Erbittert wehrt sich die Spielzeug-Industrie dagegen, ihre Produkte unabhängig testen zu lassen - und bringt so Millionen Kinder in Gefahr.
Wenn Kinder am Heiligen Abend ihre Geschenke auspacken, dann kann der Inhalt mitunter gefährlich sein. Leicht entflammbar, elektrische Schläge, Allergene und krebserregende Stoffe: Spielzeug kann heute zu oft kleine Kinder krank machen.
Elektrische Schläge, Allergene, krebserregende Stoffe: Spielzeug ist zu oft gefährlich. (© Foto: dpa)
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Im Sommer 2007 erschütterte eine weltweite Rückrufaktion des US-Spielzeugherstellers Mattel das Vertrauen der Verbraucher in die bunte Spielzeugwelt. In 83 verschiedenen Artikeln fanden die Mattel-eigenen Prüfer überhöhte Blei-Konzentrationen im Lack. Betroffen war auch ein knallbuntes Musikinstrumenten-Ensemble der Edition "Sesamstraße". Produktionsort der beanstandeten Ware: China.
Sogleich versprach die Politik Abhilfe. Wenn es um die Sicherheit der Kinder gehe, dürfe es keine Kompromiss geben, sagte damals EU-Industriekommissar Günther Verheugen (SPD). Der Süddeutschen Zeitung teilte er mit, Spielwaren seien "anders zu behandeln als andere Güter". Es gehe hier um die "verwundbarste Gruppe überhaupt, die Kinder". Bei diesen Produkten dürfe es keine Risiken geben.
Industrie klagt über hohe Kosten
Seitdem wurde die 20 Jahre Spielzeugrichtlinie der Europäischen Union überarbeitet. Noch in diesem Monat soll sie im Europaparlament verabschiedet werden. Darin enthalten sind schärfere Grenzwerte und eine Reihe von neuen Stoffen, die künftig in Spielzeug nicht mehr enthalten sein dürfen. Eine entscheidende Forderung haben die Europa-Parlamentarier jedoch nicht in die neue Richtlinie aufgenommen: Die Hersteller müssen sich nicht dazu verpflichten, ihre Produkte von unabhängigen Prüfern testen zu lassen.
Die konservative Mehrheit im Parlament lehnt das ab. Eine Studie im Auftrag des Verbraucherausschusses im Europaparlament sollte belegen, dass die Kosten und der Aufwand für die Industrie zu hoch seien. Durchgeführt wurde die Untersuchung jedoch ausgerechnet von Beratern des dänischen Ramboll-Konzerns, der auch enge Beziehungen zum Spielzeuggiganten Lego unterhält. Auch die Studie stützt das Urteil der Konzerne - und die Opposition ist entsprechend empört: "Unseriös" sei das Werk, urteilt die grüne Europa-Abgeordnete Heide Rühle.
Bei jährlich 600.000 neuen Spielzeugartikeln, so rechnet dagegen die Industrie, entstünden für unabhängige Prüfungen Kosten in Höhe von über sechs Milliarden Euro, sagt Ulrich Brobeil, Justiziar des Deutschen Verbandes der Spielwaren Industrie - bei einem Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die Kosten für eine Erstprüfung der Produkte würden demnach bei 10.000 Euro pro neuen Artikel liegen. Die deutschen TÜV-Gesellschaften, die ebenfalls Spielzeugprüfungen durchführen, halten die von der Spielwaren-Industrie genannten Kosten für völlig überzogen.
Lesen Sie im zweiten Teil, warum unter deutschen Christbäumen Spielzeug liegen kann, das für China zu gefährlich ist.
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Großprojekte in Berlin
die einen wollen vorgeschriebene Test und Produktfreigaben auch für Spielzeug, wohl ähnlich dem was in anderen Bereichen (z. B. Elektroindustrie) üblich ist und begründen dies auch verständlich. Die anderen sind dagegen, eine nachvollziehbare Begründung fehlt. Kaum zu glauben, hat es doch so etwas von Widerspruch nur um des Widerspruchs willen. Da halte ich doch mehr von dem allerersten Kommentar von Waldheim, Karl.
@ Eiermeier: darauf beschränken, ihre abstrusen Theorien mit anderen zu diskutieren ?
Ich habe meine Ansicht zu dem Thema und werde diese nicht weiter mit Ihnen diskutieren, da Sie offensichtlich nicht verstehen wollen. Sie weichen wie ein Stück Seife in einer nassen Hand auf Nebenkriegsschauplätze aus, die überhaupt nicht zur Diskussion stehen anstatt sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
... durch bevor Sie kommentieren?
(kann zwar niemand hört sich aber als Argument gut an)
Erst einmal werden staatliche oder staatlich verordnete Kontrollen ganz und gar nicht dazu führen dass alles was hereinkommt kontrolliert wird (das ist schlichtweg unmöglich). Daher ist ihre "Prophylaxe" naja ein netter Traum mehr nicht.
Zweitens kann man das Leben eines Kindes so oder so nicht bezahlen und 3. wenn die ersten 2 oder 3 deshalb in den Knast gewandert sind weil sie fahrlässig gehandelt haben werden es sich die nächsten überlegen ob sie so weitermachen wollen.
Das einzige was also wirklich was bringt ist knallharte Produkthaftung. Nichts anderes.
@ Eiermeier: auf meine Kommentare mit nicht zuende gedachten Vorstellungen antworten ? Lesen Sie sich doch mal alles in Ruhe durch, versuchen Sie den Sinn zu begreifen. Ihre Antwort macht dann keinen Sinn mehr.
Um es Ihnen noch einmal zu erläutern: Es ist keine Frage, ob Importeure verklagt werden, sondern ob sie für alle entstandene Schäden überhaupt werden aufkommen können, BEVOR sie pleite sind.
Prophylaxe, also Test ist IMMER besser als Schadensregulierung. Abgesehen davon, daß Kinder keine Versuchskaninchen sind, nur weil jemand zu geizig ist, seine Produkte ausreichend testen zu lassen.
... ausserdem sollten auch die verantwortlichen Importeure persönlich zur Rechenschaft gezogen werden und nicht gleich unter einem anderen Namen eine neue Gaunerei mit beiden Händen eröffnen dürfen. In anderen Geschäftsfeldern funktioniert dat auch.
Paging