Russland Altkanzler Schröder wird Ölmanager

Erst Gas, jetzt Öl: Gerhard Schröder sitzt künftig im Aufsichtsrat des britisch-russischen Konzerns TNK-BP. Dort soll er vor allem Streit schlichten.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist nach dem Machtkampf zwischen den Anteilseignern im britisch-russischen Ölkonzern TNK-BP in dessen Aufsichtsrat berufen worden.

Erst Gazprom-Manager, jetzt auch noch TNK-BP-Aufsichtsrat: Gerhard Schröder

(Foto: Foto: dpa)

Das teilte BP am Donnerstag in Moskau mit. Schröder (64) solle nach der Umstrukturierung der TNK-BP-Führung mit zwei anderen unabhängigen Direktoren künftige Pattsituationen bei den gleich starken Partnern verhindern, hieß es.

Kampf um die Macht

In den Aufsichtsrat berufen wurden auch der Präsident des russischen Unternehmer- und Industriellenverbandes, Alexander Schochin, sowie James Leng von dem Rohstoff-Riesen Rio Tinto.

Schröder ist bereits Vorsitzender des Aktionärsausschusses beim Ostseepipeline-Betreiber Nord Stream, der von dem russischen Staatsmonopolisten Gazprom mehrheitlich kontrolliert wird.

Der Personalrochade bei Russlands drittgrößtem Ölkonzern war ein erbitterter Streit über Strategie und Machtverhältnisse zwischen BP und den russischen Aktionären, den Milliardären Michail Fridman, German Chan, Viktor Wekselberg und Leonard Blawatnik, vorausgegangen.

Die Briten warfen den Russen dabei vor, "sich wie Gangster zu benehmen". Im September einigten sich die Parteien schließlich auf einen Kompromiss, der unter anderem eine Neuverteilung der Kontrolle bei TNK-BP vorsah. Teil der Abmachung war auch der Rücktritt des TNK-BP-Chefs Robert Dudley.