Neue Hoffnung bei Schaeffler: Auch die SPD kann sich vorstellen, den Konzern mit Staatsgeld zu unterstützen - allerdings nur unter gewissen Bedingungen.
Kurz nach dem Gespräch mit Peter Struck ist Wolfgang Müller von der IG Metall Bayern zuversichtlich. Der SPD-Fraktionschef im Bundestag werde "bestimmt keine Interviews mehr geben, in denen er Staatshilfe für Schaeffler kategorisch ablehnt". Vielmehr sei die Bundes-SPD am Donnerstag auf die Linie der IG Metall eingeschwenkt, die im Interesse der Arbeitsplätze bei dem fränkischen Kugellagerhersteller und seiner neuen Tochter Continental Staatshilfe für Schaeffler befürworte - wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen.
Schaeffler kann hoffen: Die SPD-Fraktion freundet sich langsam mit dem Gedanken an, dem Konzern mit Staatsgeld zu helfen. (© Foto: dpa)
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Als erstes müsse das Unternehmen "unter Beteiligung der Arbeitnehmerseite schnell ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen", sagte Müller. Eine Zerschlagung des Konzerns müsse ebenso ausgeschlossen werden, wie dort umgekehrt mehr Transparenz und Mitbestimmung einziehen müssten. Darauf haben sich Schaeffler-Betriebsräte und Metallgewerkschafter mit Struck, Bayerns SPD-Landeschef Ludwig Stiegler und anderen Sozialdemokraten geeinigt. An dem Treffen in Berlin nahmen auch Kommunalpolitiker aus Herzogenaurach teil, wo die Schaeffler-Gruppe ihren Sitz hat.
Moderator Schröder
Die Runde forderte "eigene finanzielle Anstrengungen" von Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg als Voraussetzung für etwaige Staatshilfe. Außerdem müssten beide ihre Beteiligungsverhältnisse offenlegen und aufzeigen, wieviel vom Gewinn sie in den vergangenen Jahren in ihr Unternehmen investiert hätten. Auch die Banken und die Bundesländer seien gefordert, hieß es. Gewerkschafter Müller forderte, "alle Akteure in diesem Drama schnell an einen Tisch" zu holen: "Momentan wird der schwarze Peter hin- und hergeschoben, und in ein paar Wochen geht Schaeffler das Geld aus." Als einer, der alle zusammenrufen und den Prozess moderieren könnte, ist Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Gespräch.
Die IG Metall startet dieser Tage außerdem eine Unterschriftenaktion, die sich an die Gläubigerbanken und die Bundeskanzlerin richtet. Darin wird deren Mithilfe zur Rettung der Schaeffler-Arbeitsplätze verlangt. Maria-Elisabeth Schaeffler hat damit in den Beschäftigten inzwischen ihre vielleicht stärksten Verbündeten. Das ist insofern kurios, als dass die Gewerkschaften jahrelang die autoritäre Führung und den Mangel an Transparenz bei Schaeffler beklagten. Doch die Not schmiedet neue Bündnisse.
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(SZ vom 13.02.2009/tob)
Demonstrationen in Hamburg
Sie scheinen ja ziemlich Ahnung zu haben, nachdem, was Sie hier so alles schreiben, nur eines ist mir noch nicht ganz klar. Das verstehe ich schon bei der Argumentation der Politiker nicht. Warum sollen 66.000 Arbeitsplätze in Gefar sein, wenn Schaeffler pleite geht? Wenn sie gute Produkte zu Weltmarktfähigen Preisen herstellen, dann wird doch die Firma weiter geführt. Zwar unter anderen Inhabern, aber das heißt doch nicht automatisch, dass alle Arbeitsplätze weg sind, oder?
sie sind ja hartnäckig. Wenn die KG in die Insolvenz geht, wird die Dame sowieso alles versilbern müssen. Aber anscheindend bekommt sie, trotz ihres horrenden Vermögens kein Geld mehr von den Banken. So weit ich es verstanden habe, hat die Schaeffler-Gruppe ein Liquiditätsproblem.
Und bedenken Sie eins, wenn das Ding den Bach runter geht, verlieren gut 66.000 Mitarbeiter Ihren Job. Frau Schaeffler wird keine Steuer mehr zahlen usw.. Auch wenn ich der Auffassung bin, dass der Markt sich selbst bereinigen sollte, so stelle ich mir doch die Frage ob es Wert ist diese Firma aufzugeben. Lt. Jahresabschluss der Holding KG vom 2007 beträgt die EK-Quote fast 60%. Das Unternehmen scheint nach den Zahlen eher Gesund. Die Übernahme von Conti ist darin aber noch nicht enthalten. Sollte das Unternehmen keine Kredite aufgrund der Finanzkriese bekommen und gibt es wirklich eine gute Chance das Unternehmen zu retten, dann kann über ein Engagement des Staates ernsthaft nachgedacht werden. Sollte es jedoch keine guten Chancen geben das Unternehmen zu retten (wie seinerzeit Holzmann AG) dann sollte man das Unternehmen und die Schaeffler den Bach runter gehen lassen.
Nebenbei, bei allen Debatten die in der Sache laufen, die Schaeffler Holding wird in Form einer KG geführt. Das bedeuten, höhere Steuerlast und Haftung aller Vollhafter mit ihrem gesamten Vermögen. Das zeugt für mich von Verantwortung ggü. seiner eigenen Firma und den Mitarbeitern. Die meisten Firmen mit Konzernähnlichen Strukturen werden in From einer GmbH oder AG also als Kapitalgesellschaften geführt. Bei diesen greift eine Insolvenz nicht voll auf das Vermögen der Gesellschafter durch.
In diesem Sinne.
kleine Berichtigung: auf die 15% Kst. müssen noch 5,5 % Soli bezahlt werden und es sind die Gewerbesteuern nicht zu vergessen!
das ist doch quatsch, da das Vermöger der Dame komplett gebunden ist, die hat nicht
irgendwo einen Geldspeicher mit 5,7 Mrd. in Scheinen stehen. Ihr Vermögen wird zum
Großteil die Firma sein. Sicher wird Fr. Schäffler aber noch irgendwo Kunst, Schmuck o.ä. rumliegen haben was Sie meiner Meinung nach versilbern sollte, aber da wird nicht mal
annähernd genügend Geld zusammen kommen.
Na dann ist ja alles in Ordnung. Also kann das Privatvermögen der Dame erst mal verwertet werden, ehe der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird.
Und 33.800 Euro Restvermögen sind für die meisten Menschen, die ohne gefragt zu werden den Rest des Übernahmedesasters bezahlen müssen, viel Geld.
Paging