Saatguthersteller US-Behörden genehmigen Monsanto-Übernahme durch Bayer

Das Logo der Bayer in Wuppertal.

(Foto: REUTERS)
  • Das US-Justizministerium hat die Übernahme von Monstanto durch Bayer unter harten Auflagen genehmigt.
  • Die Zustimmung war die letzte große Bedingung für den Zukauf - andere Kartellbehörden hatten den Zukauf bereits zuvor abgesegnet.

Es war die letzte und entscheidende Hürde: Das US-Justizministerium hat der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer unter harten Auflagen zugestimmt. Damit ist der Weg so gut wie frei zum Abschluss des größten Zukaufs in der Bayer-Firmengeschichte - und der bislang größten Übernahme durch einen deutschen Konzern im Ausland überhaupt.

Ursprünglich hatten die US-Kartellbehörden starke Vorbehalte gegen die geplante Übernahme. Sie stuften die gemeinsame Marktmacht der fusionierten Konzerne als zu hoch ein. Um dennoch eine Genehmigung zu erhalten, musste Bayer dem Justizministerium zufolge dem größten Kompromiss zustimmen, der jemals bei einer Übernahme in den USA vereinbart wurde. Insgesamt müsse sich Bayer von Geschäftsteilen im Wert von etwa neun Milliarden Dollar trennen, darunter fast das gesamte eigene Saatgutgeschäft. Nur so entstünden bei der Fusion mit Monsanto keine Nachteile für Wettbewerber und Verbraucher.

Nutznießer der kartellrechtlichen Auflagen ist der Chemiekonzern BASF. Bayer hatte das Unternehmen als möglichen Käufer für das Saatgutgeschäft präsentiert, dessen Umsatz bei etwa 2,2 Milliarden Euro liegt. Die EU-Kommission hat die Übernahme der Bayer-Geschäftsteile durch BASF am Dienstagabend genehmigt. Der Chemiekonzern erfülle als Käufer alle erforderlichen Kriterien, teilte die Kommission mit. Er sei unabhängig genug von Bayer und habe die finanziellen Mittel, die nötige Expertise und genügend Anreize, um die aufgekauften Sparten fortzuentwickeln.

Bayer selbst steigt mit der 62,5 Milliarden Dollar schweren Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf. Zahlreiche Kartellbehörden wie etwa die EU-Kommission und die Wettbewerbshüter aus Brasilien, Russland und China hatten die Übernahme zuvor bereits unter Auflagen genehmigt. Nun muss der Deal nur noch von Mexiko und Kanada abgesegnet werden.

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