Kurz vor der Weihnachtszeit mehren sich die Rabattangebote. Doch Vorsicht: Viele vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich als Preisfallen.
Gute Zeiten für Schnäppchenjäger. Der deutsche Handel wirbt aggressiver denn je mit Rabatten und Sonderaktionen. Für viele Verbraucher ist die Jagd nach dem "Preisknüller" zur Selbstverständlichkeit geworden. Wegbereiter der Preisschlachten hierzulande sind Billiganbieter wie Aldi und Lidl, die dem Lebensmitteleinzelhandel damit seit Jahren die Kundschaft abspenstig machen. Doch nicht jedes Billigangebot hält, was es verspricht. Das Nachsehen haben dann die Kunden, die am Ende mehr zahlen, als sie eigentlich müssten.
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Der Schein trügt. Bei den meisten Rabatten werden die Preise vorher kräftig erhöht - um sie dann wieder zu senken. (© Foto: ddp)
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Beispiel Möbelbranche. Sie steht immer wieder wegen irreführender Rabattangebote in der Kritik. Bei Stichproben wurde wiederholt festgestellt, dass Möbelhäuser im Vorfeld von Rabattaktionen die Preise deutlich erhöhen - um sie danach wieder etwas zu senken. Entsetzt stellt mancher Käufer später fest, dass er das vermeintlich günstige Sofa einige Wochen vorher zum normalen Preis deutlich billiger hätte haben können.
Diese und andere Tricks können aber nur geahndet werden, wenn "Kunden sich wehren und klagen", sagt Ulrike Weingand, Juristin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das zeigt auch ein Urteil des saarländischen Oberlandesgerichts im Fall Praktiker. Die Baumarktkette hatte mit dem Slogan "20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung" geworben. Es stellte sich heraus, dass auch andere Produkte von der Rabattaktion ausgenommen waren. Dagegen hatten Kunden geklagt und recht bekommen. Praktiker musste die irreführende Werbung korrigieren.
Schachern um den Preis
Für viele Produkte aus dem Bereich Unterhaltung und Elektronik sind die Preise ohnehin deutlich gesunken. Und der übliche Anstieg zur Weihnachtszeit könnte diesmal wegen der schlechten Wirtschaftsaussichten ausbleiben: "Die Preise vieler weihnachtsspezifischer Produkte werden auch im Dezember weiter fallen", sagt der Preisstratege und Unternehmensberater Hermann Simon.
Der Autohersteller Toyota lädt seine Kunden regelrecht zum Handeln ein: Mit dem Werbeslogan "Qualität hat jetzt Ihren Preis" ermuntert der Autohersteller seine Kunden, den Preis für einen Wagen selbst zu bestimmen. Der Verkäufer macht ein Gegenangebot, und im Idealfall trifft man sich irgendwo in der Mitte - ein Vorgehen wie auf dem orientalischen Bazar. Sie ist symptomatisch für eine absatzschwache Branche, in der die Preise immer mehr zum Druckmittel für den Verbraucher werden.
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Wer es nicht eilig hat, kann ruhig noch warten. Der Konsument stemmt sich noch gegen die Krise. In ein paar Monaten ist die Nacht noch schwärzer als heute und die Rabatte somit größer.