Der US-Konzern wird seiner angeschlagenen Tochter womöglich keine weiteren Finanzhilfen gönnen. Besonders für deutsche Opel-Mitarbeiter wird es jetzt eng.
Opel steht vor neuen Problemen: Der US-Konzern General Motors (GM) will keine weiteren Mittel für die Sanierung der deutschen Tochter aufbringen.
Eigentlich hätte das Werk in Antwerpen Sportautos produzieren sollen, GM wiegelt jedoch ab: Daraus wird nichts. Gewerkschaften und Arbeiter demonstrieren jetzt gegen die Werksschließung. (© Foto: dpa)
Anzeige
Dies sei bei Gesprächen mit dem Opel-Management deutlich geworden, teilte der europäische Betriebsrat mit. Nach den aktuellen Plänen beziffert GM den Finanzierungsbedarf für die Restrukturierung auf 3,3 Milliarden Euro. Davon sollen die europäischen Regierungen 2,7 Milliarden Euro aus Steuergeldern übernehmen.
GM sehe seinen Beitrag durch die Rückzahlung des Opel-Brückenkredits von 600 Millionen Euro im November 2009 sowie durch einen Vorschuss auf Entwicklungsleistungen über weitere 650 Millionen Euro im Januar als geleistet an.
"Nach den vorliegenden Plänen will GM sich nicht mit eigenen Beiträgen an der Restrukturierung beteiligen", kritisierten die Arbeitnehmervertreter.
Gleichzeitig könnten mehr Jobs dem Rotstift zum Opfer fallen: Die Sanierungspläne sähen deutlich mehr Stellenstreichungen vor, als das Unternehmen öffentlich angekündigt habe, kritisierte der europäische Opel-Betriebsrat.
Im Rahmen des erstmals im November vorgelegten "Viability Plan VI" soll die Zahl der Beschäftigten um rund 9960 auf 37.700 reduziert werden, wie aus Unterlagen hervorgeht, die Reuters vorlagen.
Die Hauptlast entfalle dabei mit rund 5660 Stellen auf Deutschland. Bislang hatte Opel angekündigt, 8300 Stellen zu streichen, etwa 4000 davon in Deutschland. Ein Opel-Sprecher sagten hingegen, das Unternehmen halte an den vorgestellten Planzahlen fest.
Der europäische Opel-Betriebsrat war am Montag erstmals wieder mit Opel-Chef Nick Reilly zusammengetroffen, nachdem dieser die Schließung des Werks im belgischen Antwerpen angekündigt hatte.
Die IG Metall wirft Reilly deshalb jetzt Vertragsbruch vor. Die Gewerkschaft sei unter diesen Umständen nicht bereit, den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer zu unterstützen.
"Die Absicht von Opel/Vauxhall, ein neu entwickeltes Opel-Modell nicht mehr in Antwerpen zu produzieren, sondern die Fertigung nach Korea zu verlagern, verstößt offen gegen vertragliche Zusagen", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, in Frankfurt. Für die Produktion des Fahrzeuges in Belgien liege eine interne positive Wirtschaftlichkeitsberechnung vor.
Sanierungsbeitrag 265 Millionen Euro
Reilly hatte zuletzt bestritten, dass die Zusage, in Belgien einen kleinen Sportgeländewagen (SUV) zu fertigen, verbindlich gewesen sei. Nach seiner Darstellung handelte es sich lediglich um einen Plan.
Die Gewerkschaft sieht das anders und lehnt den von Reilly geforderten Sanierungsbeitrag der Belegschaft von jährlich 265 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren ab. Es sei nicht hinnehmbar, dass die von den Arbeitnehmern geforderten Beiträge dazu missbraucht würden, Schließungskosten von Standorten und Produktionsverlagerungen zu finanzieren.
"Die IG Metall wird darüber hinaus Beiträgen nur dann zustimmen, wenn die Arbeitnehmer dafür Sicherheiten erhalten", betonte der Gewerkschafter. Der Opel-Betriebsrat hatte als Sicherheiten für Arbeitnehmerbeiträge eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung gefordert. Dies lehnen Reilly und der US-Mutterkonzern General Motors aber ab.
Lohnverhandlungen werden fortgesetzt
Auf Initiative Hubers lädt der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbund (EMB), Peter Scherrer, alle Vorsitzenden seiner Mitgliedsgewerkschaften mit Opel-Standorten zu einem Treffen am 23. Februar nach Brüssel ein. Dort soll über gemeinsame Strategien gegen die von GM angekündigte Schließung des Standortes Antwerpen beraten werden.
- Thema
- Unternehmen RSS
- Autoindustrie: General Motors "Opel verdient 2010 keinen Cent" 13.01.2010
- Pro Die Republik braucht Opel 17.11.2008
- Interview: Beiersdorf-Chef Quaas "Die Haut ist doch überall gleich" 17.05.2010
- Luxuskonzerne Italienischer Chic für China 15.05.2010
- Wirtschaft kompakt Verseuchter Käse: Ermittlungen gegen Lidl 15.05.2010
- Wirtschaft kompakt Megaflieger verhagelt Airbus die Bilanz 14.05.2010
- Milliardendeal Sybase - der erste Coup des SAP-Duos 13.05.2010
(Sueddeutsche.de/dpa/jcbo/hgn)
Machtkampf in der Linken
Die deutsche Idee, alles, was sich nicht selbst finanziert, aus Steuermitteln zu subventionieren, ist in den USA unbekannt. Was sich in Amerika nicht selbst finanziert, egal ob Opernhaus, Museum oder Autofabrik, wird geschlossen. Wenn Opel keine Autos bauen kann, die sich mit Gewinn verkaufen, sollte man den Laden schließen. Eine Autofabrik ist schließlich keine wohltätige Institution.
Gestern habe ich die Zeitschrift Auto-Motor und Sport gelesen,was da die Jurnalisten zum Thema Opel schreiben war sehr anschaulich. 1. Der Staat soll die 2.7 Milliarden fuer die Sanierung bezahlen, ( das wird die Konkurenz aber freuen ) die Mitarbeiter sollen Lohnverzicht ueben und die Manager bekommen ihre Bonis wie gehabt. Das ist der neue Weg von GM in Europa,dazu kommt noch der Hemdsaermlige GM Boss aus Neuseeland und sein willfaehiger Brite in Europa. Da kann sich jeder der will, die Chancen ausrechnen,die das Unternehmen Weltweit hat.Der GM Schlendrian geht weiter,wie eh und je.
GM hat Opel behalten wollen,auch hat es das Unternehmen in den letzten Jahren ausgenommen wie die beruehmte Weihnachtsgans. Nun alles nach Korea zu verlegen,ist wieder einmal so ein GM Geniestreich,auch dort steigen die Kosten und die GM Qualitaet dort ist auch nicht das gruene von Ei. GM muss sehr viel Geld in das Unternehmenstecken,ob es will oder nicht,man hat es ja so gewollt.
in einem anderen Artikel sind es "Krawallmacher" - aber so ist der Plebs halt, geht nicht in die Oper und saeuft Bier.
Arme SZ, ist das billig!
Wie die hiesige IG Metall so zu tun, als ob kein New Yorker Insolvenzgericht vergangenes Jahr Einsicht in die Bücher der General Motors Corp. nahm und als ob keine öffentlichen Prüfungen mit der Möglichkeit der Einrede stattfanden, bleibt nichts anderes als Humbug; zumal jeder Arbeitnehmer des Konzerns jederzeit erneut Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen dessen Zahlungsunfähigkeit vor Gericht stellen und damit die Bücher einer wiederholten Prüfung unterziehen lassen kann.
Paging