Nach dem Ende der Ära Mehdorn fordern Fahrgastverbände und Gewerkschaften eine Neuausrichtung der Bahn. Die Bundesregierung sucht mit Hochdruck nach einem Nachfolger - oder zweien.
Nach dem Rücktrittsangebot von Bahnchef Hartmut Mehdorn sind Forderungen nach einer völligen Neuausrichtung des Konzerns laut geworden. Die Deutsche Bahn müsse sich darauf konzentrieren, "den Kunden guten Service, gute Züge und ein engmaschiges Schienennetz zu bieten", forderte am Dienstag der Fahrgastverband Pro Bahn. Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft Verdi. Mehdorns Job soll laut Welt künftig eine Doppelspitze übernehmen.
Die große Koalition fahndet nach einem Nachfolger für den scheidenden Bahnchef Mehdorn. (© Foto: dpa)
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Die Bahn müsse endlich aufhören, sich als Weltkonzern für Logistik zu verstehen, sagte Hartmut Buyken von Pro Bahn der Berliner Zeitung. Für den Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagte Bahnexpertin Heidi Tischmann: "Das Netz muss wieder flächendeckend ausgebaut werden. Zu viele Orte sind von der Bahn inzwischen abgehängt worden.
"Deshalb sei die Zahl der Fernreisenden seit dem Amtsantritt Mehdorns 1999 deutlich gesunken. Mehdorn sei für eine Reihe von schweren Fehlern verantwortlich. Dazu zähle die Abschaffung des Interregio 2003, die die Zahl der Reisenden im Fernverkehr einbrechen ließ. Buyken sagte zum Bahnchef: "Mehdorn hat geherrscht wie der französische Sonnenkönig Ludwig XIV, teils hat er sich menschenverachtend verhalten."
Verdi-Chef Frank Bsirske forderte die Bundesregierung auf, die Neuordnung an der Spitze der Bahn "endlich zum Anlass für einen grundsätzlichen Kurswechsel" zu nehmen. "Eine überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist gegen eine Privatisierung und möchte sicher sein, dass die Bahn nicht in die Hände privater Investoren gerät", sagte er der Berliner Zeitung. "Eine Bahnpolitik, die den Wechselfällen des internationalen Kapitalmarkts unterworfen ist, führt in die Sackgasse." Im Mittelpunkt müssten jetzt die Transportbedürfnisse der Bahnkunden, der Klimaschutz und der Schutz der Beschäftigten vor Ausforschung stehen, betonte Bsirske.
Wegen der Datenaffäre sprachen sich die Gewerkschaften laut dem Tagesspiegel dagegen aus, einen Nachfolger aus den Reihen des jetzigen Vorstands zu benennen. "Erst muss klar sein, wer was in der Datenaffäre wusste", erfuhr das Blatt aus Kreisen der Arbeitnehmervertreter.
Diese erwarten laut GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel, in die Suche nach einem Mehdorn-Nachfolger einbezogen zu werden. "Gegen uns ist keine Entscheidung über die zukünftige Führung der Bahn möglich. Das sollte die Politik wissen", sagte der Gewerkschaftschef der Passauer Neuen Presse. Er warnte zudem davor, die Suche nach einem neuen Bahnchef für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen.
Hommel forderte eine schnelle Aufklärung der Daten-Affäre. Bis Mitte April erwarte er einen Abschlussbericht, der die Zuständigkeiten klären solle. "Wenn sich dabei zeigt, dass auch andere Vorstandsmitglieder unverantwortlich gehandelt haben, müssen sie genauso wie Herr Mehdorn die Konsequenzen ziehen und ihren Hut nehmen." Nach Informationen des Handelsblatts will auch Finanzvorstand Diethelm Sack die Bahn verlassen.
Wird Mehdorns Funktion geteilt?
Es gelte als sicher, dass Sack dem Unternehmen den Rücken kehren werde, berichtete die Zeitung aus dem Umfeld der Deutschen Bahn und aus Bankenkreisen. Sack habe seit langem sein berufliches Schicksal mit dem von Mehdorn verbunden und werde deshalb die entsprechenden Konsequenzen ziehen.
Laut Welt wird die Bahn künftig vermutlich von einer Doppelspitze geführt. Wie die Tageszeitung aus Bahnkreisen erfuhr, wird in der Politik und im Konzern diskutiert, die bisherige Funktion von Mehdorn zu teilen. Demnach soll es einen neuen Vorstandschef der Deutschen Bahn geben, der an der Spitze des gesamten Konzerns steht und als sogenannter CEO (Chief Executive Officer) vor allem ein politisches Amt innehat. Ihm zur Seite soll ein COO (Chief Operating Officer) stehen, also ein Spitzenmanager, der für das operative Geschäft tätig ist. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wollen die Koalitionsspitzen bereits am Dienstag über die Mehdorn-Nachfolge beraten.
- Rücktritt von Bahnchef Mehdorn Gescheitert am Rest der Welt 30.03.2009
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- Hartmut Mehdorn Frankophiler Terrier 30.03.2009
- Mehdorn-Erklärung im Wortlaut "Ich bin mit mir im Reinen" 30.03.2009
(AFP/dpa/woja)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Nun bleibt zu hoffen, das unser Volkvermögen "Bahn" nicht doch noch an der Börse verscherbelt wird. Hoffentlich bringt die neue Regierung im Herbst die Bahn wieder ins richtige Gleis.Solche Betriebe wie Bahn, Gas, Wasser, Strom, Müllabfuhr etc. gehören nicht in private Hände. Hier sorgen außerdem hoch Dotierte Posten der Bereicherung einzelner mit richtigem Parteibuch.
Der Rücktritt war bereits seit langem fällig. Endlich löste der Klebstoff die Sitzfläche auf und Herr Mehdorn konnte aufstehen und gehen.
Vielleicht hat auch Wolfgang Klein von der Postbank Zeit. Das wäre eine günstige Lösung, will er doch im kommenden Geschäftsjahr für 1 Euro arbeiten.
Er hat sich ja schon bei der Postbank für nicht vorhersehbare "Samstagsarbeit" mit ein paar Millionen eingedeckt.
Wie wär`s mit Herrn Funke ..?
Sind doch beste Verhältnisse, um in deutscher Politik Karriere zu machen. Oder anders, "Kill a mummy and become MinisterPresident" (Zynismus Ende)
Politiker mit der Kompetenz eines Wiesheu schickt man doch eher ins EU-Parlament (Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa). Es sei denn, die CDU braucht an der Bahnspitze einen Grußaugust, der nach der nächsten Wahl (so denn dann gewonnen) durch einen Wunschkandidaten ersetzt wird.
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