Schlechte Autoabsatzzahlen Audi-Chef warnt vor Verunsicherung deutscher Verbraucher durch Schuldenkrise

Minus zehn Prozent in der EU, sogar Minus 17 Prozent in Deutschland. Der Autoabsatz ist radikal zurückgegangen. Audi-Chef Stadler zufolge liegt das daran, dass sich deutsche Verbraucher wegen der Schuldenkrise zunehmend Sorgen machen.

Audi-Chef Rupert Stadler warnt vor einer zunehmenden Verunsicherung deutscher Verbraucher durch die Schuldenkrise in Südeuropa. Grund für die jüngsten Einbrüche am europäischen Automobilmarkt sei "eine massive Verunsicherung der Kunden durch die notwendigen Reformen in vielen europäischen Staaten zur Schuldenreduzierung", sagte Stadler der SZ.

"Diese Verunsicherung insbesondere in den europäischen Krisenländern schlägt auch auf die deutschen Verbraucher durch", sagte der Chef der VW-Tochter.

Am Mittwoch hatte der europäische Herstellerverband Acea aktuelle Zulassungszahlen vorgelegt, die die Misere in Europa dokumentieren: So ging der Autoabsatz in den Ländern der Europäischen Union im März um 10,2 Prozent zurück.

In Deutschland fanden in diesem Zeitraum 17,1 Prozent weniger Autos einen Käufer als noch im Vorjahr. Damit war die Lage der Autohersteller in Deutschland noch dramatischer als im europäischen Durchschnitt.

Der europäische Automarkt schrumpft schon seit Längerem: Der Einbruch im März war bereits der 18. Monat hintereinander, in dem ein Minus zu verzeichnen war. Schwächelnde Staaten wie Griechenland und Spanien haben die größten, zweistelligen Einbrüche bereits hinter sich. Jetzt verstärkt sich der Rückgang in anderen Staaten. In Finnland und Zypern waren es zum Beispiel fast minus 60 Prozent innerhalb eines Jahres. Großbritannien ist das einzige große europäische Land, in dem die Zulassungen im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ansteigen. In vielen Staaten kommt noch hinzu, dass sich junge Menschen gar kein eigenes Auto mehr wünschen. Sie nutzen öffentliche Verkehrsmittel oder Konzepte wie Carsharing.