinzu kämen einheitliche Regeln in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, etwa im Arbeitsrecht, beim Renteneintrittsalter und in der Unternehmensbesteuerung.
Das Problem ist, dass für all das die europäischen Verträge geändert werden müssten, was selbst im optimalen Fall mindestens neun bis zwölf Monate in Anspruch nehmen wird. Zwar besteht im Kanzleramt wie auch in der Bundesbank die Hoffnung, dass sich die Lage auf den Finanzmärkten Schritt für Schritt beruhigt, wenn die Banken und Versicherungen, die Pensionsfonds und Anlagegesellschaften erkennen, dass die Europäer den Abbau ihrer Defizite in der Finanz-, Haushalts- und Wirtschaftspolitik wirklich angehen und Ernst machen mit der Fiskalunion. Aber auch die Optimisten bestreiten nicht, dass es zumindest vorübergehend zu weiteren erheblichen Verwerfungen kommen könnte.
Auch wenn sie das öffentlich nie sagen würde, wäre Merkel deshalb bereit zu akzeptieren, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den privaten Geldhäusern in noch größerem Stil als bislang Anleihen kriselnder Länder abkauft. Einen Verkauf der Wertpapiere direkt vom Krisenstaat an die EZB hält sie dagegen weiter für rechtswidrig. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Top-Bonitätsnote AAA des EU-Rettungsfonds EFSF zu opfern und eine etwas schlechtere Bewertung hinzunehmen. Auch wenn es paradox klingen mag: Wegen des komplizierten Bürgschaftsmechanismus stünde damit mehr Geld zur vorübergehenden Unterstützung klammer Länder zur Verfügung.
Claus Hulverscheidt
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
im Club der 5 Wirtschaftsweisen sind . Mindestens !
Welche Statistiken meinen Sie denn? Ich wäre ehrlich daran interessiert. Bisher hatte ich allerdings den Eindruck, man mache gerne Geschäfte mit unseren südeuropäischen Nachbarn, ob die sich Ihr Geld leihen oder aus der Portokasse zahlen interessiert Werften, die Fregatten oder U-Boot für Griechenland herstellen, eher nicht.
Besonders pikant:
Deutschland schraubt das Rentenniveau herunter und zwingt seine Bürger in private Rentenzusatzversicherungen, die legen das erhaltene Geld mündelsicher in Staatsanleihen z.B. aus Griechenland an, der Steuerzahler (und damit der Bürger) wird nun zu Garantien (seiner zum Teil eigenen Ersparnisse) gezwungen - er muss letztlich die Zinsen der Staatsverschuldung aufbringen. Aus der "kapitalgedeckten" Rente wird so eine Umlagerente, diesmal ist eben der Dummkopf mit dem Zahlen dran, der aufgrund fehlender Abschreibungsmöglichkeiten gar nicht anders kann, als sein Einkommen in Deutschland zu versteuern.
Ehrlich gesagt würde ich dann lieber die Ersparnisse schlachten, als die Jüngeren ein Leben lang zu Sklaven dieser Verschuldung zu machen. Sollen die die Suppe auslöffeln, die sie sich über 50 Jahre mit steigender Verschuldung auf eingebrockt haben - inkl. der heutigen Rentner, Sparer, Pensionäre und Politiker. Aber Verantwortung für seine eigene Handlungen und Unterlassungen zu tragen ist ja so völlig außer Mode gekommen, warum fällt mir da spontan ein Scheinadeliger ein?
Finanzgeschäfte zu versteuern bringt erstmal nicht viel, aber Investment-Banking OHNE irgendeinen volkswirtschaftlichen Nutzen gehört verboten. Das wäre aber noch lange nicht mehrheitsfähig.
Meinetwegen finanzier ich das Gehalt der Investment-Banker weiter, ohne dass sie was tun.
Folge wäre, dass Preise drastisch sinken würden bei einer weniger drastischen Erhöhung der Steuer. Da aber Investmentbanking nur seine Berechtigung in Steigerung der riesigen Vermögen bei gleichzeitiger Verarmung der arbeitenden Bevölkerung hat, würden riesige Vermögen auf einmal nicht mehr wachsen. Entsprechend würde es uns per steuerlichem Arbeitslosengeld für alle Investmentbanker besser als heute gehen. Das fördert wiederum Arbeitsplätze.
sehr abstrakt - zugegeben. Aber SICHER nicht widerlegbar.
...es muss einach in den Schuldenländern eine massive Umvertielung von Geld geben, zum einen von oben (reiche) nach unten (arme) und dann von den Bürgern zum Staat!!!!!!
Das Angst-Argumetn gegen Sparen ist immer die "Rezesseion". Das ist aber falsch. Eien REzession muss nicht schlecht sind. Vor allen Dingen, weil die Schuldenstaaten nur eine Region im Euroraum bilden, ist eine Rezession nicht schlimm.
Italien muss endlich handeln. Hoche STeuern, Schulden runter, Ausgaben kürzen. Eurobonds sind Gift, und sie sind unfair. Warum sollen wir für den italischenischen und französichen Wohlstand UNSERE Sozialstysteme plündern. Das ist ein Spiel mit dem Feuer.
"sie wissen alle , dass ...
es keine k a u s a l e Therapie gegen die Krise zu ihrer endgültigen Bewältigung gibt . "
Doch, die gibt es: Gewinne von Reichen einschränken, anders gesagt: Kapitalgewinne einschränken.
gleichbedeutend damit: Bezuschussung von von Löhnen zu stoppen, wäre ein riesiger Schritt dahin - Erbschaften versteuern - Kapitalgewinne versteuern. was für Dtl. völlig falsch ist: Rentenalter erhöhen. Gegenteiliges bewirkt eine Verschärfung, so einfach ists. alles (fast) von heute auf morgen machbar.
Der Produkte-Geldkreislauf ist durch riesige Kapitalgewinne enorm gestört - Folge ist globale Verschuldung. Es wäre so einfach zu verstehen, wenn man nur nicht das alltägliche Mantra wiederholt, was besagt: Es ist alles so kompliziert in unserer heutigen Welt, dass es nur wenige geistige Eliten verstehen, denen wir uns untergebendst anvertrauen.
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