Die neue Geschäftsführung saniert mit harter Hand: Um den kriselnden Versandhändler Neckermann wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, müssen noch in diesem Jahr 500 Mitarbeiter gehen.

Der defizitäre Versandhändler Neckermann saniert sein Geschäft und streicht daher jede zehnte Stelle. Davon sind in Deutschland 450 und im Ausland 50 Arbeitsplätze betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Neckermann muss sparen. (© Foto: oh)

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Die meisten Stellen sollen demnach in Frankfurt wegfallen. Dort arbeiten derzeit noch rund 2700 Mitarbeiter in der Versandzentrale. Die Pläne sollen noch dieses Jahr umgesetzt werden, sagte ein Sprecher.

Der Abbau sei zur Sicherung der verbleibenden 4500 Arbeitsplätze unvermeidbar. Denn bereits in zwei Jahren will das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben. "Wir haben alles daran gesetzt, den Personalabbau so gering wie möglich zu halten und alternative Maßnahmen genauestens geprüft", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Lenz.

Produktangebot wird verkleinert

Einsparen will Neckermann aber nicht nur beim Personal. So soll das Produktangebot verkleinert werden, und auch die Werbung kommt auf den Prüfstand. Um in zwei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, sollen zugleich der Internet-Handel ausgebaut und das Auslands-Geschäft gestärkt werden, das derzeit 30 Prozent zum Umsatz beiträgt. Über den Online-Shop soll bei Neckermann bis 2010 mindestens 70 Prozent des Bestellvolumens laufen, derzeit ist es die Hälfte.

Die Gruppe erzielte 2007 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und hat seit Jahren Verluste in nicht bezifferter Höhe angehäuft. Anfang des Jahres hatte der Finanzinvestor Sun 51 Prozent der Firma von Arcandor (früher KarstadtQuelle) übernommen. Sun ist ein auf nicht börsennotierte Beteiligungen spezialisiertes US-Unternehmen.

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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/tob)