Rüstungsindustrie Deutschlands und Frankreichs Panzerbauer fusionieren

Kampfpanzer Leopard ARCHIV - Der Kampfpanzer ´Leopard 2 A6" ist am 02.10.2013 während der Bundeswehrübung Landoperationen in Bergen (Niedersachsen) im Einsatz. Der ´Leopard"-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der französische Konkurrent Nexter stehen kurz vor deinem Zusammenschluss. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

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  • Der Zusammenschluss des deutschen Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter ist offenbar perfekt.
  • Es soll ein neuer Konzern namens "Newco" entstehen.

Zwei Milliarden Euro Umsatz, 6000 Mitarbeiter

Der deutsche Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und sein französischer Konkurrent Nexter wollen ihre Fusion besiegeln. Das Verteidigungsministerium in Paris beraumte einen Pressetermin für Mittwoch an. Dabei gehe es um die "Unterschrift unter die Verständigung" zwischen den beiden Unternehmen, hieß es.

KMW ist vor allem bekannt durch den Kampfpanzer Leopard. Das deutsche Unternehmen gehört der Eigentümerfamilie Bode, Nexter dem französischen Staat. Es soll eine Holding niederländischen Rechts mit dem vorläufigen Namen "Newco" gegründet werden. Sie soll sämtliche Anteile der beiden Firmen halten.

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Vor mehr als einem Jahr hatten die Firmen ihre Pläne angekündigt. Es ist die spektakulärste Rüstungsfusion seit vielen Jahren. Zusammen kommen die Partner aus München und Paris auf etwa zwei Milliarden Euro Umsatz und rund 6000 Mitarbeiter. Noch müssen der Fusion die nationalen Kartellämter zustimmen. Zudem müsse Frankreich das gerade verabschiedete Gesetz über Wirtschaftsreformen veröffentlichen, heißt es im Handelsblatt - mit ihm werde Nexter privatisiert.

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