Von Markus Balser und Klaus Ott

Bei Europas zweitgrößtem Chiphersteller Infineon steht Vorstandschef Wolfgang Ziebart offenbar vor der Ablösung. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung suchen Teile des Aufsichtsrats einen Nachfolger.

Erste Namen werden gehandelt. Ziebart ist wegen der miserablen Finanzlage von Infineon in die Kritik geraten.

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Die Zahlen der Konzerntochter Qimonda sind desaströs, in den übrigen Geschäftsfeldern bleiben Erfolge bei der Sanierung aus.

Im Aufsichtsrat rumort es deswegen: "Das Mass ist voll", sagt ein Mitglied des Aufsichtsrats. Vor wenigen Tagen hatten Aktionäre bei der Hauptversammlung in München das Management vehement kritisiert.

Nun beraten einflussreiche Aufsichtsräte nach Angaben aus dem Kontrollgremium und dessen Umfeld im kleinen Kreis über die Ablösung von Ziebart.

Siemens-Seilschaft

Sie fahnden nach einem geeigneten Nachfolger für den 58-jährigen. Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley suche in Gesprächen mit Kollegen aus dem Kontrollgremium nach einer Lösung. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Weder Kley noch das Unternehmen wollten sich dazu äußern.

Infineon ist einer der wenigen in Deutschland verbliebenen Konzerne in der Informationstechnologie. Um das Unternehmen nach vorne zu bringen, soll in den kommenden Monaten der Vorstandschef ausgetauscht werden. "Wir wollen möglichst schnell eine Entscheidung", sagte ein Aufsichtsrat.

Das Problem an der Sache: Die Nachfolgersuche läuft schleppend. Es sei schwer, geeignete Kandidaten für die schwierige Aufgabe zu gewinnen, heißt es aus Aufsichtsratskreisen. Bis zum Sommer solle aber der Wechsel erfolgen. Man wolle erst gar nicht in die Verlegenheit kommen, über eine Verlängerung von Ziebart beraten zu müssen. Sein Vertrag läuft bis Herbst 2009.

Bei Infineon war es bereits Ende vergangenen Jahres zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat gekommen. Der Grund: Hohe Verluste der Speichertochter Qimonda. Allein im vergangenen Quartal verbuchte Qimonda fast 600 Millionen Euro Verlust und belastete die Mutter schwer.

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