Firmen zahlen hohe Summen, um in Shows oder Serien aufzutreten. Die Sender, auch die öffentlich-rechtlichen, verdienen ordentlich daran. Nun aber wollen sie die fragwürdigen Nebengeschäfte einschränken.
Im Frühjahr bot ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut eine ungewöhnliche Premiere: nicht im Fernsehen, sondern im Fernsehrat hinter verschlossenen Türen.
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Wer zahlt wie viel? (© Graphik: SZ)
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Bellut berichtete dem Aufsichtsgremium des gebührenfinanzierten Senders erstmals im Detail, mit welchen Summen sich Firmen in Shows und Serien einkaufen — in bar oder mit Sachleistungen.
T-Mobile zum Beispiel zahlte 900.000 Euro für die jüngste Staffel von Wetten, dass ...? Es hat eben seinen Preis, wenn Thomas Gottschalk die Handys der Telekom-Tochter vor 15 Millionen Zuschauern ins Bild hält, freundliche Worte inbegriffen.
Mercedes-Autos rollten für 750.000 Euro in Gottschalks Gala, Warsteiner-Bier machte 650.000 Euro für die Präsenz bei den Außenwetten locker. Und VW investierte 555.000 Euro in die Vorführung eines neuen Autos bei 50 Jahre Rock, ebenfalls moderiert von Gottschalk.
Dem Kaufhof war es 800.000 Euro wert, seine Produkte in der Mode-Serie Samt und Seide zu platzieren. Und für 150.000 Euro durfte Brockhaus bei Unsere Besten mitwirken, der Suche nach dem größten Deutschen.
Bisher war es im ZDF wie in der ARD tabu, solche Deals und Summen zu nennen. Nicht einmal die eigenen Kontrollgremien erfuhren Details. Preislisten? Fehlanzeige. Broschüren? Undenkbar. Verträge? Alles geheim und höchstens per Zufall einsehbar.
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