Schmiergeld-Verfahren gegen Formel-1-Boss Einigung in Ecclestone-Prozess möglich

Stimmt die Staatsanwaltschaft zu, könnte der Strafprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sehr schnell zu Ende gehen.

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Bernie Ecclestone könnte ein freier Mann bleiben: Seine Verteidiger haben die Einstellung des Verfahrens gegen den Formel-1-Boss beantragt. Die Staatsanwaltschaft scheint interessiert.

  • Verteidiger beantragen Einstellung des Bestechungs-Verfahrens gegen Bernie Ecclestone. Die strafrechtliche Verantwortung des Formel-1-Bosses sei "höchst fragwürdig".
  • Die Staatsanwaltschaft deutet an, zuzustimmen - wenn Ecclestone eine angemessene Summe zahlt.
  • Ecclestone sieht keinen finanziellen Schaden für die BayernLB - will aber dennoch 25 Millionen Euro als Ausgleich zahlen.

Die Argumente von Ecclestones Verteidigern

Die Verteidiger von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone haben am Dienstag die Einstellung des Bestechungs-Prozesses gegen den Briten beantragt. Sie bezeichneten die strafrechtliche Verantwortung des 83-Jährigen in einer schriftlichen Erklärung als "höchst fragwürdig". Zudem handle es sich um ein "extrem belastendes Verfahren" für ihren Mandanten. Darüber hinaus sei "nicht ersichtlich", dass der BayernLB durch die Ecclestone vorgeworfenen Zahlungen ein Vermögensnachteil entstand.

Das sagt die Staatsanwaltschaft dazu

Die Staatsanwaltschaft deutete an, der Einstellung gegen eine Geldzahlung zuzustimmen. Unklar ist die Höhe des Betrags, im Falle Ecclestones dürfte es sich mit Sicherheit um einen mehrstelligen Millionenbetrag handeln. Das Angebot gilt bis zum 8. August. Auch ein eventuelles zivilrechtliches Verfahren mit der BayernLB möchte Ecclestone offenkundig vermeiden. Per Brief hat er, wie seine Verteidiger nun vortrugen, der Bank den Vorschlag unterbreitet, ihr die Provision zurückzuzahlen, die er seinerzeit beim Verkauf der Formel-1-Anteile kassierte. Es geht der Verteidigung zufolge um 25 Millionen Euro.

Bernie, der Dauergast

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44 Millionen an BayernLB-Vorstand

Die Anklage hatte Ecclestone vorgeworfen, Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit vor acht Jahren mit 44 Millionen Dollar bestochen zu haben. Er habe damit Einfluss auf den Besitzer der Formel 1 nehmen und seinen Job an der Spitze sichern wollen. Ecclestone hat das bisher immer zurückgewiesen und erklärt, sich von Gribkowsky bedroht gefühlt zu haben.

Wann es weitergeht

Der Prozess wird erst Dienstag nächster Woche fortgesetzt. Nachdem der für diesen Mittwoch geladene Zeuge sich auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft, wurde der Mittwochstermin ganz gestrichen.