Der Schuss geht nach hinten los: Nicht Schaeffler schluckt Continental, sondern Conti wohl Schaeffler. Die Banken spielen den Worst Case durch - der Druck ist einfach zu groß.
Nach Porsche nun also Schaeffler. Es ist das Scheitern der Größenwahnsinnigen, Teil zwei. Der Mittelständler aus Herzogenaurach, den bis zum August vergangenen Jahres kaum jemand außerhalb Bayerns kannte, wird wohl hilfesuchend unter das große Dach des einstigen Übernahmeopfers Continental flüchten - der Druck der geldgebenden Banken ist einfach zu groß.
Die Banken erhöhen den Druck, derzeit werden schon die Bücher von Continental und Schaeffler geprüft. (© Montage: sueddeutsche.de; Fotos: AP)
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Allein die vom deutschen Staat mitbetreute Commerzbank soll bis zu fünf Milliarden Euro in den schwer angezählten Zulieferer Schaeffler gesteckt haben. Geht Schaeffler pleite, verliert die Commerzbank viel Geld - massive Wertberichtigungen wären die Folge.
Bei der inzwischen verstaatlichten Royal Bank of Scotland, einem weiteren Kreditgeber, sieht es nicht viel besser aus. Kein Wunder also, dass die wichtigsten Schaeffler-Banken jetzt die Notbremse ziehen und die Berater von Roland Berger auf den zum Rohrkrepierer verkommenen "Big Deal" Schaeffler/Conti ansetzen. Eine Katastrophe muss im letzten Augenblick verhindert werden. Bücher prüfen, Zusammenschluss klarmachen - künftig könnten die beiden Zulieferer also einfach unter dem Dach Conti AG firmieren.
Und die Politik? Die klatscht bereits begeistert Beifall. Muss sie ja auch - sie hat schließlich selbst die Commerzbank mit Milliarden gepolstert. Irgendwann will Berlin dieses Geld wiedersehen.
Als Fusion beziehungsweise Integration wird der neue Deal dann wohl in absehbarerer Zeit verkauft. Fusion, das klingt selbst bei dramatischen Bedingungen immer noch ein bisschen positiv. Und Integration? Geht immer!
Schaeffler ist mit seinem Deal grandios gescheitert: Die Ausläufer der Wirtschaftskrise sind einfach zu gigantisch. Der Conti-Deal lässt sich bei wegbrechenden Einnahmen nicht stemmen, schon seit Monaten hängt der David aus Herzogenaurach am Tropf der Banken. Das Unternehmen kann sich freuen, wenn der ebenfalls schwer angeschlagene niedersächsische Zulieferer Asyl gewährt.
Das ist das einzig Positive an dieser Wirtschaftskrise: Der Größenwahn wird zurechtgestutzt. Es gilt das Prinzip Normalmaß. Für manche ist das sehr schmerzhaft.
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(sueddeutsche.de/jja)
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beim übernehmen übernimmt man sich halt mal schnell. Gilt besonders für Unternehmer, die sollten weiter unternehmen und das Übernehmen unterlassen.
nach dem durchlesen dieses Kommentars weiß man warum Frauen so schwer Fuß fassen in der Welt der Aufsichtsräte
eine dermaßen schlechte und falsche Einschätzung habe ich noch selten erlebt
Größenwahn noch als Normalmaß???
Der rote Teppich, der nun tränengetränkt, führt nun zum Normalmaß - was erweist sich denn, bitte schön, noch als NORMAL?
Ist doch pupegal, zu welchem Anlass etc. die Frau Sch. den Pelzmantel trug. Es handelt sich um ein Symbol:
Die in Pelz gehüllte reiche Frau setzt das ererbte Familienvermögen beim Zocken in den Sand und meint nun Geld vom Steuerzahler zu benötigen, schlürft dabei aber weiter mit ihren Bonzenfreunden in Kitzbühel im Pelz Schampus (ob nun bei Audi oder sonstwo). Das stinkt denen, die den ganzen Tag für solche Leute ackern und dafür alle drei Jahre mal auf Malle Eimersaufen können. Und mir auch, aus Prinzip.
" Der Größenwahn wird zurechtgestutzt. Es gilt das Prinzip Normalmaß. Für manche ist das sehr schmerzhaft." Wir können alle nur hoffen, dass Frau Ahlemann recht behält. Sicher kann man da nicht sein, weil der Casino-Betrieb munter weiter läuft. Im Übrigen, war und ist es ja nicht die Fa. Schaeffler allein. Immerhin gab es ja eine Reihe von " Beratern " die Schaeffler nicht nur zugestimmt, sondern ausdrücklich die Akquise mit betrieben haben. Der hereinbrechen Wertverlust an den Aktienmärkten bestärkt die Beobachter in der Annahme, dass Banken, Wirtschaftsprüfer und - Berater die Realität total weltfremd betrieben haben. Somit passt das Szenario exakt in die Parallelwelt der viel seits gescholtenen fragwürdigen Geschäftspraktiken dieser Figuren. Schlimmer noch; sie haben ihren Reibach gemacht
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