Von Gerd Zitzelsberger

Den reichsten zwei Prozent der Weltbevölkerung gehört das halbe Privat-Vermögen rund um den Erdball.

Reichtum ist relativ: Ersparnisse von 46.000 Euro genügen hierzulande mittlerweile kaum noch als Zubrot zur Rente. Aber im internationalen Vergleich reichen 46.000 Euro bereits, um zu den wohlhabendsten zehn Prozent der Weltbevölkerung zu gehören.

Zwei Prozent der Bevölkerung gehört das halbe Weltvermögen. (© Foto: AP)

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Die privaten Vermögen sind noch weit ungleicher verteilt als die Einkommen, diagnostiziert die internationale UN-Forschergruppe Unu-Wider. Die vier Wissenschaftler haben am Dienstag in London erstmals eine Analyse der weltweiten Vermögensverteilung vorgelegt.

Millionen von Millionären

Eines ihrer Ergebnisse: Es gibt inzwischen Millionen von Millionären - schätzungsweise 13,6 Millionen, auf Dollar-Basis gerechnet. Um zu den oberen 15.000 der Weltbevölkerung zu gehören, muss man aber schon ein Netto-Vermögen von 100 Millionen Dollar aufbringen. Immerhin 500 Personen kommen mit einer Milliarde Dollar an die Bill Gates- und Roman Abramowitsch-Klasse heran, so die Wissenschaftler.

Die Zahlen der Studie beziehen sich auf das Jahr 2000. Inzwischen, schätzt Davies, dürfte sich das Vermögen per saldo noch stärker in den Händen weniger konzentriert haben, und die Ungleichheit nahm weiter zu.

Aufholtendenzen in Indien und China

Zwar gebe es durch den Wirtschaftsboom in Indien oder China dort eine Tendenz zu einer gleichmäßigeren Vermögensverteilung, so der UN-Wissenschaftler. Aber gleichzeitig nehme die Ungleichheit innerhalb der großen Industriestaaten weiter zu, und dieser Effekt falle stärker ins Gewicht.

Als eine wichtige Ursache für die Vermögenskonzentration nennt Davies die Steuerpolitik. Seit Mitte der achtziger Jahre verringere sich in vielen Staaten die Abgaben-Belastung der Reichen und Superreichen. Auch der weltweite Konjunkturaufschwung der vergangenen Jahre habe dazu beigetragen: In solchen Phasen weitet sich der Anteil der Unternehmens-Gewinne tendenziell zu Lasten des Lohnanteils aus.

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