Satte Gewinne für Volkswagen-Tochter Audi-Mitarbeiter erhalten Rekordprämien

Die deutschen Premium-Autohersteller boomen: Nach Daimler meldet jetzt auch die Volkswagen-Tochter Audi ein Rekordergebnis. Der Gewinn kletterte 2011 um fast 70 Prozent - und hat damit einen entscheidenden Anteil am guten Ergebnis des Mutterkonzerns VW. Die Beschäftigten freuen sich über satte Prämien.

Der Autohersteller Audi hat im vergangenen Jahr so viel Geld verdient wie nie zuvor. Die Volkswagen-Tochter verbuchte 4,4 Milliarden Euro Gewinn - fast 70 Prozent mehr als 2010. Der Umsatz kletterte um fast ein Viertel auf etwas mehr als 44 Milliarden Euro. Auch die Zahl der verkauften Autos stieg auf einen Rekordwert. "2011 war das erfolgreichste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte", teilte Audi-Chef Rupert Stadler mit.

Damit erwirtschaftete Audi einen stattlichen Anteil des VW-Rekordgewinns von fast 16 Milliarden Euro. Der Mutterkonzern hatte bereits vergangene Woche glänzende Zahlen vorgelegt. Während der Autohersteller Opel, der vor allem Klein- und Kompaktwagen herstellt mit massiven Problemen kämpft, verzeichnen die deutschen Premiumhersteller derzeit reihenweise Rekorde. Auch Daimler mit seiner Nobelmarke Mercerdes Benz hatte unlängst starkes Wachstum vermeldet. Wettbewerber BMW dürfte Positives zu berichten haben, wenn er am 13. März seine Bilanz für 2011 vorlegt.

Von den guten Zahlen bei Audi sollen auch die Beschäftigen profitieren: Die rund 45.000 Tarifbeschäftigten an den deutschen Audi-Standorten erhalten für das vergangene Jahr eine Rekordprämie. Im Schnitt zahlt der bayerische Konzern seinen Mitarbeitern für ihre Leistungen zwei Monatsgehälter - das sind im Durchschnitt mehr als 8.000 Euro. Allein für die Boni in Deutschland gibt Audi damit 370 Millionen Euro aus.

"Die Belegschaft hat es mit ihrem großen Engagement und der fantastischen Leistungsbereitschaft ermöglicht, dass Audi das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner Geschichte erreichte", teilte Personalvorstand Thomas Sigi mit. Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch sagte, die Prämie sei "ein Volltreffer" und zeige, dass sich "harte Arbeit und Fleiß" lohnten.

Auch in diesem Jahr will Audi weiter kräftig zulegen - sogar stärker als der Automarkt insgesamt, dem ein Plus von 4 Prozent vorhergesagt wird. Der operative Gewinn werde angesichts höherer Kosten aber wohl auf dem Niveau von 2011 bleiben, sagte Finanzvorstand Axel Strotbek.

Continental mit Rekordgewinn

Von der boomenden Autoindustrie profitieren auch die Zulieferer: Continental hat im vergangenen Jahr weiter an Tempo zugelegt und einen Rekordgewinn eingefahren. Unterm Strich verdiente der Autozulieferer und Reifenhersteller etwa 1,2 Milliarden Euro, berichtete Vorstandschef Elmar Degenhart. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.

Insgesamt verspricht sich Conti in den kommenden Monaten trotz wachsender Unsicherheit noch einmal zusätzlichen Schwung. Vor allem in Asien und Nordamerika werde es weiter vorangehen. Der Konzern will den auf knapp 6,8 Milliarden Euro verringerten Schuldenberg weiter abbauen. "Wir müssen aber auch unsere Aktionäre befriedigen", betonte Degenhart. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie bekommen. Bis zum Jahresende will Continental außerdem mehrere tausend Jobs schaffen.