Schock in Graz Magna verliert Großauftrag von Porsche

Ab 2012 sollte das Magna-Werk in Graz zwei Porsche-Modelle bauen. Doch nun hat VW das Sagen in Zuffenhausen - und prompt steht der Deal vor dem Aus.

Es hatte alles so gut ausgesehen für Magna. Mit einem Großauftrag von Porsche sollte die Auslastung des Werkes im österreichischen Graz gesteigert werden. Die Mitarbeiter hatten bereits frohlockt, denn der Stuttgarter Sportwagenhersteller hatte im Jahr 2008 beschlossen, dass die Grazer Magna-Schmiede ab 2012 acht Jahre lang das Porsche-Coupé Cayman sowie den Boxster fertigen sollte.

Porsche Cayman, Foto: oh

Bislang wurde der Porsche Cayman in Finnland gebaut - jetzt könnte die Produktion in das neue VW-Werk nach Osnabrück verlegt werden. Leidtragende wären die Magna-Arbeiter in Graz.

(Foto: Foto: oh)

Doch seit dem Beschluss ist viel passiert. Porsche hat seine Eigenständigkeit an den Volkswagen-Konzern verloren und der hat vor wenigen Tagen den Kauf des Osnabrücker Karmann-Werkes beschlossen. Nun will Porsche den bereits zugesagten Auftrag an Magna offenbar zurückziehen. Ein Porsche-Sprecher sagte, "wir führen Gespräche". Deutlicher wurde eine mit der Situation vertraute Person. Sie sagte, Porsche werde aus den Verträgen aussteigen.

Zweite Chance für Karmann

Für Magna ist diese Kehrtwende, die nur wenige Wochen nach dem abgesagten Opel-Kauf kommt, ein Schock. Denn der österreichisch-kanadische Zulieferer hatte, abhängig von dem Erfolg der Porsche-Reihe, mit einer Stückzahl von etwa 130.000 Fahrzeugen in acht Jahren kalkuliert, berichtet das österreichische Wirtschaftsblatt. Der Porsche-Auftrag sei nach dem Auslaufen von Auftragsfertigungen für BMW und Chrysler unbedingt notwendig, um die Gesamtfahrzeugproduktion in Graz mit dem aktuellen Mitarbeiterstand aufrechterhalten zu können.

Bislang werden die beiden Porsche-Modelle von Valmet in Finnland gefertigt. Der Boxster läuft hier seit 2004 vom Band, der Cayman seit 2005. Zuletzt hatte Porsche jedoch den Auftrag neu ausgeschrieben. Magna hatte sich dabei durchgesetzt - übrigens auch gegen den Volkswagen-Konzern und Karmann, berichtet das Wirtschaftsblatt.

Jetzt bekommt Karmann offenbar eine zweite Chance. Denn um die Auslastung des neu erworbenen Werks zu erhöhen, soll VW-Chef Martin Winterkorn beschlossen haben, die neuen Porsche-Modelle in der eigenen Konzernfamilie herstellen zu lassen und nicht - wie bisher - von einem Drittanbieter.