Geschwindigkeit ist das Geschäft der Deutschen Bahn - aber bei der Wahrheitsfindung bewegt sie sich mit dem Tempo einer Draisine.
Erstmals, immerhin, legt der Konzern nun einen Bericht über die internen Überprüfungen seiner Mitarbeiter vor.
Wie konnte die Bahnrevision zehn Jahre lang Mitarbeiter ausspähen, ohne dass dies im Konzern bekannt gewesen sein soll? (© Foto: dpa)
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Die Zahl der Spähaktionen ist im Laufe der Zeit von einer auf zwei, von zwei auf drei, von drei auf fünf gewachsen. Jede neue Woche bringt Neues ans Licht. Und auch mit dem jüngsten Bericht ist noch nicht klar, wo und wie der Konzern im Einzelnen Informationen über seine Mitarbeiter erhoben hat.
Eigenleben der Revision
Das alleine ist schlimm genug. Ganz offensichtlich führte eine komplette Abteilung des Konzerns, die interne Revision, über Jahre hinweg ein Eigenleben. Weite Teile ihrer Arbeit lassen sich nicht mehr rekonstruieren, weil Akten verschwunden sind - und offenbar fehlt es an Mitarbeitern, die darüber reden wollen.
Kein Mensch erfährt, gegen welche Gesetze die Revisoren verstießen - also diejenigen, die doch eigentlich die Einhaltung von Regeln überwachen sollen. Auch wird der Chef der Abteilung dem Verkehrsausschuss des Bundestages nicht Rede und Antwort stehen. Er hat sich, so die offizielle Lesart, beurlauben lassen.
Für Konzernchef Hartmut Mehdorn wird das gefährlich. In den vergangenen Tagen hatte er sich Luft verschaffen können, indem er sich bei den Mitarbeitern für die heimlichen Spähaktionen entschuldigte. Nun aber tauchen neue Fragen auf.
Wie konnte die Konzernrevision zehn Jahre lang Mitarbeiter ausspähen, ohne dass dies im Konzern bekannt gewesen sein soll? Warum wusste Mehdorn angeblich nichts, obwohl die Abteilung ihm direkt unterstellt ist? Die Bahn hat mit der Aufklärung begonnen. Plausible Erklärungen bleibt sie schuldig.
(SZ vom 11.02.2009/hgn)
Großprojekte in Berlin
Wenn es noch Moral und Anstand in diesen Etagen geben würde, wäre der Rücktritt freiwillig bereits mit der ersten Veröffentlichung erfolgt.
Wenn es noch Moral und Anstand in der Politik gäbe, wäre Mehdorn innerhalb von Stunden nach der ersten Meldung zurück getreten worden.
Wenn es noch Moral und Anstand in der Wirtschaft geben würde, würden Personen dieser Art keinen Job als Manager mehr bekommen und Posten in Aufsichtsräten, Beiräten und Co. wären unmöglich.
Aber in einem Land in dem es keine Moral und keinen Anstand gibt läuft diese Debatte bis entweder der Betroffene aufgibt (selten der Fall - zeugt von unfähigkeit) oder das Thema so breitgetreten ist, dass es keinen mehr interessiert.
Das unser Land keine Moral und keinen Anstand hat merkt man ja an unserem Rechtssystem: Wer jemandem körperlich Schaden zufügt geht in den Knast.
Wer nur anderer Leute Geld nimmt ohne direkten körperlichen Schaden zu verursachen, der kommt meistens mit Bewährungsstrafen davon.
Die gestrige - taktische - Entscheidung den Leiter der Konzernrevision Josef Bähr mit sofortiger Wirkung zu beurlauben bzw. zu suspendieren und ihn somit vor dem heute tagenden Verkehrsauschuss NICHT aussagen zu lassen (!!!) -
sollte selbst unter der Würde eines Hartmut Mehdorn sein ... :-((
Unsere "selbstgefühlten" "Führungseliten" aus Gewerkschaften, Politik, Verwaltung und Wirtschaft - haben offenbar längst jeglichen Rest Anstand und Moral verloren ...
Mehdorn gehört unter Streichung sämtlicher Bezüge, Boni und Pensionsansprüche sofort und fristlos - unehrenhaft - entlassen und an die Luft gesetzt !!!
Daneben gehört sämtliche Pläne zur - antisozialen - Bahnprivatisierung sofort gestoppt !!!
der Bahn dar. Aufklärung und Transparenz ist mehr als schleppend. In solchen Fällen muss man vermuten, dass mehr dahinter steckt. Es ist zu anzunehmen, dass von Regierungskreisen eine Beteiligung oder Duldung erfolgt ist. Mehdorn hat wohl für viele Freunde gesorgt, die seine Arbeit unterstützen. Es ist sonst nicht zu erklären, warum noch an Mehdorn festgehalten wird. Auch muss man generell vermuten, dass die Bespitzelung aus der DDR übernommen wurde. Hat sich der Bespitzelungsapparat der DDR hier etabliert? Anzeichen gibt es. Diese Praktiken müssen schnell abgestellt werden.
Salamitaktik, die aus parteipolitischem Kalkül heraus ohne Folgen bleibt. Fragen bleiben offen: Wer wußte was? Warum hat die Aufsicht nicht funktioniert? Warum läßt man das allen durchgehen? etc....
Der Bürger wird vera**cht und die Politik findet das gut. Unglaubliche Vorgänge, die in der Schreinerei um die Ecke Köpfe kosten würde, so aber....
vorab, das Rot ist nicht von mir, ich bevorzuge zu antworten nicht "rotzustifteln"!
Die gesamten Fehler des Unternehmens sind bekannt, fehlende Kundennähe, eine sehr unangenehme Art und Weise der Verfahrenswesie mit den Kunden, die fehlende und falsche Informationspolitik in vielen Bereichen. Fehlende einen regelmäßigen Fahrbetrieb gewährleistenden Instandhaltungen, wie z. B. Astabschnitt überhängender brüchiger Äste, die bei einem Wintereinbruch Gleise versperren oder Oberleitungen beschädigen. uvm.
Auch steht Mehdorn einem Pierer oder Cromme in der Art und Weise seiner Informationspolitk und der Außendarstellung seiner Persönlichkeit und Arbeitsweise in nichts nach. Eher dürfter er dort vorangehen, denn die Belastungen, die er nicht nur dem Kunden für sein Missmanagment anlastet, sondern auch, die nicht in den Pseudo-Unternehmenserfolg hereingerechneten Belastungen für den Steuerzahler, lassen Herrn Mehdorn nicht sonderlich erfolgreich aussehen, sondern als einen der auf einer glücklichen Welle Dahingleitenden.
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